Zu schlau für die Schule? Hochbegabte Kinder und die Vorteile einer Regelschule

Eltern die hochbegabte Kleinkinder haben, wählen die Regelschule natürlich sehr sorgfältig aus. Sie wollen, dass ihr hochbegabtes Kind auch entsprechend gefördert wird. Wie eine spezielle Förderung eines Kindes mit Hochbegabung aussehen kann.

Wer ein besonders wissensdurstiges und begabtes Kind hat, fragt sich schon in der Kindergartenzeit, wie dessen schulische Laufbahn aussehen sollte. Viele Eltern befürchten, dass ihr Kind ohne spezielle Angebote unterfordert sein wird und legen auf die Wahl der richtigen Schule sehr großen Wert.

Doch wie sieht eine optimale Grundschule für hochbegabte Kinder eigentlich aus? Unterrichten dort nur Professoren? Sind schon die Kleinsten mit einem Laptop ausgestattet und sollte eine Fremdsprache ab der ersten Klasse auf dem Stundenplan stehen? Alles Unsinn! Natürlich ist es wichtig, dass begabte Kinder in der Schule ihren Möglichkeiten entsprechend gefördert werden, damit sie sich nicht langweilen und genauso wie ihre Mitschüler vom Unterricht profitieren können. Eine Spezialschule ist dafür aber nicht notwendig. Vielmehr sollten die Lehrer der Regelschule in der Lage sein, sowohl für besonders schwache als auch für besonders begabte Schülerinnen und Schüler einen auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmten Unterricht zu gestalten. Diese individuelle Förderung ermöglicht es jedem Kind, in seiner Altersgruppe zu bleiben, setzt jedoch ein hohes Engagement der Lehrerinnen und Lehrer voraus.

Miteinander und voneinander lernen

Für alle Kinder, natürlich auch für besonders talentierte, ist es wichtig, sich als ein Teil der Klassengemeinschaft zu fühlen. Dies gelingt am besten, wenn sowohl das emotionale als auch das intellektuelle "Alter" übereinstimmen. Hochbegabte Kinder stehen oft vor dem Problem, dass sie ihren Klassenkameraden intellektuell überlegen sind, jedoch in ihrer körperlichen und emotionalen Entwicklung mit ihnen auf einer Stufe stehen. Gerade in der Grundschule verstehen sie nicht, warum ihnen im Leistungsbereich vieles leichter fällt als den anderen und sie dadurch in eine ungewollte Außenseiterposition geraten. Um trotzdem dazuzugehören, stellen sich manche extra dumm oder spielen den Klassenclown.

Doch auf Dauer ist das keine Lösung. Hochbegabte Kinder müssen lernen, ihre besonderen Fähigkeiten anzunehmen und zu schätzen, ohne sich dadurch von Gleichaltrigen abzugrenzen. Gerade die Schule ist ein fantastisches Übungsfeld für ihr Sozialverhalten, denn auch in der Ausbildung und im späteren Berufsleben werden sie sich immer wieder durch ihre herausragende Begabung von anderen absetzen. Spätestens dann sollten sie den Umgang mit "normal" Begabten gelernt haben. Eltern sollten also großen Wert darauf legen, dass ihr Kind auch in seiner Freizeit regelmäßigen Kontakt zu seinen Klassenkameraden hat. Außerdem ist es sinnvoll, den Wissensdurst und die Neugier durch ausgefallene außerschulische Angebote, wie zum Beispiel ein oder mehrere Instrumente, eine ungewöhnliche Fremdsprache oder Denksport (z.B. Schach) zu befriedigen.

Überspringen von Klassen

Wenn die außerschulischen Angebote und die individuelle Differenzierung im normalen Unterricht nicht ausreichen, um ein hochbegabtes Kind zu unterstützen, gibt es eine weitere Möglichkeit der Förderung, die so genannte Akzeleration (Beschleunigung). Sie bedeutet, dass ein Kind die gesamte Schulzeit schneller durchläuft als andere. Damit kann die vorzeitige Einschulung als "Kann-Kind" gemeint sein, das Überspringen einer Klasse oder auch der vorzeitige Übergang auf eine weiterführende Schule. Alle diese Schritte sollten mit der Schule und den Lehrerinnen und Lehrern Ihres Kindes sorgfältig abgesprochen werden, damit Ihr Kind die Unterstützung erhält, die es zum Beispiel für das Überspringen einer Klasse braucht.

Das können Sie im Vorfeld tun

Sprechen Sie schon vor der Einschulung mit der Schulleitung oder den Lehrkräften Ihres Kindes und teilen Sie mit, inwieweit die oben genannten Möglichkeiten bereits genutzt werden. Sie können sich auch auf dem Schulamt erkundigen, welche Grundschulen besondere Erfahrungen mit Hochbegabten haben oder spezielle Projekte anbieten. Auf keinen Fall sollten Sie zu besorgt sein und Ihre Bedenken auf Ihr Kind übertragen. Neben den intellektuellen Herausforderungen bedeutet das erste Schuljahr vor allem den Eintritt in eine neue Lebensphase, den auch Hochbegabte erst mal bewältigen müssen. Zeigen sich im Laufe der Grundschule ernsthafte Probleme, können Sie sich an den schulpsychologischen Dienst oder die örtlichen Erziehungsberatungsstellen wenden, die mit Ihnen und der Schule gemeinsam Lösungen suchen werden.

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