Antike Welt. Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte 2/2024

Über diese Ausgabe

Editorial

Methoden der Archäologie

Titelthema

  • Grabstele, weißer Marmor (H. 66 cm, B. 36 cm). Athen, Archäologisches Nationalmuseum, Inv. G 1993.
    Plus S. 8-13

    Grabstellen – Vasen – SchmuckPuppen in der bildlichen Darstellung

    In der griechischen Welt hat sich eine große Vielfalt an Gelenkpuppen aus Terrakotta, Knochen oder Elfenbein erhalten. Bildliche Überlieferungen der Gliederpuppen sind jedoch sehr selten. Diese befinden sich auf Gegenständen, die einen rituellen Kontext im Zusammenhang mit Hochzeitsfeierlichkeiten und Begräbnissen nahelegen.

  • Böotische Gelenkfigur (H. 30,5 cm), sog. «Glockenidol», hergestellt um 700 v. Chr. Ein attischer Typ mit dem gleichen Gelenksystem wurde in den Werkstätten der Agora hergestellt. Musée du Louvre, Nr. CA 623.
    Plus S. 14-17

    Puppen von der Athener AgoraUnterschiede und Entwicklung ihrer Herstellungsweisen

    Die Gliederpuppen der griechischen Welt bestehen hauptsächlich aus Ton, im Gegensatz zu den römischen Puppen, die auch aus Elfenbein und Knochen gefertigt wurden. Zudem haben sich viele Exemplare aus Stoff oder anderen pflanzlichen Materialien nicht erhalten. Die tönernen Puppen wurden im klassischen griechischen Altertum von Koroplastikern produziert, die neben Tonstatuetten im Allgemeinen zwischen dem 10. und 1. Jh. v. Chr. eine breite Palette an Gelenkfiguren anfertigten.

  • Griechische Terrakotta-Gliederpuppe aus Kyrene, die im Louvre aufbewahrt wird.
    Plus S. 18-22

    «Grabgöttinnen» aus KyrenePuppen für Bestattungen und Rituale

    Kyrene war eine monumentale antike griechische Stadt im heutigen Libyen, die im 8. Jh. v. Chr. gegründet wurde. Bei jüngsten Grabungen kamen Puppen ans Licht, die aus griechischen und römischen Bestattungskontexten sowie Heiligtümern stammen. Es waren bereits Terrakotta-Gliederpuppen aus Kyrene bekannt, die sich jedoch meist ohne Kontext in musealen Sammlungen befinden.

  • Terrakottafiguren sog. dionysischer Tänzer mit gelenkigen Beinen (links Inv. 43942, rechts Inv. 10213). Staatliches Historisches Museum Moskau, Russland.
    Plus S. 23-25

    Gelenkfiguren aus TerrakottaFunde aus dem Bosporanischen Reich

    In einer Vielzahl archäologischer Kontexte finden sich verschiedene Arten von Terrakottafiguren mit Gelenken. Entdeckt wurden solche Figuren weltweit, doch hier beschränken wir uns auf Exemplare, die in den griechischen Städten des nördlichen Schwarzmeerraums vom 2. Jh. v. Chr. bis ins 3. Jh. n. Chr. hergestellt und verwendet wurden.

  • Knochenpuppe aus Thessaloniki, östliche Nekropole (H. 18,6 cm), aus der zweiten Hälfte des 3. Jhs. n. Chr. , Ephorate of Antiquities of Thessaloniki City.
    Plus S. 26-30

    Gliederpuppen der RömerEin spannender Fund aus Thessaloniki

    Eine wertvolle römische Gliederpuppe wurde 2011 in Thessaloniki in einem Grab gefunden, das in die zweite Hälfte des 3. Jhs. n. Chr. datiert werden kann. Die Puppe entspricht exakt jenen der römischen Kaiserzeit. Ihre Entdeckung in einem Grab in Griechenland, wo es bisher keine gesicherten Nachweise ähnlicher Exemplare gab, ist daher von großer Bedeutung.

  • Groteske Gliederpuppe mit Medusendarstellung auf dem Schild, die in Tanagra gefunden wurde und ins 4. Jh. v. Chr. datiert. Archäologischen Nationalmuseum von Athen (Inv. 4755).
    Plus S. 31-32

    Das Lächeln der MedusaGroteske Gliederpuppe mit pädagogischem Zweck

    Die antike Polis Tanagra befand sich nur 5 km von der heutigen gleichnamigen griechischen Gemeinde entfernt und war einst Hauptort von Böotien. Dort wurde eine Gliederpuppe gefunden, die einen Schild mit Medusenhaupt in den Händen hält und einige Rätsel aufgibt. Denn die Identität der Figur ist nicht ohne Weiteres erkennbar.

Museumsinsel Berlin

Themenpanorama

  • Das Oued Khalled von Thugga aus nach Süden blickend.
    Plus S. 39-45

    Die Region ThuggaEine befestigte Landschaft im byzantinischen Nordafrika

    Die Entwicklungen in der Region Thugga während des 6. und 7. Jhs. eröffnen vielversprechende Perspektiven für die Erforschung des spätantiken Nordafrikas. Die byzantinischen Festungen, die bis heute prägend für zahlreiche Regionen und Städte in Algerien, Tunesien und Libyen sind, lassen sich im Kontext eines umfassenden Transformationsprozesses betrachten, der eine Neugestaltung der städtischen und ländlichen Besiedlung darstellte.

  • Typische Landschaft in Zentraloman.
    Plus S. 45-55

    Leben mit dem Verschwinden des WassersWie Menschen in der Bronzezeit mit Umweltveränderungen umgingen

    Die Arabische Halbinsel ist heute überwiegend ein ausgedehntes Wüstengebiet, dessen Bevölkerung seit Jahrtausenden auf unterschiedliche Weise mit heißen und ariden Bedingungen lebt. Ein Verbundprojekt von mehreren deutschen Universitäten untersucht im Sultanat Oman, wie sich die Umweltbedingungen dort in der Vergangenheit gewandelt haben und wie sich die Menschen an die Veränderungen anpassten.

  • Illustration des Thronraums von Pylos. Megaron mit heiligem Feuerplatz im «Palast des Nestor».
    Plus S. 58-63

    Dem frühgriechischen Königtum auf der SpurWelche politischen Verhältnisse herrschten im spätbronzezeitlichen Griechenland?

    Das mykenische Königtum ist in den letzten Jahren kontrovers beurteilt worden. Die verbreitete Ansicht, dass im spätbronzezeitlichen Griechenland mehrere unabhängige Staaten unter der Führung von Monarchen existierten, wurde in Frage gestellt. Während manche Forscher die Vorherrschaft eines mykenischen Großkönigs über weite Teile Griechenlands vermuteten, haben andere Gelehrte grundsätzliche Zweifel an der Existenz einer Monarchie im frühen Hellas gestreut.

  • Team der Iraq Expedition im Hof des Grabungshauses von Tell Asmar (v. l. n. r.): Seton Lloyd, Joan Lloyd, Leslie Grant, Mary Chubb, Rigmor Jacobsen, Rachel Levy, die Hündin Kaskhet, Hal Hill, Henri Frankfort, Thorkild Jacobsen, Pinhas Pierre Delougaz, Ham Harby.
    Plus S. 64-68

    Im Schatten der GroßenMary Chubb

    Der folgende Artikel der Reihe «Im Schatten der Großen» konzentriert sich auf Mary Chubb, welche als Sekretärin wichtige Beiträge zur Grabungsorganisation im frühen 20. Jh. leistete, und hebt ihre Freundschaften während Ausgrabungen in Tell el-Amarna und im Irak hervor. Nach einem Unfall in den 1940er-Jahren arbeitete sie als Autorin und Moderatorin bei der BBC, vergaß jedoch ihre Erlebnisse nie.

  • Gesamtansicht des Pyramidenkomplexes des Sahura in Abusir.
    Plus S. 69-78

    Moderne Pyramidenforschung in AbusirNeu entdeckte Magazine in der Sahura-Pyramide

    Aktuelle Forschungen in der Sahura-Pyramide in Abusir stellen herkömmliche Annahmen zur Pyramidenarchitektur des Alten Reiches in Frage und erlaubten die Überprüfung historischer Untersuchungen von Pionieren wie John Perring und Ludwig Borchardt. Im Rahmen des Abusir-Projektes wurde 2019 eine Unternehmung gestartet, die zu aufsehenerregenden Entdeckungen führte: eine bislang unbekannte Vorhalle und ein Nord-Süd-Gang mit mehreren Magazinen.

  • Die Gruppe der Tyrannenmörder von 477/476 v. Chr. in einer römischen Kopie (Archäologisches Nationalmuseum Neapel, Inv. 6009 und 6010).
    Plus S. 79-83

    Die Freiheit der AltenArchäologische Vermessung eines europäischen Grundbegriffs

    Wie sieht die Freiheit aus? Bis heute sind unsere alltäglichen Debatten darüber, welche Freiheiten wir für uns in Anspruch nehmen und wo wir sie begrenzen wollen, von ganz konkreten Phänomenen und wirkmächtigen Bildern bestimmt. Dieser Zusammenhang lässt sich über die frühe Neuzeit bis an die Anfänge Europas zurückverfolgen – eine archäologische Spurensuche in der griechisch-römischen Antike.

Museen in aller Welt

Bücher & mehr

Ausstellungen

Lieblingsexponat

  • Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Hydria, Inv.-Nr. B 36.
    Plus S. 95-96

    Ein Wasserkrug mit überraschendem Inhalt

    Geschichten aus der Vase erzählt Katarina Horst – Leiterin der Sammlungsabteilung Antike Kulturen im Badischen Landesmuseum Karlsruhe

Autorinnen und Autoren