HeiligenfesteWort-Gottes-Feiern und Gestaltungselemente

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Feste soll man feiern wie sie fallen– eine lebensfrohe Weisheit, die auf viele Heiligenfeste heute leider nicht mehr angewendet wird, sofern diese nicht auf einen Sonntag fallen oder es sich um rühmliche Ausnahmen handelt, die es im Laufe der europäischen Kulturgeschichte geschafft haben, sich einen festen Platz in unserer Gesellschaft zu sichern. Dabei können uns die Vorfahren im Glauben vielfältige Inspiration und Anregungen für das eigene Leben mitgeben– selbst wenn ihre Biografien von Ereignissen geprägt waren, die unserer heutigen Welt fremd und längst vergangen erscheinen. Vielleicht sind es gerade deshalb oft auch die kleinen und ganz alltäglichen Geschichten, die als Legenden die Jahrhunderte oder gar Jahrtausende überdauerten und uns bis heute die großen Heiligen als ganz vertraut erscheinende Zeitgenossen vorstellen.

Da gibt es den gestandenen Soldaten Martin, der sich im Gänsestall versteckt, weil er nicht zum Bischof berufen werden will. Der heilige Blasius hat sich weniger durch seine Glaubensstärke bis hin zum Martyrium in unserem Gedächtnis gehalten als durch seinen beherzten Erste-Hilfe-Einsatz bei einem kleinen Jungen, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Selbst die biblischen Heiligen werden in unseren Heiligen Schriften bisweilen sympathisch menschlich dargestellt: Petrus, der keinen Fettnapf auslässt; Jakobus, der als übereifriger Hitzkopf beschrieben wird– und nicht zuletzt der Apostel Paulus, der am Fest des heiligen Stephanus einen ausgesprochen unrühmlichen Auftritt hat: als Christenverfolger, der mit Genugtuung der Steinigung des Heiligen beiwohnt.

Es ist bis heute die zentrale Botschaft aller Heiligenfeste: Gott ist nicht Mensch geworden, damit wir von nun an alle göttlich zu sein haben. Er hat sich in unsere Unvollkommenheit begeben, um diese zu heiligen. Keiner dieser großen Männer, keine dieser herausragenden Frauen unseres Heiligenkalenders war vollkommen. Alle hatten sie eine ordentliche Portion menschlicher Schwächen aufzuweisen. Und dennoch glauben wir, dass sie ein heiliges Leben geführt haben– so heilig, dass sie heute zur Rechten Gottes sitzen. Mehr geht nicht– und in der Tat: Wenig war es auch nicht, was sie zu bieten hatten. Dennoch: Sie taugen als Vorbilder, auch für unseren kleinen Alltag. Es waren eben nicht nur die großen Taten, sondern gerade auch die Menschlichkeiten, die sie als Personen in Erinnerung halten, die das Bestmögliche aus einem Leben in der Nachfolge Christi gemacht haben.

Dieses Sonderheft der Ideenwerkstatt Gottesdienste widmet sich einer kleinen und gänzlich unvollkommenen Auswahl von bekannten Heiligen, deren Festtage man feiern sollte– egal wie sie fallen!

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