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Über diese Ausgabe

Editorial

Artikel

  • Plus S. 83-92

    Betroffene von Missbrauch im kirchlichen Sprachgebrauch

    Das immer neue Scheitern in der Kommunikation zwischen Kirche und Betroffenen von Missbrauch liegt auch an einer problematischen Verwendung und Übertragung von theologischen Metaphern. Einerseits ist die Kirche in ihrem Selbstverständnis herausgefordert, wenn sie den Opfern von Macht-missbrauch in der Kirche begegnet – und dieses Selbstverständnis kann nicht völlig auf theologischen Ausdruck verzichten. Doch darin lauert auch die Gefahr neuerlicher Übergriffe. Klaus Mertes, Redakteur dieser Zeitschrift, schlägt deswegen eine theologische Blickwende um 180 Grad vor, die zugleich die Betroffenen vor Vereinnahmung durch theologische Sprache schützt.

  • Plus S. 93-100

    Wer entscheidet über die globale Gesundheit?Von der Balance zwischen Nutzen und Gerechtigkeit

    Jenseits unsinniger Verschwörungstheorien führt der Einfluss von US-Philanhtropie neben positiven Effekten auch zu Verzerrungen bisheriger von der WHO bestimmter globaler Gesundheitsstrategien. „Vertikale“ Ansätze, die sich gezielt „von oben“ einem bestimmten globalen Gesundheitsproblem stellen, harmonieren nicht ohne weiteres mit „horizontalen“ Ansätzen: Prävention, Behandlung häufiger Krankheiten, Ausbau des Gesundheitssystems vor Ort, Beteiligung der Bevölkerung. Die Fördergelder für horizontale Vorhaben stehen in keinem Verhältnis zu den gewaltigen finanziellen Mitteln, mit denen vertikale Programme gefördert werden. Der Autor ist Professor für Global Health im Institut für Hygiene und öffentliche Gesundheit des Bonner Universitätsklinikums.

  • Plus S. 111-120

    Gethsemane und EdenDerek Jarmans Garten und seine religiösen Bedeutungsresonanzen

    Aus Überresten und aus Kostbarem errichtete der Filmregisseur Derek Jarman in den 1980er-Jahren einen Garten zwischen Land und Meer. Der Garten entstand im Bewusstsein des unvermeidlich nahenden Todes des Regisseurs. 2020 wurde der besondere Ort bei Kent durch Spenden gerettet. Knut Wenzel, Professor für Fundamentaltheologie und Dogmatik an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main, verfolgt das Projekt vor dem Hintergrund philosophischer und religiöser Momente: Der Garten als Liturgie.

  • Plus S. 121-132

    Verletzung religiöser GefühleStrafwürdigkeit "blasphemischer" Äußerungen versus Meinungsfreiheit

    Der Anschlag auf „Charlie Hebdo“ vor fünf Jahren und die Enthauptung eines Lehrers bei Paris im Oktober 2020 sind erschütternde Beispiele für einen anhaltenden Konflikt: Blasphemische Äußerungen und Karikaturen können die religiösen Gefühle von Gläubigen verletzen, indem sie sich respektlos über das lustig machen, was anderen Menschen heilig ist. Wer hier jedoch allzu schnell nach staatlichem Eingreifen ruft, verliert das Recht auf Meinungsfreiheit aus dem Blick. Josef Schuster SJ, emeritierter Moraltheologe in Frankfurt am Main, Sankt Georgen, klärt Begriffe wie „religiöse Gefühle“ und „Meinungsfreiheit“ auch aus juristischer Perspektive und vermittelt zwischen ihnen.

  • Plus S. 135-143

    Werte und FührungIn verbindender Entfernung?

    Eine neue Befragung von Führungskräften zeigt, dass sich zunehmend ein Bewusstsein über Werte in der Welt des Managements und Leaderships herausbildet, auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Judith Klaiber präsentiert die Studie und interpretiert die Daten insbesondere im Kontext des Menschenbildes, das in verschiedenen Unternehmens- und Einrichtungsbereichen vorherrscht. Die Autorin ist studierte Historikerin und Theologin. 2018 promovierte sie zum Thema der Wertebildung in Führung in Wien, wo sie derzeit als Research Fellow tätig ist.

  • Gratis S. 145-153

    Aus Liebe zur Kirche und in Sorge um sie25 Jahre "Wir sind Kirche"

    Das im Jahr 1995 in Österreich gestartete Kirchenvolks-Begehren „Wir sind Kirche“ hat sich – anders als viele andere Unterschriftensammlungen – zu einer weltweiten innerkirchlichen Reformbewegung entwickelt. Die damals noch abgelehnten Forderungen werden mittlerweile von vielen auch in der Kirchenleitung mitgetragen und stehen auf der Agenda des Synodalen Weges in Deutschland. Martha Heizer (Österreich) und Christian Weisner (Deutschland) beschreiben den Transformationsprozess der vergangenen 25 Jahre aus der Innensicht.

Rezensionen

Autoren/-innen