Kreatives Spiel mit einem AlltagsgegenstandAlles im Eimer

Transportieren, schütten, musizieren: Für Kleinstkinder sind einfache Putzeimer spannende Materialien, mit denen sich einiges erleben lässt. Wir liefern ein paar originelle Ideen.

Alles im Eimer
© Kaboompics.com - Pexels

Wie viele Dinge des täglichen Lebens zeichnet sich auch der Eimer durch einige Eigenschaften aus, die bestens zu den Spielschemen junger Kinder passen: Er lässt sich schieben oder am Griff tragen und ist somit dafür geeignet, Dinge zu transportieren. Aufgrund seiner Form können Kinder ihn in der Horizontalen hin und her rollen, wenn auch kaum geradeaus. Die Mädchen und Jungen können Gegenstände in ihm versenken und wieder ans Tageslicht befördern, sie haben die Möglichkeit, den Eimer über Dinge zu stülpen oder sogar über den eigenen Kopf. Nicht zuletzt sind Eimer meist gut stapelbar. Lesen Sie, wie Sie Kleinkinder bei ihrem forschenden Spiel mit Eimern unterstützen können.

Eimer-Fußbad

Benötigte Materialien:

  • 5-7 Eimer, groß genug für zwei Kinderfüße
  • Sitzbank
  • Handtücher
  • Heu, glatte Steine, Watte, Konfetti, Tonschlicker o. Ä.
  • Kalt- und Warmwasser

So wird’s gemacht:

Mit einer Eimer-Fußbad-Reihe ermöglichen Sie intensive und ganz unterschiedliche Sinneserfahrungen für Kinderfüße. Stellen Sie mehrere niedrige und kippsichere Eimer nebeneinander auf. Befüllen Sie diese mit unterschiedlichen Materialien, sodass möglichst verschiedene Reize aufeinanderfolgen: Nach dem warmen Wasser erwartet die Kinder das kalte, auf die Steine folgt die Watte. Stellen Sie eine Sitzbank parallel zur Eimerreihe auf und laden Sie die Kinder nacheinander dazu ein, Platz zu nehmen. Im Sitzen „rutschen“ die Mädchen und Jungen nun in ihrem eigenen Tempo von Eimer zu Eimer und erfühlen mit den Füßen deren vielseitigen Inhalt. Begleiten Sie die Kinder sprachlich bei diesem Erlebnis. Variante: Besonders spannend wird das sinnliche Fußbad für manch älteres Kleinkind, wenn die Eimer zusätzlich mit Handtüchern abgedeckt sind. Es braucht allerdings etwas Mut, um mit den Füßen ins Ungewisse einzutauchen. Ein Kind, das sich davor scheut, sollte keinesfalls gedrängt werden.

Eimer-Spielecke

Benötigte Materialien:

  • 5-10 Eimer (verschiedene Größen, Farben, Materialien)
  • Holz und Metalllöffel, Schöpfkellen u. Ä.
  • Linsen, Reis, Maisgrieß, Kastanien etc.
  • evtl. Wasser

So wird’s gemacht:

Schon ein Eimer allein bringt Kinder auf kreative Spielideen. Noch viel inspirierender ist eine Spielecke, in der sie hohe, niedrige, schmale und breite Eimer aus Metall oder Kunststoff auffinden sowie verschiedenes Zusatzmaterial. Mehrere Eimer animieren die einen vielleicht zum Turmbau, die anderen verwandeln die Gefäße lieber in Trommeln: Je nachdem, mit welchen Löffeln oder Hölzern sie die Plastik- oder Metalleimer anschlagen, variieren die entstehenden Klänge. Linsen, Grieß & Co. ermuntern die Kinder zu Schüttspielen, bei denen sie die bereitstehenden Materialien von einem Eimer in den nächsten umfüllen, etwa mithilfe einer Schöpfkelle. Tipp: Fragen Sie die Eltern nach abgelaufenen Packungen von Reis, Linsen und Grieß, um die Lebensmittel nicht in zu großen Mengen zu verschwenden. Für flüssige Schüttexperimente sollte in einer sommerlichen Eimer-Spielecke an der frischen Luft auch Wasser nicht fehlen.

Eimer-Aufzug

Benötigte Materialien:

  • leichter Eimer mit Henkel
  • stabiler Haken an Zimmerdecke; alternativ der Balken einer Hochebene im Gruppenraum oder der stabile Ast eines Baumes (jeweils über Kopfhöhe der Kinder)
  • mitteldickes Seil
  • leichte Gegenstände für den Transport

So wird’s gemacht:

Eimer sind zum Transportieren da. Für Kinder ist es dabei ein besonderes Erlebnis, die Gefäße nicht nur in der Horizontalen zu bewegen, sondern auch mal in die Höhe zu liften. Befestigen Sie hierfür in der Mitte des Eimerhenkels ein langes Seil, führen Sie dieses über einen Haken, Balken oder im Freien über den Ast eines Baumes und lassen Sie das lose Seilende auf der anderen Seite herabhängen. Indem die Kinder nun an diesem ziehen, bewegen sie den Eimer nach oben und transportieren z. B. Kuscheltiere in luftige Höhen. Wenn das Seil über den Balken einer Hochebene geführt wird, können die Stoff-Fahrgäste oben sogar „aussteigen“, wie bei der Fahrt mit einer Gondel. An heißen Sommertagen bietet sich Wasser als Transportgut an: Im Eimer wird es an einem „Baum-Aufzug“ nach oben gezogen, bis sich der Eimer am höchsten Punkt der selbst gebauten Seilwinde überschlägt und die Kinder mit einer kalten Dusche erfrischt. Machen Sie die Kinder im Vorfeld darauf aufmerksam, was passieren wird, damit diese sich nicht zu sehr erschrecken bzw. ggf. Abstand nehmen können. Achten Sie auch darauf, dass die Wassermenge nicht so groß ist, dass die Dusche unangenehm wird. Vermutlich wird sie aber aufgrund ihres Gewichts sowieso eher klein bleiben. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie die Kinder bei allen Varianten aufmerksam begleiten und den Eimer- Aufzug im Anschluss an die gemeinsame Aktivität abbauen bzw. zuverlässig sichern.

Eimer-Wasserfall

Benötigte Materialien:

  • 3-5 unterschiedlich hohe Plastikeimer
  • Handbohrer
  • Gießkannen und/oder Wasseranschluss
  • evtl. unterschiedlich hohe Stühle, Tische etc.

So wird’s gemacht:

Eimer aus Kunststoff sind wasserdicht und somit geeignet für die Konstruktion eines sommerlichen Mini-Wasserfalls. Um diesen plätschern zu lassen, bohren Sie zunächst knapp unterhalb der Oberkante der Eimer ein jeweils ca. 0,5 Zentimeter großes Loch. Stellen Sie die Gefäße anschließend der Reihe nach so auf, dass das Wasser von einem Eimer in den nächsten fließen kann. Hierfür muss sich die Höhe der Gefäße stufenweise jeweils um mindestens fünf bis zehn Zentimeter unterscheiden. Das nötige Gefälle lässt sich z. B. über unterschiedlich hohe Eimer oder auch verschieden hohe Tische, Stühle und Hocker erreichen, auf denen Sie die Eimer platzieren. Richten Sie die Eimer so aus, dass alle Bohrlöcher zum nächstunteren Eimer zeigen, dann kann es losgehen: Die Kinder befüllen den höchsten Eimer der Reihe kontinuierlich mittels Gartenschlauch oder Gießkanne. Sein Pegel steigt – bis das Wasser plötzlich aus dem Bohrloch in den nächsten Eimer plätschert (evtl. müssen Sie hierfür den Abstand zwischen den Eimern regulieren). Durch die nicht versiegende Wasserzufuhr ist auch der zweite Eimer bald so voll, dass sich sein Inhalt wiederum in den nächstunteren ergießt usw. Variante: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und nutzen Sie den Inhalt des unteren Eimers, um den höchsten immer wieder neu mit Wasser zu versorgen – eine sportliche Aufgabe, da Sie hierfür kontinuierlich zwischen Anfang und Ende der Eimerreihe hin- und herpendeln müssen. Die Kinder werden das Prinzip sicher bald verstehen und es Ihnen nachmachen wollen. Der auf diese Weise entstehende Wasserkreislauf ist für die Mädchen und Jungen ein faszinierendes Erlebnis, das sie noch dazu in Bewegung bringt!  

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