Sprachspiele für Kinder unter 3

Krippen- oder Tageskinder befinden sich am Beginn ihrer sprachlichen Entwicklung. Unterstützen Sie die Kinder beim Sprechenlernen, indem Sie mit ihnen Verse sprechen, diese mit Bewegungen und Gesten verbinden, kindliche Handlungen im Alltag sprachlich begleiten oder gemeinsam singen.

Sprachspiele mit Kleinstkindern
© Kristin Gründler - Fotolia.com

Die Gefühlsturnstunde

  • Räumliche Umgebung: großer Raum
  • Hinweis: Diese Aktivität kann gut in der Gruppe stattfinden.
  • Diese Geschichte vermittelt: Verständnis für Emotionen, Spaß an Bewegung und interaktiven Spielen, Gefühlswortschatzerweiterung

Kursiv: Erzähltext; Regieanweisung in Klammern

Zuerst gehen wir, als ob wir sehr, sehr traurig wären. Unsere Schultern hängen runter. Unser Kopf ist nach unten gerichtet. Wir bewegen uns ganz langsam und gebeugt.
(Trauer darstellen: Da die Begriffe für ein 2 Jahre altes Kind recht schwierig sind, sollte die Bezugsperson das Gefühl sehr gut darstellen und dies dem Kind vormachen.)

Nun hüpfen wir vor Freude. Unser Körper ist aufgerichtet, der Kopf geradeaus.
(Freude darstellen)

Nun rennen wir hin und her, wir sind aufgeregt.
(Aufgeregtes Verhalten darstellen.)

Achtung, nun sind wir sehr vorsichtig und schmeißen auf unserem Weg nichts um.
(Vorsichtiges Verhalten darstellen.)

Nun sind wir wütend. Wir stampfen auf dem Boden und machen schwere, laute Schritte.
(Wut darstellen.)

Jetzt sind wir ängstlich. Wir trippeln. Machen ganz kleine Schritte und blicken auf den Boden.
(Ängstliches Verhalten darstellen.)

Und schließlich legen wir uns wie ganz müde Leute schlafen.
(Müdigkeit darstellen. Auf den Boden legen und sich schlafend stellen.)

aus: Caroline Jaberg, Winzig klein und riesengroß

Schuhe wechseln

So wird’s gemacht:

Das Kind sitzt auf der Garderoben-Bank. Je nach Alter kann es beim Aus- bzw. Anziehen der Schuhe mithelfen und den folgenden Reim (teilweise) mitsprechen.

Hu, hu, hu, das sind schöne Schuh.
(Die Spielleitung „bewundert“ die Schuhe des Kindes.)
Doch die Füße wollen raus,
aus ihrem viel zu engen Haus.
Erst den rechten Schuh ausziehen,
dann den linken …
(Sie zieht dem Kind den rechten und dann den linken Straßenschuh aus.)
Kannst du mit den Füßen winken?
(Füße werden auf- und abbewegt.)
Hast du die Pantoffeln schon gesehn?
Sie müssen gleich dort drüben stehn. (Nach den Hausschuhen Ausschau halten.)
Und schau, Pantoffeln laufen schnell herbei,
zu deinen Füßen eins, zwei, drei.
(Die Hausschuhe nehmen, „herbeilaufen“ lassen.)
Sie rufen: „Füße einsteigen,
(Das Kind steigt in die Hausschuhe.)
Pantoffeln zumachen!“
(Die Schuhe werden geschlossen.)
Und was dann???
Füße laufen ganz geschwind,
laufen schneller als der Wind.
(Möchte das Kind aufstehen und loslaufen?)

Text: Brigitte Wilmes-Mielenhausen

Von A-Z in Wörtern baden

Verbinden Sie alltägliche Handlungen möglichst mit deutlicher Sprache, die Sie vielleicht zusätzlich mit Gesten begleiten (handlungsbegleitetes Sprechen).

Lebensbereiche für Sprach-Anregungen sind z. B. Ankunft/Abschied, An- und Ausziehen, Körperpflege, essen, kuscheln, Haushalt/Garten, Freispiel, Sitzkreis, Bewegungsangebote und Spaziergänge.

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen: Schlauzwerge plappern, fragen, erzählen in der Krippe

Freies Spiel: Telefonieren

Benötigte Materialien:

  • 1-2 ausrangierte Telefone
  • Für die Variation: Pappröhren, Schläuche

So wird’s gemacht:

Überlassen Sie den Kindern ein Telefon zum freien Spiel.

Für Babys gibt es Spieltelefone mit bunten Knöpfen und Klingel. Hier sind zunächst Geräusche und Tasten interessant. Ältere Kinder können ausrangierte Telefone der Erwachsenen benutzen. Oft werden erst die Tasten ausprobiert. Dann wird das nachgespielt, was die Großen tun: hineinsprechen!

Sie können in ein solches Spiel „einsteigen“, indem Sie mit einem zweiten Telefon agieren. „Hallo, hallo, Lena …!“

Mit älteren Kindern können Sie sich richtig unterhalten. So ergeben sich auch Frage-Antwort-Spiele. Regen Sie die Kinder an, sich im Spiel gegenseitig „anzurufen“.

Variation: In Pappröhren und Schläuche kann man hinein rufen. Mit einem langen Schlauch kann man „telefonieren“, indem sich ein Kind den Schlauch ans Ohr hält und das andere hineinspricht.

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen: Schlauzwerge plappern, fragen, erzählen in der Krippe

Sprech- und Spielvers: Die Feuerwehr

So wird’s gemacht:

Die Kinder stellen sich als ein Feuerwehrauto hintereinander auf. Gemeinsam mit der Erzieherin spielen und sprechen sie laut und schnell die erste Strophe. Die Kinder gehen durch den Raum und spielen mit unterschiedlichen Geräuschen und Bewegungen das Löschen eines großen Feuers nach. Nachdem das Feuer gelöscht wurde, stellen sie sich wieder hintereinander als Feuerwehrauto auf und die zweite Strophe wird gemeinsam leise und langsam gesprochen.

Die Feuerwehr, die Feuerwehr,
hör, die fährt ganz laut daher.
Sie fährt ganz schnell, sie fährt ganz schnell,
weil sie das Feuer löschen will.

Die Feuerwehr, die Feuerwehr,
hör, die fährt ganz leis daher.
Sie fährt ganz langsam geradeaus,
sie fährt nun zurück nach Haus.

Variation:

Eine beliebige Musik wird gespielt. Die Kinder bewegen sich einzeln als Feuerwehrautos durch den Raum. Sobald die Musik stoppt, bleiben die Autos stehen. Bei erneutem Beginn dürfen sie weiterfahren.

Erweiterungen:

  • Körperwahrnehmungsspiel Die Kinder gehen jeweils zu zweit zusammen. Ein Kind liegt auf dem Bauch und ein weiteres nimmt ein Spielzeugauto und fährt damit über den Rücken des liegenden Kindes. Währenddessen wird der Vers gesprochen. Anschließend wechseln die Kinder und der Vers wird erneut gesprochen.
  • Spurenspiel: Auf ein langes Blatt Tapetenrolle wird in die Mitte ein Klecks Farbe gesetzt. Die Kinder fahren mit einem Spielzeugauto oder mit ihren Fingern durch die Farbe und machen die Autospuren.
  • Bewegungslandschaft: Nach einem aufregenden und anstrengenden Tag in der Feuerwehr müssen die Feuerwehrautos in einer Waschanlage für den nächsten Einsatz wieder gesäubert und gereinigt werden. Hierzu wird eine Leiter oder zwei Stangen parallel zueinander ca. einen Meter über dem Boden befestigt. An den Stangen oder den einzelnen Sprossen einer Leiter werden unterschiedliche Materialien (z.B. Tücher, Bänder, Krepppapier usw.) befestigt, die ca. 20 cm vor dem Boden enden. Schwämme, Bürsten und Putztücher liegen zum Einsatz bereit. Die Kinder können nach Belieben mit den Feuerwehrautos durch die Waschanlage fahren oder die Autos von Hand putzen.

aus: Ingrid Biermann, Spielen mit Krippenkindern. Kreative Impulse für den Alltag

Als-Ob-Spiele: Einkaufen

Wenn Sie mit den Kindern draußen einen Spaziergang machen, so ergeben sich vielfältige Anlässe für Sprachförderung:

  • Wir betrachten die Auslagen in einem Schaufenster und erzählen dazu
  • Wir bleiben an einem Marktstand stehen, benennen Obst und Gemüse,
  • kaufen vielleicht etwas
  • Oder gehen in den Supermarkt, nennen die Namen einiger Lebensmittel, legen Sie in den Einkaufswagen und dann an der Kasse aufs Band, helfen beim Einpacken (in der Kita wird ausgepackt und vielleicht eine Kleinigkeit selbst gekocht)

Aus diesen Erfahrungen können sich „Als-Ob-Spiele“ entwickeln. In einer Spielecke in der Kita gibt es dafür vielleicht eine alte Kasse, dazu Kisten und Bretter, alte Dosen, Verpackungen, Material zum Ein-und Umfüllen (Kastanien, Nüsse…), Imitationen von Lebensmitteln, Schaufeln, Körbchen, ein Mini-Einkaufswagen.

Hinweis: Kleine Kinder spielen „themen- und raumübergreifend“. So können auch Materialien aus der Küche, Puppenwohnung, Verkleidungskiste usw. einbezogen werden.

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Schlauzwerge plappern, fragen, erzählen in der Krippe

Riesen-Ohren (Mitmachvers)

Wo sind denn meine Ohren?
Ach, da sind sie!
Ich dachte schon, hab´sie verloren.
Jetzt mach´ ich beide Ohren riesengroß,

(Die Kinder fassen mit beiden Händen an ihre Ohren. Dann deuten sie „Riesen-Ohren" an, legen die Hände hinter beide Ohren …, lauschen.)
ich hör´ die Biene summen (ssssss …,)
(Die Erzieherin summt wie eine Biene,)
Ich hör´ den Wind (huuuu huuuu ...,)
(heult wie der Wind,)
ich hör´ den Vogel (piep, piep …),
(piept wie ein Vogel.)
Was hör´ ich noch? Ich bin ganz still!
(…………)
(Dann schweigt sie. Die Kinder lauschen.)
Ja, meine Ohren riesengroß
(Zum Schluss zeigen die Kinder noch einmal ihre "Riesen-Ohren".)
die hören jede Katze,
die hören jede Maus,
die huscht durch unser Haus.
(Dann deuten sie mit den Händen eine schleichende Katze, mit den Fingern eine huschende Maus an.)

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Sprachförderung für Kleinkinder

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