Religiöse Bildung im Kindergarten

Von religiöser Bildung profitieren nicht nur Kitas in kirchlicher Trägerschaft. Denn sie knüpft an existenzielle Fragen der Kinder an, lehrt Toleranz und stärkt außerdem die Gemeinschaft.

Religion im Kindergarten
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Wieso, weshalb, warum? – Religion steckt überall

Religiöse Feste wie Ostern, St. Martin oder Weihnachten prägen besonders in Kitas mit evangelischem oder katholischem Träger den Kita-Alltag. Doch die Bedeutung von Religion geht über den Laternenumzug oder das Krippenspiel hinaus – auch für Kinder. So enthalten viele Fragen, die Kinder früher oder später stellen, eine religiöse Dimension:

  • Wer hat die ganzen Sterne und den Mond gemacht?
  • Wieso bin ich, wie ich bin?
  • Warum muss ich auf die Kleineren Rücksicht nehmen?
  • Warum ist meine Uroma nicht mehr da und wo ist sie hingegangen?

Religiöse Bildung kann diese Fragen aufgreifen und ihnen auf den Grund gehen. Dabei geht es keineswegs darum, eine verbindliche Antwort vorzugeben oder festzulegen, wie richtiger und falscher Glaube aussieht. Stattdessen sollten Kinder auf eine bunt schillernde Reise mitgenommen werden, um selbst Antworten zu finden, die sich richtig anfühlen. Wie kann diese Reise aussehen?

Religion schreibt spannende Geschichten

Mit erhobenem Zeigefinger oder abstrakten Glaubenssätzen Religion kindgerecht zu vermitteln, ist ziemlich schwierig und außerdem furchtbar langweilig. Vielmehr zeigt schon die Bibel mit ihrer starken Symbolik und den bilderreichen Geschichten, wie spannend von Gott und der Beziehung zu ihm erzählt werden kann. Dass Jona von einem Wal verschluckt wird, Jesus auf wundersame Weise Brot vermehrt oder Noah eine Arche für alle Tiere baut, sind nur drei der unzähligen biblischen Geschichten, die sich zum Mitfiebern, Malen, Nacherzählen oder Nachspielen eignen.

Toleranz lehren durch interreligiöse Bildung

Den Kindern Offenheit und Toleranz gegenüber allen Glaubensrichtungen zu vermitteln, ist ein wichtiger Aspekt religiöser Bildung. Warum das gar nicht so schwierig ist? Alle Religionen vereint mehr, als sie trennt. Im Mittelpunkt jeder Religion steht der Glaube, dass etwas Größeres existiert als wir selbst. Daraus folgen Werte wie Demut und Nächstenliebe sowie die Achtung vor dem Leben. Deshalb erstaunt es wenig, dass sich beispielsweise viele Muslime in Deutschland bewusst für Kitas mit evangelischem oder katholischem Träger entscheiden.

Folgende Fragen dienen als Ausgangspunkt für interreligiöse Projekte und knüpfen an den jeweiligen Glauben der Kinder und ihrer Familien an:

  • Was haben das Christentum, der Islam und das Judentum gemeinsam? Welche Personen aus der Bibel gibt es auch im Islam und im Judentum?
  • Wer war Mohammed? Wer war Buddha? Wer war Jesus? Was haben sie erlebt?
  • Welche religiösen Feste feiern Muslime und Juden? Was bedeutet Ramadan, was Chanukka?
  • Wie und wo beten Christen, Muslime und Juden?
  • Was bedeutet halal? Was heißt koscher?

Doch nicht nur Toleranz gegenüber Andersgläubigen, auch Toleranz gegenüber Nicht-Gläubigen sollte in jeder Kita gelebt werden. Erzieher(inne)n kommt deshalb die Aufgabe zu, Neugier und Freude an religiösen Impulsen, Bräuchen und Begegnungen zu zeigen. Nie aber, ein Kind überzeugen oder gar überreden zu wollen.

Gemeinschaft erleben

Nicht nur viel Spaß, sondern auch einen pädagogischen Mehrwert bringt religiöse Bildung vor allem dort, wo Vielfalt und Dialog als Gewinn wertgeschätzt und religiöse Traditionen aus aller Welt vorurteilslos erkundet werden. Eine Moschee oder Synagoge zu besuchen, bei einem Gottesdienst der Gemeinde mitzuwirken oder auch zusammen zu beten und kirchliche Lieder zu singen, ermöglicht Kindern einen unmittelbaren Zugang zur Religion und wird außerdem zum echten Gemeinschaftserlebnis.

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