Ein mathematisches Spiel- und Erkundungsmaterial für Kleinkinder?!Blumen & Blüten

Bei einem Frühlingsspaziergang erkunden Kleinkinder am Wegesrand und auf Wiesen allerlei Blumen, Gräser und Sträucher. Dabei machen sie nicht nur sinnliche Erfahrungen, sondern auch erste Schritte ins Land der Mathematik.

Blumen & Blüten
© Harald Neumann, Freiburg

Das natürliche Durcheinander einer Blumenwiese bietet zahlreiche Gelegenheiten, die verschiedenen Pflanzen zueinander in Beziehung zu setzen. In der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Merkmalen der Gewächse schulen sich die Kinder in mathematischen Vorläuferfähigkeiten. Sie ordnen und sortieren, erkennen und legen Muster oder Reihen, messen und wiegen.
Im Dialog mit den Kindern können Sie während eines Spaziergangs Mengenbegriffe einführen. „Auf der Wiese gibt es ganz viele Gänseblümchen und viel Rotklee, aber nur wenige Glockenblumen.“ Schließen Sie auch erste Zählerfahrungen ein: „Wie viele Blätter hat der Klee? Ein Gänseblümchen hat so viele Blütenblätter, dass man sie nicht so leicht zählen kann. Manche Gräser wachsen ganz hoch, andere sind viel kürzer.“ Lassen Sie die Kinder einige Blumen und Gräser pflücken und in die Kita mitnehmen (in Maßen, s. Kasten). Zurück in der Gruppe können Sie die Pflanzen gemeinsam nach verschiedenen Merkmalen sortieren und klassifizieren: Farben, Größen, Mengen, Formen von Blütenblättern usw. Es ist förderlich, die gemeinsamen Aktivitäten sprachlich intensiv zu begleiten. Das hilft den Kindern, sich auch abstrakteren Begriffen zu nähern. „Das Gänseblümchen ist klein. Die weißen Blütenblätter sind lang und schmal. Die Sonnenblume ist viel größer, gelb und kreisrund. Der Klatschmohn hat knallrote Blütenblätter – wie viele sind es?“

Bunte Blumenpracht

Benötigte Materialien:

  • Blumen und Blüten in mehreren Farben
  • farblich abgestimmte Stofftücher
  • bunte Plastikbecher

So wird’s gemacht:

Anhand des Merkmals Farbe gelingt es Kindern bereits früh, verschiedene Blumen und Blütenarten zu unterscheiden. Bieten Sie den Kindern die Gelegenheit, diese auf farblich abgestimmten Stofftüchern oder in bunte Plastikbecher zu sortieren. Die farblich gruppierten Blüten können weiterverwendet werden, um Muster oder Bilder zu legen – oder, je nach Interesse, daran zu riechen, sie zu erforschen …

Blumenmuster und -bilder

Regelmäßige Formen und Muster wecken das Interesse von Kleinkindern, denn sie empfinden, wie viele Menschen verschiedenster Kulturen, Symmetrien als schön und genießen die Wiederholung. Viele Kleinkinder lieben es deshalb, Dinge aneinanderzureihen. Beim Legen einer Blumenschlange entdecken sie Regelmäßigkeiten und erkennen erste Zusammenhänge. Für Blumenschlangen können entweder gleiche Blüten aneinandergereiht oder auch sich in Form, Farbe und Größe unterscheidende Blätter mehr oder weniger regelmäßig abgewechselt werden. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Aus Freude am Sprechen zählen schon Zweijährige beim Aneinanderreihen von Blüten mit Begeisterung mit, auch wenn sie die Bedeutung der Zahlenreihe noch nicht erfassen oder einzelne Zahlen auslassen. Der Gedanke der Reihe fasziniert sie und es gefällt ihnen, ihr eigenes Handeln durch Sprache zu begleiten. Unterstützen Sie die Kinder, indem Sie mitzählen, oder indem Sie die Reihenbildung sprachlich begleiten: „Ah, du machst jetzt eine Reihe aus roten und weißen Blumen.“

Variante: Ausgehend von den Blumenschlangen können auch Muster oder Bilder aus Blumen entstehen. Machen Sie die Kinder dabei durch sprachliche Impulse auf ähnliche Farben und unterschiedliche Formen aufmerksam, wie etwa „Schaut mal, da ist ja noch eine gelbe Blüte“ oder „Das sind aber runde Blätter.“

Wiegen Pflanzen viel?

Gräser, Blumen und Blüten bieten vielfältige Möglichkeiten zum Vergleichen, Messen und Wiegen. Am einfachsten ist es, zwei Pflanzen oder Blüten zu vergleichen, wenn man sie direkt nebeneinanderlegt. Welcher Stängel ist länger? Welches Blütenblatt ist größer? Gegen Ende des zweiten Lebensjahres ist die Größe für Kleinkinder bereits ein eindeutiges Kriterium, anhand dessen sie Blumen unterscheiden können: z. B. Gänseblümchen von Margeriten. Um den Kindern das geringe Gewicht der zarten empfindlichen Blüten und feinen Stängel zu veranschaulichen, bietet sich eine selbst gebaute Waage an. So lernen die Älteren schon den Umgang mit einem wichtigen Messinstrument kennen.

Benötigte Materialien:

  • ein Kleiderbügel
  • Schnur
  • zwei Plastikeimer

Klebeband unterscheidende Blätter mehr oder weniger regelmäßig abgewechselt werden. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Aus Freude am Sprechen zählen schon Zweijährige beim Aneinanderreihen von Blüten mit Begeisterung mit, auch wenn sie die Bedeutung der Zahlenreihe noch nicht erfassen oder einzelne Zahlen auslassen. Der Gedanke der Reihe fasziniert sie und es gefällt ihnen, ihr eigenes Handeln durch Sprache zu begleiten. Unterstützen Sie die Kinder, indem Sie mitzählen, oder indem Sie die Reihenbildung sprachlich begleiten: „Ah, du machst jetzt eine Reihe aus roten und weißen Blumen.“ Variante: Ausgehend von den Blumenschlangen können auch Muster oder Bilder aus Blumen entstehen. Machen Sie die Kinder dabei durch sprachliche Impulse auf ähnliche Farben und unterschiedliche Formen aufmerksam, wie etwa „Schaut mal, da ist ja noch eine gelbe Blüte“ oder „Das sind aber runde Blätter.“

Wiegen Pflanzen viel?

Gräser, Blumen und Blüten bieten vielfältige Möglichkeiten zum Vergleichen, Messen und Wiegen. Am einfachsten ist es, zwei Pflanzen oder Blüten zu vergleichen, wenn man sie So wird’s gemacht: Zwei Eimer mit jeweils gleich langer Schnur an einem Kleiderbügel anbinden. Den Bügel an einem Haken so befestigen, dass er stabil hängt. Legen Sie nun gemeinsam die gesammelten Gräser und Blüten in einen Eimer (das kann eine große Menge sein), in den anderen hingegen einen einzigen größeren Stein: Die Waage zeigt deutlich an, dass der Stein schwerer als die gesammelten Schätze ist. Das Ergebnis lädt sicherlich dazu ein, weitere Gegenstände aus dem Kita-Fundus zu wiegen – und das nicht nur mit Pflanzen als Gegengewicht. 

Das Montags-Blumenpflücken-Ritual

Blumen zu pflücken und spielerisch zu erkunden, hat für Jungen und Mädchen einen hohen Erlebniswert und verschafft positive Naturerfahrungen. Aber auch wenn das Pflücken und Sammeln den Kindern große Freude bereitet, ist ein bewusster und achtsamer Umgang mit der Natur wichtig. Pflanzen jeder Art sollten niemals achtlos und ohne Verwendungszweck abgerissen werden. Andererseits sollte auf das Pflücken nicht ganz verzichtet werden. Schließlich entwickeln Kleinkinder in der aktiven Auseinandersetzung mit der Natur ein Verständnis für natürliche Zusammenhänge, wie z. B. das Blühen und Verwelken von Pflanzen. Doch wie kann man Kleinkindern vermitteln, dass Pflücken an sich in Ordnung ist, aber nur in Maßen? Eine Möglichkeit ist z. B., das gemeinsame Blumenpflücken auf einen Wochentag zu begrenzen. Nichts darf „einfach so“ abgerissen werden. So bleiben die Pflanzen, besonders auf den wenigen Grünflächen des städtischen Umfelds, als Teil der natürlichen Nahrungskette für Insekten erhalten. Indem Sie die mitgebrachten Blüten als Tischschmuck den Rest der Woche weiternutzen, folgen Sie nicht nur dem Gedanken der Nachhaltigkeit, sondern fördern auch das Erinnerungsvermögen der Kinder und kommen über die Erlebnisse beim Pflücken, Sortieren und Spielen erneut ins Gespräch (memory talk).  

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