Gott als Ursache von depressivem Verhalten und zugleich letzte HoffnungHeilung von Depressionen in der Bibel?

In der Bibel wird nie die Diagnose „Depression“ gestellt. Ob unter den Kranken, die Jesus aus Mitleid oder wegen ihres Vertrauens in seine Vollmacht geheilt hat, Depressive waren, wissen wir nicht. Im Alten Testament werden von manchen Menschen jedoch Verhaltensweisen geschildert, die an depressive Phasen oder eine entsprechende Veranlagung denken lassen können. Hilfe suchen solche Menschen nicht bei Ärzten, sondern erwarten sie von Gott, obwohl sie ihre Erkrankung zugleich auf ihn zurückführen. Heilung bleibt ungewiss!

Fazit

Spätestens nachdem sich der exklusive Monotheismus im 6. Jahrhundert v. Chr. in Israel durchgesetzt hat, können Erkrankungen und Leiden, somit auch depressive Verstimmungen und Depressionen, nicht auf andere Götter oder Dämonen zurückgeführt werden. Wenn der Leidende eigenes Fehlverhalten ausschließen kann wie Ijob und manche Beter von Psalmen, somit auch der sogenannte „Tun-Ergehen-Zusammenhang“ als Erklärungsursache ausfällt, wird Gott als Verursacher des Leidens angesehen, eventuell direkt angeklagt. Da aber Gott zugleich der Einzige ist, von dem man Rettung aus Todesgefahr und Heilung erhoffen kann, bleibt dem Glaubenden nur, sich immer wieder an ihn zu wenden, auch wenn – anders als bei den Heilungswundern Jesu im Neuen Testament – die Erhörung unserer Bitten nicht garantiert ist.  

Diesen Artikel jetzt lesen!

Im Abo

3 Hefte digital + 3 Hefte 0,00 €
danach 56,65 € für 11 Ausgaben pro Jahr + Digitalzugang
inkl. MwSt., zzgl. 11,00 € Versand (D)

Sie haben ein Digital- oder Kombi-Abonnement? Anmelden