Rechenschwäche beheben"Mama ich hab's!"

Schon sehr früh kann man eine Rechenschwäche bei Kindern erkennen. Als Eltern sollten Sie versuchen, die Lernbereitschaft Ihres Kindes zu stärken und die Faszination für Zahlen zu fördern. Kinder mit Rechenschwäche haben es in der Schule ungleich schwerer.

Rechenschwäche beheben:
© RainerSturm - pixelio.de

Obwohl eine Dyskalkulie erst in der Grundschule sicher diagnostiziert werden kann, finden sich bereits im Vorschulalter erste Anzeichen dafür. Rechenschwache Kinder haben oft Schwierigkeiten mit der räumlichen Vorstellung. Sie können mit den Begriffen "davor", "dahinter", "oben", "unten" oder "rückwärts" und "vorwärts" wenig anfangen oder verwechseln diese häufig. Das Sortieren von Materialien nach Größe, Länge oder Gewicht macht ihnen keinen Spaß, weil ihnen das Verständnis der Verhältnisse fehlt. Auch die Fähigkeit, Mengen abzuschätzen oder Formen sicher zu erkennen, fehlt ihnen. Da sich Vorschulkinder selten mit Gleichaltrigen in diesem Wissensbereich messen, entwickeln sie noch keine Defizitgefühle, wie es in der Schule im Vergleich mit den Klassenkameraden schnell passiert. Trotzdem sollten Eltern schon früh darauf achten, das Selbstbewusstsein ihres Kindes zu stärken.

Den Glauben an die eigenen Fähigkeiten stärken

Gegen die organisch-neurologischen Ursachen einer Dyskalkulie können Eltern wenig anderes tun als den Glauben des Kindes an sich selbst und seine Fähigkeiten zu stärken und es so gut wie möglich zu unterstützen. Dabei geht es um eine anspruchsvolle Gratwanderung zwischen einer angemessenen Förderung der beeinträchtigten Bereiche und dem Bagatellisieren der vermuteten Rechenschwäche. Natürlich ist es wichtig, den Kindern im Spiel zentrale Wahrnehmungserfahrungen immer wieder zu ermöglichen. Gelingt ihnen die Umsetzung jedoch nur zögerlich, dürfen sie unter ihrem Misserfolg nicht leiden und die Motivation am weiteren Lernen verlieren. Es ist ja nicht so, dass rechenschwache Kinder niemals rechnen lernen, sie tun sich damit nur sehr viel schwerer als andere und müssen für die spätere Bewältigung der schulischen Anforderungen einen größeren Zeit- und Arbeitsaufwand einplanen. Gerade für diesen erhöhten Einsatz brauchen Kinder aber eine hohe Lernmotivation, ein starkes Selbstbewusstsein und den Glauben an ihren eigenen Erfolg. Dabei ist die wichtigste Instanz für die Selbstwahrnehmung bei Kindern natürlich das Feedback der Eltern. Ihr Lob zählt doppelt und dreifach.

Das Selbstwertgefühl nicht an den schulischen Erfolg koppeln

Doch durch den hohen Leistungsdruck unserer Gesellschaft haben viele Eltern Angst davor, ihr Kind durch übermäßiges Lob zu sehr zu verwöhnen. Bei vermuteten Defiziten befürchten sie, dass ihr Kind die schulischen Anforderungen nicht bewältigen kann und später im Berufsleben schlechte Chancen hat. Aus dieser Angst heraus beginnen sie schon sehr früh, ihr Kind auf die Schule vorzubereiten. Sie messen damit dem Lebensbereich Schule und Lernen eine sehr hohe Wertigkeit zu. Dadurch entsteht die Gefahr, dass das Kind sein Selbstwertgefühl eng an den schulischen Erfolg koppelt. Dieser extrem lernfeindlichen Selbstwahrnehmung sollten Eltern bewusst vorbeugen. Ziel ist es, dem Kind zu vermitteln, dass Schwierigkeiten normal und bei jedem Menschen zu finden sind. Durch beständiges Lob und die Anerkennung der Eltern lernen Kinder, Fehler als Herausforderungen anzunehmen. Natürlich braucht jedes Kind Erfolgserlebnisse, um weiterhin motiviert zu arbeiten. Aber in der Regel hat auch jedes Kind individuelle Stärken, die im Alltag immer wieder herausgestellt werden können.

Rechenschwache Kinder früh und gezielt fördern

Es ist keine Hilfe für das Kind, wenn ihm Aufgaben im Bereich der räumliche Wahrnehmung oder des Umgangs mit Mengen und Maßen immer wieder abgenommen werden. Dadurch wird nur eine Passivität eingeübt, die das Kind letztlich nicht weiterbringt, sondern immer nur die jeweils aktuelle Situation kurzfristig entspannt. Gerade rechenschwache Kinder sollten vielfältige Möglichkeiten erhalten, mit "begreifbarem" Material spielerisch zu arbeiten. So lernen sie zum Beispiel durch das Umschütten von Wasser in verschieden große Gefäße viel über die Eigenschaften von Flüssigkeiten. Dass dabei in der Küche eine kleine Überschwemmung entsteht, steht nicht im Vordergrund, sondern Eltern sollten sich vielmehr über das Interesse ihres Kindes an diesen physikalischen Vorgängen freuen. Und das wiederholte Auskippen und Sortieren der Bauklötze bringt zwar Unordnung ins Wohnzimmer, fördert jedoch die Grundlagen des mathematischen Denkens.

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