Fühlspiele für Kinder unter 3

Kinder erschließen sich ihre Umwelt ganzheitlich, so auch über ihren Tastsinn, mit dem sie u. a. Strukturen und Formen wahrnehmen. Folgenden Ideen fordern Hände, Füße und manchmal sogar den ganzen Körper heraus, genau nachzufühlen …

Fühlspiele mit Kleinstkindern
© REHvolution.de - photocase

Barfußgang

Die Füße vermitteln intensive taktile Reize. Im Frühling wird es Zeit, sich daran zu erinnern, denn wenn es draußen wärmer wird, eröffnet sich die Möglichkeit für die Kinder, die Welt auch mit den Füßen zu ertasten und zu erfühlen.

Benötigte Materialien:

  • Wiese
  • Kies- und Sandwege
  • Matschlöcher
  • Wasserpfützen
  • Mulchwege
  • Bordsteine und Asphalt
  • Handtücher (für unterwegs)
  • Federn
  • Grashalme

So wird’s gemacht:

Die Möglichkeit, im Frühling und Sommer ohne Schuhe und Strümpfe gehen zu können, bietet Kindern und Erzieherinnen Spiel- und Erfahrungsraum für tausend und mehr Erfahrungen. Aufwendig gestaltete Fühl- und Taststraßen sind nicht nötig. Barfuß oder in Strümpfen begehen die Kinder das Gelände rund um die Einrichtung, oder sie erkunden auf Spaziergängen die natürliche oder bearbeitete Erdoberfläche mit ihren Füßen. Wo hat der Boden welche Beschaffenheit? Hier ist er weich, an anderer Stelle ist er hart. Manchmal ist der Boden eben, manchmal finden die Füße nicht auf einer festen Fläche Halt. Da gibt es kieselige, kitzelige und stachelige Untergründe, aber auch matschige, moddrige und samtige.

Die Kinder erleben, in welchem Bereich welcher Boden vorzufinden ist. Sie entdecken erste Kausalzusammenhänge — so fühlt es sich an, wenn der Boden nass ist, wenn er trocken ist, spürt man an derselben Stelle etwas ganz anderes.

Bei all diesen Barfußaktionen haben die Erzieherinnen Vorbildfunktion und gehen barfüßig voran ...

aus: Sibylle Fischer / Barbara Mößner, Kleinstkinder entdecken Frühling und Sommer

Kastanien-Fühl-Bad

Benötigte Materialien:

  • viele Kastanien
  • große Kartons bzw. Wannen (oder Planschbecken zum Aufpusten)
  • evtl. Becher, Kellen, Löffel

Für die Variation:

  • Gefäße mit Wasser
  • kleine Siebe oder Schöpfkellen

So wird’s gemacht:

Sammeln Sie mit den Kindern Kastanien und geben Sie die Früchte in einen großen Pappkarton, eine Wanne oder ein leeres Planschbecken. Wer möchte einmal darin „baden“? Dazu am besten bis auf die Windel ausziehen und nichts wie hinein! Später gibt es Becher, Kellen und Löffel. Damit lassen sich Kastanien in Gefäße ein- und umfüllen.

Variation: Lauwarmes Wasser in Waschbecken, Wasch-Rinnen oder Schüsseln füllen und Kastanien hineingeben. Schwimmen Kastanien eigentlich? Wer möchte mit kleinen Sieben die Kastanien heraus fischen und dann vielleicht erneut in das Wasser purzeln lassen?

Der Herbst ist da: Jetzt färben sich Blätter in leuchtenden Farben, so als sei ein Maler am Werke gewesen. Fallendes Laub regt zu Spielen an. Eicheln, Kastanien und andere Herbstfrüchte fordern die Sammelleidenschaft heraus und geben der Fantasie Flügel.

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Schlauzwerge klecksen, kneten, matschen

Versteckspiele zu Ostern: Fühl-Verstecke

Benötigte Materialien:

  • mittelgroßer Pappkarton
  • Eierstiege
  • Schere
  • runde Gegenstände wie Plastik-Überraschungsei, Tischtennisball, Tannenzapfen, Steine etc.
  • hart gekochtes Hühnerei

So wird`s gemacht:

Ein Ei ist keine Kugel. Das sehen die Kinder, aber können Sie es auch ertasten? Dies finden etwas ältere Kleinkinder am „Eier-Such-Automaten“ heraus, der ihren Tastsinn und das räumliche Denken fördert.

Schneiden Sie in die Oberseite des Kartons ein Greifloch. Dieses sollte so groß sein, dass die Kinder mit ihrem Arm hindurchpassen und mit der Hand in jeden Winkel der Kiste gelangen (mit einem Tuch evtl. die Sicht in den Karton versperren). Auf den Boden des Kartons legen Sie eine Eierstiege. In die meisten Vertiefungen füllen Sie Gegenstände, deren Form einem Ei ähnelt - tatsächlich befindet sich aber nur ein einziges echtes Hühnerei in der Kiste.

Lassen Sie die Kinder in den „Automaten“ greifen. Können Sie den Unterschied zwischen Schokoei, Hühnerei und steinernem Stopfei erfühlen? Wer das einzig echte Ei findet, darf es aufessen, in die Stiege wird dann ein neues gelegt und das nächste Kind ist an der Reihe. „Fehlgriffe“, also mit Eiern verwechselte Bälle, Steine etc., werden wieder zurückgelegt.

aus: Kleinstkinder in Kita und Tagespflege 02/2017

Tastsäckchen und Watteschaf

Alter/Entwicklungsstand: ab 2,5 Jahre

Mitspieler: 1-4 Kinder

Ort/Raum:Gruppenraum

Benötigte Materialien:

  • Watte und/oder Märchenwolle
  • alte Socken
  • Pappteller/Zeitung, evtl. Pappe
  • Bleistift, Schere, Tapetenkleister

So wird’s gemacht:

Formen Sie aus der Watte bzw. Märchenwolle Kugeln. Pusten Sie die Kugeln über einen Tisch. Machen Sie Wind mit einem Pappteller oder einer Zeitung. Beobachten Sie mit den Kindern, wie der „Wind“ die Watte aufwirbelt.

Berühren Sie Arme und Beine der Kinder mit Watte. Wer lässt sich im Gesicht kitzeln?

Wer legt sich flach auf den Boden und lässt sich mit vielen Wattekugeln bedecken?

Wir füllen alte Socken mit Wolle oder Watte, knoten sie zu und geben sie den Kindern als Tast- oder Wurfsäckchen.

Variation (ab 2,5 bzw. 3 Jahre): Schneiden Sie aus Pappe die Grundform eines Teddybären oder eines Schafes aus. Auch die Form einer Wolke bietet sich an. Die Kinder streichen die Pappe mit Kleister ein. Anschließend werden die Hände sauber abgewischt oder gewaschen. Dann zupfen die Kinder Watte/Wolle zu Fetzen und drücken sie auf die Pappform. So bekommen Bären und Schafe ein weiches Fell.

Tipp: Tiere bzw. Wolke nach dem Trocknen umdrehen und auch die Rückseite bekleben. Dann an einem Faden im Krippenbereich unter die Decke hängen.

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Kleinkinder in ihrer Kreativität fördern

Das Tast-Haus

Alter/Entwicklungsstand: ab 1,5 Jahre

Mitspieler: 1 Kind

Raum/Ort: Gruppenraum (Krippenbereich)

Benötigte Materialien:

  • 1 Stück Pappe oder Sperrholz (ca. 1m x 1m)
  • ·verschiedene Materialien (z.B. Wellpappe, Schmirgelpapier, Moosgummi, Samt, Fell, Leder …)
  • Schere, Alleskleber, Hammer, Nägel/Schrauben

So wird’s gemacht:

Schneiden Sie ein Rechteck bzw. Quadrat aus einem Material aus (z.B. Wellpappe). Anschließend schneiden Sie ein Dreieck aus einem anderen Material (z.B. Stoff). Das Dreieck sollte so groß sein, dass es als Dach auf das Rechteck/Quadrat passt. Nun schneiden Sie eine Tür und ein paar Fenster aus unterschiedlichen Materialien aus (z. B. aus Schmirgelpapier, Moosgummi …).

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Wahrnehmungsförderung für Kleinkinder

Fußfühlboxen

Die Impulse, die ein Kind von außen erhält, sind ausschlaggebend für den Ablauf und den Erfolg seiner Lern- und Verarbeitungsprozesse. Diese Kästen laden die Füße zum Fühlen ein.

Benötigte Materialien:

  • eine große Menge Gips
  • Pappkisten oder Tomatenkisten
  • Folie
  • viele unterschiedlich große Bälle (z.B. Tennisbälle, Bälle aus dem Ballbecken, Tischtennisbälle)

So wird’s gemacht:

Die Kisten werden mit Folie ausgelegt und mit Gips gefüllt. Diese muss antrocknen. Dann drückt man die Bälle so tief in den Gips, dass sie zur Hälfte aus dem Gips herausschauen.

Die Kinder laufen barfuß in den einzelnen Ballkästen, die jeweils mit einer Sorte Bälle ausgelegt sind.

aus: Ingrid Biermann, Spielen mit Krippenkindern. Kreative Impulse für den Alltag

Kordeln, Bänder, Reißverschlüsse …

Alter/Entwicklungsstand: ab 1,5 Jahre

Mitspieler: 1-3 Kinder

Ort/Raum: Gruppenraum

Benötigte Materialien:

  • Leinen- oder Baumwollstoff
  • Wandhaken
  • ·nach Wahl: alte Reißverschlüsse, Gardinenringe, Kordeln, Wollreste, Pelz, dicke Knöpfe, dicke Kette, Glöckchen, Bommel, Schnallen u. Ä.

So wird’s gemacht:

Befestigen Sie ein Stück Leinen- oder Baumwollstoff mit Haken an einer Wand im Gruppenraum (in Kinderhöhe). Nähen Sie alte Reißverschlüsse, Gardinenringe, Kordeln, aus Wolle geflochtene Zöpfe mit festen Nadelstichen an dem Stoff fest. Auch ein Stück Pelz, eine dicke Kette, Glöckchen, Bommel, Schnallen können Sie dort festheften.

Wichtig: Platzieren Sie den Wandbehang so, dass er von den Krippenkindern zum Tasten und Ausprobieren (z.B. Reißverschluss rauf und runter ziehen) genutzt werden kann. Achten Sie darauf, dass die Gegenstände nicht verletzungsgefährlich sind!

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Kleinkinder in ihrer Kreativität fördern

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