Diakonia 3/2019

Heft 3/2019Religionsfreiheit

Inhalt
1. Auflage 2019
Bestellnummer: Z060028
Erscheinungstermin PDF: 2019
Bestellnummer PDF: D100395

In Deutschland erscheint es uns zunächst einmal selbstverständlich, dass Menschen ihre Religionszugehörigkeit frei wählen und die Praktiken ihrer Religionsgemeinschaft frei ausüben dürfen. Dieses Menschenrecht ist im Grundgesetz verankert und garantiert tatsächlich weitgehende Religionsfreiheit. Diese wird in der Praxis aber auch nicht absolut gesetzt. Gesellschaftliche Auseinandersetzungen um das Kruzifix in öffentlichen Gebäuden, um die Praxis der Beschneidung, das Tragen von Kopftüchern etc. zeigen, dass Fragen der Religionsfreiheit immer wieder neu diskutiert und im Kontext anderer Menschenrechte ausbalanciert werden müssen. Vermutlich ist es gerade der gesellschaftlich praktizierte Diskurs zu möglichen Einschränkungen der Religionsfreiheit, der wesentlich zur Gewährung der Religionsfreiheit in einem Staat beiträgt.

Wenn heute Fragen der Religionsfreiheit diskutiert werden, so wird mit Blick auf den völkerrechtlich verbindlichen Rahmen auf Artikel 18 des internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (iPbpR) verwiesen, dem inzwischen 168 Staaten durch Ratifikation, Akzession oder Sukzession beigetreten sind. Das Recht aller Menschen auf Religionsfreiheit ist völkerrechtlich ebenfalls als klassischer Teil der menschenrechtlichen Verbürgungen in Artikel 18 der im Jahr 1948 von den Vereinten Nationen ratifizierten allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verbrieft. auch hat die katholische Kirche mit dem Zweiten Vatikanum und der Veröffentlichung der Erklärung »Dignitatis humanae« auf die Bedeutung der Religionsfreiheit für Christen und Nichtchristen verwiesen – was angesichts vorheriger kirchlicher Verlautbarungen als »eine kopernikanische Wende« mit Blick auf das kirchliche Verständnis von Religionsfreiheit bezeichnet werden kann.

Trotz dieses breiten verbalen Bekenntnisses zur Religionsfreiheit gilt das Recht auf freie Religionsausübung weltweit als ein gefährdetes Menschenrecht. Das Schwerpunktthema dieser Diakoniaausgabe geht auf Fragen der Religionsfreiheit weltweit ein und beleuchtet die Situation in Regionen, in denen das Recht auf freie Religionsausübung in besonderer Weise eingeschränkt wird. Darüber hinaus kommen Autoren aus dem kirchlichen, akademischen und politischen Bereich zu Wort, die sich für Religionsfreiheit weltweit einsetzen.

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  • Plus S. 213-215

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