St. Martin: Bräuche und Rituale im Kindergarten

„Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir …“ Schon seit Generationen ziehen Kinder im November mit ihren Laternen durch die Straßen. Nur eine von vielen Traditionen zum Martinstag.

St. Martin Kindergarten
© Dieter Schütz - pixelio.de

Am 11. November, dem Tag, an dem wir traditionell den Martinstag feiern, ist der Tag der Bestattung des St. Martin. Martin (geboren 316/317 im heutigen Ungarn) trat der Überlieferung nach mit ca. 15 Jahren ins römische Heer ein, den Fußstapfen seines Vaters folgend. Als er etwa 17 Jahre alt war, begegnete er einem frierenden Bettler, den alle anderen ignorierten. Martin hatte Mitleid und teilte seinen Umhang mit ihm. In der darauffolgenden Nacht soll ihm Jesus erschienen sein und sich als der Bettler ausgegeben haben. Aufgrund dieses Ereignisses entschied Martin, sich ganz in den Dienst von Gott zu stellen. Mit 40 Jahren konnte er endlich aus dem Heer austreten und wurde später Bischof. Martin ist bekannt für seine Bescheidenheit, Nächstenliebe und Großzügigkeit.

Heute feiern wir den Heiligen St. Martin mit vielen verschiedenen Ritualen.

Martinsumzug

Für Kindergartenkinder ist der Martins- oder Laternenumzug eine große Sache. Sich in der einbrechenden Dunkelheit gemeinsam mit der Familie mit der Laterne in der Hand auf den Weg in den Kindergarten zu machen, ist aufregend. Dort ist meistens nicht nur die eigene Gruppe, sondern der ganze Kindergarten inklusive aller Familien versammelt und zieht dann gemeinsam um die Häuser. Zum Abschluss wartet auf die Familien und Pädagoginnen oft ein warmer Punsch und eine Kleinigkeit zu essen.

Woher diese Tradition kommt, ist nicht ganz geklärt. Möglicherweise hat sie ihren Ursprung darin, dass viele Menschen zum Grab des Heiligen Martin mit Lichtern und Laternen kamen. Eine andere Erklärung besagt, dass diese Tradition erst im 18. Jahrhundert entstanden ist. Da die großen Martinsfeuer in den Dörfern zu oft Brände verursachten, ging man stattdessen dazu über, kleine Feuer in Lampions umherzutragen.

Wichtig ist, den Martinsumzug altersgemäß zu gestalten. Für Krippenkinder reicht schon ein kleiner Lauf durch den Garten der Einrichtung. Das Tragen der Laterne, die vielen Menschen und das bewusste Wahrnehmen von Licht und Dunkelheit bietet für junge Kinder genügend Aufregung.

Die älteren Kinder sind da schon mutiger und aufnahmefähiger. Da darf der Laternenumzug gerne etwas länger sein und die Auswahl der Lieder etwas größer.

Probieren Sie doch auch bei solchen alten Traditionen immer wieder mal etwas Neues aus. Wie wäre es, wenn der Laternenumzug beim nächsten Mal nicht rund um den Kindergarten, sondern im nächsten Wald oder Park stattfindet? Der Kontrast von Licht und Dunkelheit ist dort noch deutlicher spürbar und an der Hand von Mama oder Papa trauen sich bestimmt auch die Jüngeren mitzulaufen. Oder wenn die Vorschulkinder einmal Laternen mit Kerzen tragen dürfen und so zeigen können, dass sie mit dieser Verantwortung schon umgehen können? Oder üben Sie doch im Vorfeld mit den Kindern ein neues Lied, in das die Eltern beim Umzug dann mit einstimmen können.

Viele Kindergärten begehen heute eher den Laternen- als den Martinsumzug und verzichten ganz auf die Geschichte des Heiligen Martin. Die einen tun das, um muslimische und anders gläubige Familien nicht auszuschließen. Andere begründen diese Entscheidung damit, dass sich Kindergartenkinder noch nicht in diesem Ausmaß in eine andere Person hineinfühlen und teilen können, wie das in der Geschichte von Martin beschrieben ist. Diese Kindergärten machen meistens das Wahrnehmen von Licht und Dunkelheit und den eigenen Mut, im Dunkeln draußen unterwegs zu sein, zum Thema des Festes.

Martinsgans

Eher bei Erwachsenen beliebt und in Kindergärten weniger üblicher ist der Brauch der Martinsgans, die wir am 11. November und in den Tagen drum herum gerne verspeisen. Man vermutet, dass der Beginn der Fastenzeit, die es damals vor Weihnachten gab, die Gelegenheit war, sich noch einmal mit einer dick gestopften Gans so richtig den Bauch vollzuschlagen. Andere behaupten, dass die Gänse bis heute ihr Leben lassen müssen, weil sie Martin verraten haben, als er sich einmal bei ihnen versteckte. Er wollte nicht zum Bischof werden und suchte im Gänsestall Unterschlupf, damit ihn niemand finden konnte. Seine Fans wurden dann angeblich auf ihn aufmerksam, weil die Gänse so laut schnatterten.

Weitere Bräuche

Darüber hinaus gibt es viele weitere Traditionen, die meist nur regional begangen werden, z.B. das Martinslaufen (in Bremen), Martinssingen (im Bergischen Land oder im Rheinland) oder Martinsfeuer.

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