Mathe ist doofIm Alltag rechnen lernen

Für Kinder ist nicht nur Lesen und Schreiben, sondern auch Rechnen von zentraler Bedeutung. Viele Eltern versäumen aber, ihren Kindern das Rechnen beizubringen. Dabei können auch Kleinkinder schon rechnen lernen. Wie können Eltern dafür sorgen, dass ihre Kinder spielerisch rechnen lernen?

Mathe ist doof: Im Alltag rechnen lernen
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Für viele Eltern ist es selbstverständlich, gemeinsam mit ihrem Kind Bilderbücher anzugucken und sie ihm vorzulesen. Das fördert den kindlichen Wortschatz und macht Lust aufs Selberlesen - bildet also einen wichtigen Baustein in der Vorschulförderung. Genauso wichtig, aber leider längst nicht so verbreitet, ist die Beschäftigung mit der Welt der Zahlen. Nur wenn ein Kind mit ihr schon früh Bekanntschaft macht, fällt ihm das Rechnen später auch leicht. Zahlen kennen, verstehen und mit ihnen aktiv umgehen, das müssen Kinder Schritt für Schritt lernen. Mathematik ist wie eine Fremdsprache, in der verschiedenen Mengen unterschiedliche Symbole, nämlich die Zahlen, zugeordnet werden. Die 2 steht für eine Menge von zwei Dingen. Dabei ist es unwichtig, ob es sich um Tassen, Gedanken oder Tiere handelt, lediglich die Menge wird benannt. Das muss ein Kind erst mal verstehen. Mit den Mengen kann dann gerechnet werden. Dabei geht es um dazutun und wegnehmen, also um mehr und weniger werden.

Stühle zählen mit Papa

Was können Eltern tun, um ihr Kind mit der Welt der Zahlen vertraut zu machen? Das ist gar nicht so schwer, wie es zunächst erscheint. Denn der Alltag von Kindern bietet zahlreiche Gelegenheiten, Rechenaufgaben zu entdecken. Je aufmerksamer man hinsieht, desto vielfältiger sind die Möglichkeiten. Am Anfang steht das Zählen - und zählen kann man in der Wohnung eigentlich überall: die Zahnbürsten im Bad, die Schuhe im Regal, die Gläser auf dem Tisch, die Bilder an der Wand, die Finger einer Hand oder die Platten auf dem Herd. Dabei sollten Sie beachten, dass die Mengen nicht zu groß werden und dass es sich um ein Spiel handelt. Kombinieren Sie das Zählen also zum Beispiel mit einem lustigen Wettbewerb: Was meinst du, sind hier am Tisch mehr oder weniger als vier Stühle? Für Vorschulkinder stellt das Zählen von Mengen bis zehn schon eine hohe Anforderung dar. Daher sollte jeder Zählversuch lobend registriert werden.

Der sichere Blick für Mengen

Neben dem Zählen ist es auch wichtig, dass Kinder möglichst früh lernen, kleine Mengen auf einen Blick zu erfassen. Wenn sie immer nur zählend rechnen, dann dauert der Rechenvorgang später sehr lange. Daher ist es sinnvoll, Vorschulkinder immer wieder mal anzuregen, Mengen bis fünf auf einen Blick zu erfassen. Wie viele Orangen liegen in der Obstschale? Wie viele Sessel stehen im Wohnzimmer? Wie viele Würfel liegen auf dem Tisch? Spielen Sie zur Übung Domino und lassen Sie Ihr Kind die Punktmenge auf den Steinen ansagen.

Rechenspiele mit dem Wasserglas

Der nächste Schritt zum Verständnis von Rechenvorgängen ist das Zerlegen von Mengen. Lassen Sie Ihr Kind einen Apfel in gleich große Stücke teilen. Nehmen Sie ein Glas voll Wasser und ermutigen Sie Ihr Kind, die Hälfte davon in ein anderes Glas zu schütten. Oder sammeln Sie Kastanien und lassen Sie Ihr Kind zwei möglichst gleich große Häufchen bilden. Sprechen Sie darüber, was mit den Materialien passiert. Lassen Sie Ihr Kind das Wasser wieder zurückschütten oder die Kastanien wieder auf einen Haufen kippen. Dabei lernt es, dass sich mit einer Menge so einiges machen lässt. Man kann sie in gleich große Mengen zerteilen, oder auch sehr verschieden große Mengen daraus bilden.

Textaufgaben beim Abendessen

Vielen Schulkindern fällt es schwer, Sach- oder Textaufgaben zu verstehen und richtig zu lösen. Dem können Sie leicht vorbeugen, indem Sie einfach kommentieren, was Sie tun: "Ich nehme jetzt zwei Teller aus dem Schrank und dann nehme ich noch zwei Gläser dazu. Wie viele Geschirrteile habe ich jetzt?" Im Alltag gibt es ständig Gelegenheiten, dies zu üben. Bald wird Ihr Kind selbst in der Lage sein, kleine Sachaufgaben zu formulieren: "Ich gehe jetzt zu Simone und ihrer Schwester. Wie viele Mädchen werden wir dann dort sein?" Im Bereich der Addition ist dies leichter, als beim Subtrahieren. Aber auch das lernen Kinder mit ein wenig Geduld und anschaulichen Beispielen meist schnell. Mit dieser Hilfe von zu Hause sind sie dann optimal auf die Schule vorbereitet.

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