Sinnesspiele für Kinder unter 3

Kleinstkinder lernen von Anfang an mit allen Sinnen. Diese Spiele trainieren ihre Sinne und bringen so ihre Entwicklung voran.

Sinnespiele mit Kleinstkindern
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Kastanien-Fühl-Bad

Der Herbst ist da
Jetzt färben sich Blätter in leuchtenden Farben, so als sei ein Maler am Werke gewesen. Fallendes Laub regt zu Spielen an. Eicheln, Kastanien und andere Herbstfrüchte fordern die Sammelleidenschaft heraus und geben der Fantasie Flügel.

Benötigte Materialien:

  • viele Kastanien
  • große Kartons bzw. Wannen (oder Planschbecken zum Aufpusten), eventuell Becher, Kellen, Löffel
  • für die Variation: Gefäße mit Wasser, kleine Siebe oder Schöpfkellen

So wird’s gemacht:

Sammeln Sie mit den Kindern Kastanien und geben Sie die Früchte in einen großen Pappkarton, eine Wanne oder ein leeres Planschbecken. Wer möchte einmal darin „baden“? Dazu am besten bis auf die Windel ausziehen und nichts wie hinein! Später gibt es Becher, Kellen und Löffel. Damit lassen sich Kastanien in Gefäße ein- und umfüllen.

Variation: Lauwarmes Wasser in Waschbecken, Wasch-Rinnen oder Schüsseln füllen und Kastanien hineingeben. Schwimmen Kastanien eigentlich? Wer möchte mit kleinen Sieben die Kastanien heraus fischen und dann vielleicht erneut in das Wasser purzeln lassen?

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen: Schlauzwerge klecksen, kneten, matschen

Riesen-Ohren: Bewegungsspiel für eine Klein- oder Großgruppe ab 2 Jahren

Wo sind denn meine Ohren?
Ach, da sind sie!
Ich dachte schon, hab´sie verloren.
Jetzt mach´ ich beide Ohren riesengroß,
(Die Kinder fassen mit beiden Händen an ihre Ohren. Dann deuten sie „Riesen-Ohren" an, legen die Hände hinter beide Ohren …, lauschen.)
ich hör´ die Biene summen (ssssss …,)
(Die Erzieherin summt wie eine Biene, )
Ich hör´ den Wind (huuuu huuuu …,)
(heult wie der Wind,)
ich hör´ den Vogel (piep, piep …),
(piept wie ein Vogel.)
Was hör´ ich noch? Ich bin ganz still!
(…………)
(Dann schweigt sie. Die Kinder lauschen.)

Ja, meine Ohren riesengroß
(Zum Schluss zeigen die Kinder noch einmal ihre "Riesen-Ohren".)
die hören jede Katze,
die hören jede Maus,
die huscht durch unser Haus.
(Dann deuten sie mit den Händen eine schleichende Katze, mit den Fingern eine huschende Maus an.)

Wie klingt das? Eine Spielgeschichte rund um Geräusche, Essen und Fühlen

ab 12 Monaten

Benötigte Materialien:

  • einen unzerbrechlichen Teller, einen unzerbrechlichen Becher, einen Löffel
  • ein Stück Brot, eine Banane
  • Räumliche Umgebung: einen Hochstuhl, einen Tisch und eine leicht zu säubernde Unterlage

Diese Geschichte vermittelt: Sinneserfahrungen (besonders Hören und Fühlen), Spaß an ersten physikalischen Versuchen, erstes Verstehen von Zusammenhängen

So wird’s gemacht:

Kind sitzt im Hochstuhl. Auf dem Tisch sind eine Banane, ein Stück Brot, eine Möhre und ein Löffel, ein Babyteller und ein Becher. Das Kind darf zuerst den Babyteller anschauen, betasten, in den Mund stecken etc.
Den Teller auf den Boden fallen lassen und horchen, welches Geräusch er verursacht.
Wie klingt das? Das war laut.
Nun kommt der Becher an die Reihe. Dem Kind wieder Zeit lassen, den Becher zu untersuchen.
Den Becher auf den Boden fallen lassen und horchen, welches Geräusch er verursacht.
Und wie klingt das? Das war ein bisschen weniger laut.
Dem Kind einen Löffel geben, damit es diesen untersuchen kann.
Den Löffel auf den Boden fallen lassen und horchen, welches Geräusch er verursacht.
Und jetzt, wie klingt das? Das fand ich ziemlich laut.
Dem Kind eine Möhre geben, damit es diese untersuchen kann.
Die Möhre auf den Boden fallen lassen und horchen, welches Geräusch sie verursacht.
Und das? Das war nicht sehr laut.
Dem Kind ein Stück Brot geben, damit es dieses untersuchen kann.
Das Stück Brot auf den Boden fallen lassen und horchen, welches Geräusch es verursacht.
Das Kind darauf aufmerksam machen dass man beim Aufschlagen fast nichts hört.
Und das? Das war ganz leise.
Die Banane zusammen mit dem Kind schälen. Dem Kind ein Stück Banane geben, damit es dieses untersuchen, zermatschen etc. kann.
Das Kind darf die zermatschte Banane auf den Boden fallen lassen und auf das Geräusch horchen.
Und schließlich das noch. Das war ganz, ganz leise.
Das Kind lässt noch einmal den Löffel fallen.
Klirr - der Löffel klirrt so schön.
Es lässt noch einmal die Banane fallen.
Die Banane klirrt nicht. Hast du gehört? Die Banane klingt anders.

aus: Caroline Jaberg, Winzig klein und riesengroß. Mitmachgeschichten für Kinder

Riesenbesuch im Zwergenland

Benötigte Materialien:

  • große und kleine Putzeimer oder Trommeln
  • Schlägel

So wird’s gemacht:

Nachdem die Erzieherin den Kindern die Geschichte vorgelesen hat, nehmen die Kinder sich einen Putzeimer und einen Schlägel und ahmen die lauten Riesenschritte und die leisen Zwergenschritte nach. Danach liest sie die Geschichte erneut und die Kinder setzen ihre Instrumente passend ein.

Heute bekommen die Lauschzwerge von den Riesen aus dem Riesenland Besuch. Gemeinsam wollen sie einen Spaziergang im Zwergenland machen. Die Zwerge stehen vor ihren Häusern und warten auf die Riesen. Aus der Ferne hört man schon ihre Schritte.

Die Schritte werden immer lauter und bereits nach kurzer Zeit sind sie da. Nach einer freundlichen Begrüßung geht es auch schon los.

Mit kleinen, leisen Schritten gehen die Zwerge voran und mit großen lauten Schritten gehen die Riesen hinterher. An einem Waldsee bleiben alle stehen und schauen den Enten zu. Doch dann geht es weiter. Mit kleinen, leisen Schritten gehen die Zwerge voran und mit großen, lauten Schritten gehen die Riesen hinterher. Nach einer kurzen Zeit bleiben sie an einer Weide stehen und schauen den Kühen zu. Doch dann geht es weiter. Mit kleinen, leisen Schritten gehen die Zwerge voran und mit großen, lauten Schritten gehen die Riesen hinterher. Als es dunkel wird, machen sie sich auf den Heimweg.

Mit kleinen, leisen Schritten gehen die Zwerge voran und mit großen, lauten Schritten gehen die Riesen hinterher. Die Riesen verabschieden sich und gehen durch den Wald nach Hause. In der Ferne werden ihre Schritte immer leiser. Die Zwerge gehen mit leisen Schritten in ihr Haus zurück und legen sich schlafen.

Variation: Die Kinder spielen die Geschichte mit ihren Füßen nach. Sie trippeln bei den Zwergen und stampfen bei den Riesen.

Erweiterung:

Körperwahrnehmungsspiel: Mit den Händen wird der Text auf dem Rücken des Kindes spürbar.

Spurenspiel: Die Kinder machen mit unterschiedlichen Materialien wie Rasierschaum, Fingerfarbe oder Matscherde Zwergen- und Riesenspuren auf ein Papier.

aus: Ingrid Biermann, Spielen mit Krippenkindern, Kreative Impulse für den Alltag

Tick-tack, so macht die Uhr: Unterstützung der akustischen Aufmerksamkeit, der visuellen Konzentration und der Bewegungsfreude

Benötigte Materialien:

  • Schuhkarton, ein laut tickender Wecker

So wird’s gemacht:

Die Kinder sitzen im Kreis und werden eingeladen, den Schuhkarton zu öffnen. Die Erzieherin hält jedem Kind den Wecker an das Ohr und die Kinder lauschen dem Ticken. Anschließend spricht sie den folgenden Vers und bewegt bei den Worten „Tick-tack“ ihren Zeigefinger von links nach rechts. Beim zweiten Aufsagen des Verses sprechen die Kinder, so gut sie können mit und spielen die Zeigerbewegung mit verschiedenen Körperteilen nach. Sie bewegen den Zeigefinger, die Hand, den Kopf oder den Körper hin und her.

Vers:

Tick-tack, tick-tack, so macht die Uhr,
Tick-tack, tick-tack, so macht sie nur.
Tick-tack, tick-tack, sie will schnell gehn,
Tick-tack, tick-tack, sie bleibt jetzt stehn.

aus: Ingrid Biermann, Alle Sinne aufgewacht! Wahrnehmungsspiele für Kinder unter 3 Jahren

Kreative Mitmachlieder

Bei den folgenden Spielimpulsen sollen die Kinder Töne und Klänge „sehen". Sie dürfen Spaß daran haben zur Musik Spuren auf dem Papier zu hinterlassen. Malen Sie ruhig auch schon mit den Jüngeren nach Musik. Ein großes Blatt, streichfähige Farbe und Musik inspirieren auch sie.

Alter: ab 2 Jahre
Ort: an einem großen Tisch oder auf dem Boden
Mitspieler: 6-8 Kinder

Benötigte Materialien:

  • leere Margarinetöpfe
  • mehrere Fingerfarben
  • Kleister, Rasierschaum
  • große Blätter
  • Abdeckfolie, Tesakrepp, große Malerkittel (Oberhemden), alte Tücher

So wird’s gemacht:

Bevor Sie die nachfolgenden Lieder vorsingen, können die Kinder erst einmal mit den Materialien experimentieren.

Hinweis: Bei allen Angeboten stehen wieder die Freiwilligkeit und die Freude im Vordergrund. Wenn ein Kind nicht dem Text entsprechend malt, akzeptieren Sie dieses Verhalten bei jüngeren Kindern. Ältere Kinder sollten sich an den Text halten.

Saus, saus, saus, saus nun um das Haus

Spielverlauf: Singen Sie das Lied. die Kinder tauchen ihre Hand in Fingerfarbe und entsprechend dem Text ziehen sie mit der Handfläche über das Blatt.
Saus, saus, saus, saus nun um das Haus,
saus, du lieber Wirbelwind,
sause heute ganz geschwind.
Saus, saus, saus, saus nun um das Haus.
Melodie: Summ, summ, summ, Bienchen summ herum

Es regnet, es regnet

Spielverlauf: Zuerst dürfen die Kinder mit den Händen und Fingern Spuren auf dem Blatt hinterlassen. Singen Sie dann das Lied. Die Kinder tauchen bei jeder Strophe ihre Zeigefinger in die Farbe und tippen damit, während das Lied gesungen wird, auf dem Blatt herum.

Es regnet, es regnet, es regnet ganz sacht,
die Tropfen sind leise und niemand erwacht.

Es regnet, es regnet, ich werde ganz nass,
ich hüpfe und springe, ja das macht mir Spaß

Es regnet, es regnet, es regnet nicht mehr,
die Sonne, sie wärmt mich, ich freue mich sehr.

Melodie: Schneeflöckchen, Weißröckchen…

Viele große Fische

Spielablauf: Die Kinder ziehen mit der Hand eigene Spuren. Danach ziehen sie dem Lied entsprechend, mit der Hand über das Blatt. Singen Sie es ihnen vor.

Für ältere Kinder: Sie ziehen nur mit der Handkante die Spuren.

Variation: Die Kinder geben zunächst mit ihren Händen blaue Fingerfarbe auf das Blatt. Danach ziehen sie mit der Handkante spuren.

Viele große Fische schwimmen in dem Meer,
schwimmen in dem Meer,
schwimmen auf und nieder, mögen das so sehr.

Viele große Fische schwimmen in dem Meer,
schwimmen in dem Meer,
schwimmen auf und nieder und mal kreuz und quer.

Viele große Fische schwimmen in dem Meer,
schwimmen in dem Meer,
schwimmen auf und nieder, man sieht sie nun nicht mehr.

Melodie: Alle meine Entchen…

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Sprachförderung für Kleinkinder

Ameisen laufen: Fingerspiel

Ameisen laufen hin und her,
(mit den Fingern über den eigenen Körper laufen)
Ameisen fällt das gar nicht schwer.
Ameisen laufen auf und ab,
Ameisen, die sind niemals schlapp.
Ameisen laufen rundherum,
Ameisen fallen müde um
(Hände auf die Oberschenkel legen).

Aufbauimpulse:

  • Das Fingerspiel wird auf dem Körper des Nebenmanns durchgeführt.
  • Es wird an anderen Orten und Gegenständen im Raum gemacht.
  • Es wird zum Spurentext oder zum Körperwahrnehmungsspiel.
  • Es wird zum Bewegungsspiel: Die Kinder sind die Ameisen und der Text wird gesprochen.

Spritz-Spaß mit Farbe

Alter/Entwicklungsstand: ab 2,5 Jahre

Ort/Raum: Freigelände

Benötigte Materialien:

  • leere Plastikflaschen, Gefrierbeutel
  • Temperafarbe (eventuell auch Lebensmittelfarbe), Wasser, Tapetenbahnen, Malkittel

So wird’s gemacht:

Füllen Sie Plastikflaschen oder Gefrierbeutel mit Wasser und etwas Farbe (fest zuknoten). Bohren/schneiden Sie mit einer spitzen Schere oder einer heißen Nadel eines oder mehrere Löcher hinein. Wer möchte einmal mit der flüssigen Farbe spritzen oder sie einfach auf die Tapetenbahnen tropfen lassen?

Hinweise: An heißen Sommertagen können sich die Kinder (nackt oder nur mit einer Windel bekleidet) dem Spritz-Spaß hingeben. Wenn der ganze Körper einbezogen wird, besser Lebensmittelfarbe bzw. Pflanzensaft (von gekochten Blättern oder Früchten) als Zusatz verwenden und anschließend im Freien abduschen.

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Kleinkinder in ihrer Kreativität fördern

Es krabbelt 'ne Krabbe: Fingerspiel ab 3 Monaten

Körper- und Streichelspiele gehören zu den ersten Interaktionsspielen zwischen Bezugsperson und Kind. Die Krabbe hilft nur mit.

Es kitzelt am Füßchen,
Das Kind an den Füßen kitzeln,

es krabbelt an den Knien,
an den Knien kitzeln,

es krabbelt 'ne Krabbe
mit den Fingern den Körper

wo krabbelt sie hin?
hochkrabbeln,

Zum Mündchen,
zum Mund,

zum Öhrchen
zu den Ohren,

und über die Backen,
über die Backen,

und will dich in die Nasenspitz zwacken.
die Nase anstupsen.

aus: Mechthild Wessel, Brigitte vom Wege: Zehn flinke Zappelzwerge

Tastsäckchen und Watteschaf

Alter/Entwicklungsstand: ab 2,5 Jahre

Mitspieler: 1-4 Kinder

Ort/Raum:Gruppenraum

Benötigte Materialien:

  • Watte und/oder Märchenwolle
  • alte Socken, Pappteller/Zeitung
  • evtl. Pappe, Bleistift, Schere, Tapetenkleister

So wird’s gemacht:

Formen Sie aus der Watte bzw. Märchenwolle Kugeln. Pusten Sie die Kugeln über einen Tisch.
Machen Sie Wind mit einem Pappteller oder einer Zeitung. Beobachten Sie mit den Kindern, wie der „Wind“ die Watte aufwirbelt.
Berühren Sie Arme und Beine der Kinder mit Watte. Wer lässt sich im Gesicht kitzeln?
Wer legt sich flach auf den Boden und lässt sich mit vielen Wattekugeln bedecken?
Wir füllen alte Socken mit Wolle oder Watte, knoten sie zu und geben sie den Kindern als Tast- oder Wurfsäckchen.

Variation (ab 2,5 bzw. 3 Jahre): Schneiden Sie aus Pappe die Grundform eines Teddybären oder eines Schafes aus. Auch die Form einer Wolke bietet sich an. Die Kinder streichen die Pappe mit Kleister ein. Anschließend werden die Hände sauber abgewischt oder gewaschen. Dann zupfen die Kinder Watte/Wolle zu Fetzen und drücken sie auf die Pappform. So bekommen Bären und Schafe ein weiches Fell.

Tipp: Tiere bzw. Wolke nach dem Trocknen umdrehen und auch die Rückseite bekleben. Dann an einem Faden im Krippenbereich unter die Decke hängen.

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Kleinkinder in ihrer Kreativität fördern

In der Schaukelröhre

Alter/Entwicklungsstand: ab 1 Jahr

Mitspieler: 1 Kind

Benötigte Materialien:

  • 2 Turnmatten, 2 Gymnastikreifen
  • Ort/Raum: Gruppenraum/Bewegungsraum

So wird’s gemacht:

Biegen Sie eine Matte wie ein U. Schieben Sie jeweils ein Ende des U in je einen Gymnastikreifen (Reifen müssen senkrecht auf dem Boden stehen - mit großen Abständen). Nun kann sich das Kind auf die Matte legen. Die bauchige Unterseite der Matte wirkt wie eine Wiege.

Variation: Mit einer zweiten Matte können Sie aus dem U ein O bauen. Schieben Sie die zusätzliche Matte in die Gymnastik-Reifen. So haben Sie eine geschlossene Röhre.

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Bewegungsförderung für Kleinkinder

Barfußgang: Tasten und Fühlen

Kinder entdecken und erforschen die Welt mit allen Sinnen. Für allererste Erkundungen ist der Mund ein wichtiges Medium, später gewinnen die Hände an Bedeutung als Mittel der Welteroberung. Und wie ist das mit den Füßen?
Natürlich vermitteln auch die Füße intensive taktile Reize. Im Frühling wird es Zeit, sich daran zu erinnern, denn wenn es draußen wärmer wird, eröffnet sich die Möglichkeit für die Kinder, die Welt auch mit den Füßen zu ertasten und zu erfühlen.

Benötigte Materialien:

  • Wiese
  • Kies- und Sandwege
  • Matschlöcher
  • Wasserpfützen
  • Mulchwege
  • Bordsteine und Asphalt
  • Handtücher (für unterwegs)
  • Federn
  • Grashalme

So wird’s gemacht:

Die Möglichkeit, im Frühling und Sommer ohne Schuhe und Strümpfe gehen zu können, bietet Kindern und Erzieherinnen Spiel- und Erfahrungsraum für tausend und mehr Erfahrungen. Aufwendig gestaltete Fühl- und Taststraßen sind nicht nötig. Barfuß oder in Stümpfen begehen die Kinder das Gelände rund um die Einrichtung, oder sie erkunden auf Spaziergängen die natürliche oder bearbeitete Erdoberfläche mit ihren Füßen. Wo hat der Boden welche Beschaffenheit? Hier ist er weich, an anderer Stelle ist er hart. Manchmal ist der Boden eben, manchmal finden die Füße nicht auf einer festen Fläche Halt. Da gibt es kieselige, kitzelige und stachelige Untergründe, aber auch matschige, moddrige und samtige.

Die Kinder erleben, in welchem Bereich welcher Boden vorzufinden ist. Sie entdecken erste Kausalzusammenhänge — so fühlt es sich an, wenn der Boden nass ist, wenn er trocken ist, spürt man an derselben Stelle etwas ganz anderes.

Bei all diesen Barfußaktionen haben die Erzieherinnen Vorbildfunktion und gehen barfüßig voran ...

aus: Sibylle Fischer / Barbara Mößner: Kleinstkinder entdecken Frühling und Sommer

Kneten, matschen, formen: Erste Experimente mit Ton

Tonwerkstatt
Ton ist ein Naturmaterial, gut portionier- und formbar und gibt Kinderhänden durch seine irdene, manchmal schlickige Beschaffenheit ein meist angenehmes Tastempfinden und rasche Erfolgserlebnisse. Er ist schon für Krippenkinder geeignet, die sich oft konzentriert und ausgiebig damit beschäftigen.

Benötigte Materialien:

  • Ton, Wasserschüssel
  • für die Variation: Knethölzer, Schaber, Kämme, Gabeln, Fleischklopfer, eventuell Tonfarben

So wird’s gemacht:

Bieten Sie zunächst einen großen Klumpen Ton für jedes Kind an. So können Kinder die Oberfläche als Ganzes betasten und erfassen (auch Löcher hineinbohren, zerpflücken usw.).
Die ersten Ergebnisse entstehen zufällig und werden manchmal rasch wieder zerstört. Später gestalten Kinder erste Grundformen (Kugel, Walze), kleine Bauwerke, erfinden Geschichten und gestalten zunehmend erkennbare Gestalten (Obst, ein Tier o. Ä.).
Sollen die Ergebnisse bleiben und aufgehoben werden? Ton einfach an der Luft trocknen lassen.

Variation: Bieten Sie nach der Experimentierphase Hilfsmittel an (Knethölzer, Schaber, Gabeln …).

Hinweis: Der Tisch sollte robust und so hoch sein, dass Kinder auch stehend daran arbeiten können. Ton am besten mit Schneidedraht oder einem Messer aufteilen. Bei Bedarf mit Wasser anfeuchten (z. B. mit Hilfe einer Blumen-Wasserspritze). Ton nach Gebrauch in feuchte Tücher wickeln und in einem Behälter mit Deckel aufheben).
Getrocknete Kunstwerke aus Ton können die Kinder gut anmalen, z. B. mit Temperafarben oder spezieller Tonfarbe (Engoben).

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen: Schlauzwerge klecksen kneten matschen

Das Tast-Haus

Alter/Entwicklungsstand: ab 1,5 Jahre

Mitspieler: 1 Kind

Benötigte Materialien:

  • 1 Stück Pappe oder Sperrholz (ca. 1m x 1m), verschiedene Materialien (z.B. Wellpappe, Schmirgelpapier, Moosgummi, Samt, Fell, Leder …), Schere, Alleskleber, Hammer, Nägel/Schrauben
  • Raum/Ort: Gruppenraum (Krippenbereich)

So wird’s gemacht:

Schneiden Sie ein Rechteck bzw. Quadrat aus einem Material aus (z.B. Wellpappe). Anschließend schneiden Sie ein Dreieck aus einem anderen Material (z.B. Stoff). Das Dreieck sollte so groß sein, dass es als Dach auf das Rechteck/Quadrat passt. Nun schneiden Sie eine Tür und ein paar Fenster aus unterschiedlichen materialien aus (z.B. aus Schmirgelpapier, Moosgummi …).

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Wahrnehmungsförderung für Kleinkinder

Hand- und Fußabdrücke

Benötigte Materialien:

  • Temperafarbe (mit ausreichend Wasser anrühren)
  • flache / breite Plastikschüsseln
  • Tapete
  • evtl. Lappen

So wird’s gemacht:

Eine lange Tapetenbahn wird ausgerollt. Schon ist ein Spazierweg zum Laufen und Krabbeln entstanden. Dann wird Temperafarbe (zusammen mit viel Wasser) in eine flache Plastikschüssel gegeben. Nun können die Kinder kurz mit nackten Füßen in das Farbenbad steigen und anschließend über die Tapete laufen.
Alternativ können auch große Lappen oder Aufnehmer in Farbe getränkt und an den Anfang der Tapete gelegt werden.
Dann heißt es: erst über die Lappen und dann über die Tapete laufen.

Variation: Das Spurenexperiment mit Handabdrücken wiederholen.

Hinweis: Am besten draußen bei warmem Wetter anbieten. Schuhe und Strümpfe ausziehen. Mit den Hand- und Fußabdrücken lassen sich auch Pappkartons, Papphäuser, Fensterscheiben und Glastüren bedrucken. Ebenso Bettlaken, die als Decke, Zelt oder Tisch-Versteck benutzt werden.

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen: Schlauzwerge - kleksen, kneten, matschen

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