Vater-Kind-EventsEin ganzes Wochenende Papa

Oft haben Väter kaum Zeit für ihre Kinder. Umso wichtiger ist es, dass sie sich Zeiten nehmen, in denen sie ganz Vater sind.

Vater-Kind-Events: Ein ganzes Wochenende Papa
© Dirk Schelpe - pixelio.de

Ja, so ist es leider immer noch: Väter sind vor allem abwesend. Die meisten Kinder verbringen viel mehr Zeit mit ihren Müttern, vom Leben, Tun und Denken ihrer Väter wissen sie wenig. Und weil Männer auch in Kindergarten und Grundschule kaum auftauchen, wachsen die meisten Kinder in einer weiblich geprägten Welt auf. Dabei gibt es Erfahrungen, die Mädchen und Jungen nur mit ihren Vätern machen können. Und auch die Väter sehnen sich oft danach, mehr Zeit mit ihren Söhnen und Töchtern zu verbringen, einmal ganz allein für sie verantwortlich zu sein und etwas besonderes mit ihnen zu unternehmen.

Zeit, ganz Vater zu sein

Aus dieser Not kann man mittlerweile auch eine Tugend machen. Überall in Deutschland entsteht derzeit eine neue Form von "Event": Das so genannte "Vater-Kind-Wochenenende".

"An diesem Wochenende hat Papa Zeit für mich" heißt es beispielsweise in der Einladung einer Väterorganisation zu einem Wochenende in der "Begegnungsstätte Bahnhof Ahrdorf". Und weiter: "Ungestört von Arbeit und Alltag können Sie sich viel Zeit nehmen, um für Ihren Sohn/Ihre Tochter da zu sein. Als Vater, als Freund, zum Abenteuer erleben, für gemeinsame Spiele, zum Kuscheln, für das Hören und Erzählen von Geschichten, für gemeinsames Lernen und alles was Vätern und Kindern Spaß macht." Mitbringen soll man feste Schuhe, Spiele, Kuscheltiere, Bastelzeug und "alle Utensilien aus der Pfadfinderzeit".

Vor allem Kirchen und Kirchengemeinden bieten solche Vater-Kind-Seminare an: "An diesen Tagen, die von einigen Vätern organisiert werden, sollen Kinder und Väter viel Spaß und Freude erleben. Es soll aber auch Gelegenheit sein, über die Väterrolle nachzudenken", heißt es beispielsweise in einer Ankündigung für das Vater-Kind-Wochenende des Kirchenkreises Siegen, das jedes Jahr am Muttertagswochenende im Mai stattfindet.

Vater-Kind-Seminare findet man aber auch in den Programmen von Familienbildungsstätten, Volkshochschulen und Naturschutzverbänden: "Paddelwochenende für Väter und Kinder", "Zeltfreizeit am Vatertag", "Vater-Kind-Radwanderung", "Themenfreizeit für Väter mit Kindern", "Indianerlager für Väter und Kinder" oder einfach: "Vakiwo".

Gemeinsam Abenteuer bestehen

Fast immer führen solche Freizeiten in die Natur: Zelte, Hütten, Nachtwanderungen, Schnitzeljagden und Lagerfeuer scheinen etwas zu sein, was sowohl die Väter als auch die Kinder besonders lockt - und was beide eng miteinander verbindet. Beim Buddeln, Holz hacken, Floß bauen und Feuer aufschichten entsteht ganz schnell eine ursprüngliche, kernige Energie, die gerade die Väter schnell in ihre eigene Jugendzeit zurückversetzt und sie damit den Kindern besonders nahe bringt. Plötzlich erleben die Kinder ihre Väter von einer ganz anderen Seite, erfahren, dass auch die Väter gut für sie sorgen können und sind endlich einmal dabei, wenn Männer zusammenarbeiten.

Viele Männer freuen sich auch, andere Väter kennen zu lernen und über die gemeinsame Lebenssituation zu sprechen. Deshalb gibt es bei vielen dieser Seminare auch geleitete "Themenrunden", wo die Väter einmal ganz unter sich bleiben und über ihre Lebensfragen zwischen Beruf und Familie sprechen können. Über beruflichen Druck und Familienplanung, über Partnerschaft und Erziehungsprobleme. Da kann dann manchmal eine größere Nähe aufkommen als zu den Arbeitskollegen oder Nachbarn zuhause. Und auch die "reine Männerrunde" ist vielen Teilnehmern wichtig. "Wenn nur eine einzige Frau mit dabeigesessen hätte", sagt ein Vater nach einem solchen Wochenende, "hätte ich viel weniger von mir erzählen können".

Die Mütter müssen also zu Hause belieben. Für sie bietet ein solches Seminar ein freies Wochenende, an dem sie endlich einmal ausruhen, ausschlafen, shoppen, verreisen und tun können, was sie wollen.

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