Intrigen schon im Kindergarten?So handeln Eltern richtig

Wo viele Kinder aufeinandertreffen, kann es auch zu Streitigkeiten und Intrigen im Kindergarten kommen. Wenn Ihr Kind von anderen ausgegrenzt wird, sollten Sie das Problem ernst nehmen.

Intrigen schon im Kindergarten? So handeln Eltern richtig
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Der fünfjährige Sebastian sieht traurig aus, als seine Mutter ihn vom Kindergarten abholt. Sie muss nicht lange auf eine Erklärung warten. Schon zum wiederholten Mal haben ihn die drei anderen großen Jungs aus seiner Gruppe nicht in ihrer Räuberbande mitspielen lassen.

Was Sebastian erlebt, geschieht so oder ähnlich fast täglich in jedem Kindergarten. Ausgegrenzt zu werden ist nicht nur für das betroffene Kind schwer auszuhalten. Auch den Eltern macht es Sorgen, wenn ihr Kind von seinen Altersgenossen ausgeschlossen oder schlecht behandelt wird. Eine gute Unterstützung sind Mütter und Väter, die ein verständnisvolles und offenes Ohr für den Kummer ihres Kindes haben und ihn wirklich erst nehmen. Sicher sollten Sie es nicht überbewerten, wenn Ihr Kind mal über Ärger im Kindergarten berichtet. Wenn sich die Vorfälle aber mehren, sollten Sie der Sache auf den Grund gehen. Aufschlussreich kann zunächst ein Gespräch mit der Erzieherin sein. Manchmal hat diese das Problem bereits erkannt, manchmal aber auch nicht. Von jetzt an wird sie Ihr Kind und seine Spielgefährten sicher aufmerksam beobachten und gezielt auf das Problem eingehen können.

Das Problem ernst nehmen

Ihrem Kind haben Sie durch diesen Schritt schon geholfen. Indem Sie aktiv werden, zeigen Sie ihm, dass Sie sich seines Kummers annehmen und es nicht allein lassen. In einem ruhigen Gespräch zu Hause können Sie vielleicht eine kleine Begebenheit aus Ihrer eigenen Kindheit erzählen, als es Ihnen ähnlich ergangen ist. Kinder hängen dann förmlich an den Lippen ihrer Eltern und saugen jedes Wort in sich auf. Erfahren sie doch nichts anderes als: Mama oder Papa haben so etwas auch erlebt, sie verstehen mich wirklich.

Wichtig ist es dabei, den Blick nach vorne zu richten und nicht im Mitleid zu versinken, denn dann verliert ein Kind Sicherheit und Optimismus. Außerdem, und das können und dürfen wir unseren Kindern nicht ersparen, gehören Enttäuschungen zum Leben dazu - so schwer das auch manchmal auszuhalten ist.

Das Gespräch suchen

Wenn neben der eingangs beschriebenen Szene echtes boshaftes und intrigantes Verhalten im Spiel ist, können Sie sich auch an die Mütter oder Väter der betreffenden Kinder wenden. Diese werden wahrscheinlich gar nicht wissen, was ihre Kinder angerichtet haben und ernsthaft betroffen sein. Womöglich sind Sie als Eltern sogar selbst schon einmal in solch einer Situation gewesen. Auch hier gilt: Nehmen Sie das Problem ernst und sprechen Sie mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter. Gerade Kindergartenkinder sind sehr erreichbar für die Nöte ihrer Altersgenossen und sind außerdem bereit, einen Konflikt beizulegen und sich wieder zu versöhnen. Manchmal brauchen sie dazu jedoch noch die Hilfe der Erwachsenen.

Eltern sind Vorbilder

Wie bei allem sind wir als Eltern auch beim Thema Intrigen ein gutes oder schlechtes Vorbild für unsere Kinder. Manchmal ist es ganz hilfreich, das eigene Verhalten hinsichtlich Aufrichtigkeit und Authentizität einer Prüfung zu unterziehen. Kinder, die mitbekommen, wie Mama oder Papa sich am Telefon verleugnen lassen, weil sie keine Lust auf ein Gespräch mit einer bestimmten Person haben, am nächsten Tag aber genau zu diesem Menschen ausnehmend freundlich sind, speichern ein solches Verhalten ab. Ebenso nehmen es Kinder, vor allem wenn sie älter werden, sehr genau wahr, wenn Eltern gegenüber Dritten schlecht von anderen Menschen sprechen. Auch wenn es immer wieder Mut und Überwindung kostet, Konflikte mit unseren Mitmenschen direkt und persönlich zu klären, bleibt es doch der einzig ehrliche Weg. Kinder, die ein solches Miteinander kennen lernen, geraten viel seltener in Versuchung, selbst Intrigen zu spinnen.

Mitgefühl fördern

Wir können unseren Kindern zeigen, dass es menschlich ist, ein großzügiges und offenes Herz zu haben. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Ihr Kind war Gast auf der Geburtstagsfeier eines anderen Kindes. Als es selbst Geburtstag hat, beschließt es, genau dieses Kind nicht einzuladen. Manche Eltern werden nun sagen: "Da mischen wir uns nicht ein, das darf unser Kind ganz allein entscheiden." Doch es geht auch anders. Sie könnten zum Beispiel an das Mitgefühl Ihres Kindes appellieren: "Ich verstehe ja, dass du dich über sie/ihn geärgert hast. Aber stell dir mal vor, wie traurig das Kind sein wird, wenn es nicht zu deiner Geburtstagsfeier kommen darf, obwohl du doch auch bei ihm eingeladen warst." Im Allgemeinen bringen Kinder dann die Großzügigkeit auf, den zusätzlichen Gast willkommen zu heißen. Damit lernen sie nicht, gute Mine zum bösen Spiel zu machen, sie erhalten vielmehr eine Schulung in Sachen Einfühlsamkeit - ein wirksames Mittel gegen die Intrigenbildung.

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