Chaos im KinderzimmerKindern Aufräumen beibringen

Nach einem Nachmittag voll Fantasie und Spiel sieht das Kinderzimmer oft sehr chaotisch aus. Und Aufräumen ist natürlich nicht so spannend wie Spielen. Aber mit ein paar Tricks kriegen Sie wieder Ordnung ins Kinderzimmer.

Chaos im Kinderzimmer: Kindern Aufräumen beibringen
© Fotolia.de - Davidus

Räum bitte Dein Zimmer auf!" - diese Aufforderung hört sich für Kinder meist wie eine Strafe an. Dabei geht es doch vor allem darum, die Spielsachen auch "schlafen zu lassen" und Raum für das zu schaffen, was das Kind am nächsten Tag vorhat. Auch wenn das tägliche Aufräumen kaum zum Highlight im Kinderalltag taugt, gibt es Möglichkeiten, es freud- und wirkungsvoller zu gestalten.

Gemeinsam entscheiden

Ein Kind entwickelt eher Freude an einer gewissen Ordnung, wenn es selbst daran beteiligt ist. Entscheiden Sie deshalb mit Ihrem Kind zusammen, welche Dinge wo ihren Platz haben sollen. Lassen Sie dabei Raum zum Argumentieren. Wenn die Puppe nachts über das Spielzimmer wacht, dann muss sie eben auf dem obersten Regal sitzen.

Persönliche Räume gestalten

Gerade wenn mehrere Kinder das Spielzimmer gemeinsam nutzen, braucht jedes Kind einen eigenen Bereich oder eine "Schatzkiste", in der es seine Sachen verstauen kann. Was es dort hineinpackt und wie, ist ganz allein seine Sache. Dinge, die ihm wirklich lieb sind, wird es dort gern und zuverlässig aufbewahren - erst recht, wenn es die Kiste selbst gestaltet hat.

Ausstellungsflächen schaffen

Wenn Kinder etwas Schönes aufgebaut haben, möchten sie es am Abend natürlich nicht gleich wieder zerstören. Schaffen Sie eine Ausstellungsfläche, auf der Sie Kunstwerke deponieren können, etwa ein freies Regalbrett oder eine Kommode. Ihr Kind wird stolz sein, wenn seine Legoburg dort aufgestellt wird und noch eine Weile bewundert werden kann.

Essen oder Spielen

In jedem Kindergarten wird das Essen streng vom Spielen getrennt, sonst klebt bald die Apfelschorle die Legosteine zusammen und die Kekskrümel knirschen in der Spielzeugkiste. Vereinbaren Sie, dass Ihr Kind in die Küche oder an einen anderen Essplatz geht, wenn es etwas essen möchte. Dort kann es sich in Ruhe dem widmen, was es im Moment am meisten möchte - nämlich essen. Dadurch wertet es nicht nur das auf, was es gerade tut, sondern lernt auch ganz selbstverständlich, Dinge und Abläufe zu strukturieren.

Nichts passiert von allein

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind immer mithilft, wenn Sie aufräumen. Das ist gerade bei jüngeren Kindern manchmal nicht einfach. Wenn Eltern barfuß auf einen herumliegenden Legostein treten, werfen sie ihn in aller Regel nach kurzem Aufjaulen wütend in die Kiste, in die er gehört. Dadurch lernt das Kind aber nichts. Bei ihm entsteht vielmehr der Eindruck, dass die Dinge, die es liegen lässt, irgendwann von selbst verschwinden. Erst wenn Sie Ihr Kind dazu anhalten, die Legosteine vom Boden wegzuräumen, und dies auch begründen, kann es den Sinn des Aufräumens verstehen.

Konsequent sein

Vor dem Abendessen oder spätestens vor dem Schlafengehen ist das Zimmer aufgeräumt - so lautet zumindest der Anspruch der meisten Eltern. Die Realität sieht allerdings häufig so aus, dass die Kleinen lediglich zwei, drei Bausteine in die Kiste räumen. Die Eltern, denen es nicht schnell genug geht oder die befürchten, dass die Kleinen gleich wieder mit dem Spielen beginnen, räumen dann hastig den Rest weg. Hier hilft Konsequenz. Natürlich können Sie dem Kind helfen, gerade wenn es noch kleiner ist. Aber achten Sie bei älteren Kindern darauf, dass sie den Großteil ihrer Aufgabe allein erledigen - auch wenn das vielleicht am Anfang etwas länger dauert. Um das Ganze nicht überflüssig in die Länge zu ziehen, setzen Sie ein realistisches Zeitlimit. Etwa: Was in einer Viertelstunde oder bis zum Abendessen nicht an seinem Platz ist, wird aus dem Verkehr gezogen und bleibt für eine Weile verschwunden. Auf diese Weise entwickeln Kinder auch eine Wertschätzung für die Dinge, die sie haben (und behalten möchten).

An die eigene Nase fassen

Wenn Sie als Eltern eine gewisse Ordnung halten und Ihrem Kind zeigen, dass Aufräumen keine Strafe ist, sondern den Alltag erleichtert, wirken Sie als positives Vorbild.

Sie können Ihrem Kind beim Aufräumen durch Ihre Sprache außerdem eine gewisse Achtung vor den Dingen vermitteln, zum Beispiel indem Sie alte Dinge abgeben, weitergeben, aussortieren oder reparieren anstatt sie als "Plunder" oder "Gerümpel" einfach wegzuschmeißen.

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