Mama macht das schon?Jeder hilft im Haushalt mit

Einen Haushalt zu führen ist nicht nur anstrengend, sondern geht auch jedes Familienmitglied was an. Darum dürfen auch Kinder Aufgaben im Haushalt übernehmen. Sie können schon früh mithelfen.

Mama macht das schon? Jeder hilft im Haushalt mit
© Edyta Linek - Fotolia.de

Bei Familien mit kleinen Kindern sieht es zu Hause selten so gepflegt und ordentlich aus wie im Möbelkatalog. Vielerorts wird nach Rezepten gesucht, wie das tägliche Chaos im Haushalt besser in den Griff zu kriegen ist - vor allem wenn beide Eltern berufstätig sind. Wenn weder "Hotel Mama" gefragt ist noch eine Haushaltshilfe alle Wünsche erfüllt, bleibt eigentlich nur eine Lösung: Alle helfen mit. Aber wie lässt es sich organisieren, dass auch ohne Drohungen regelmäßig das Kinderzimmer aufgeräumt, die Spülmaschine bestückt und der Müll entsorgt wird?

Die Kleinsten helfen noch gerne

Kleine Kinder helfen meist noch gerne: Bei Viola saugt der knapp zweijährige Sohn begeistert den Staub, schwingt den Putzlappen oder deckt den Tisch. Auch wenn Mama teilweise etwas "nachbessern" muss, findet sie, dass das mit der Hausarbeit alles halb so wild ist, wenn ein Kind mit Freude und aus freien Stücken an die Aufgaben herangeht.

Dass manches zu zweit etwas länger dauert als alleine, nimmt auch Jana gerne in Kauf. Sie hakt das Tischdecken und Abräumen gemeinsam mit ihrem Eineinhalb-jährigen geduldig unter "Spiel" ab. Denn sie möchte die Hilfsbereitschaft ihres Kindes möglichst lange erhalten und damit einen guten Grundstein für später legen.

Das ist ganz im Sinne von Jutta Koop, stellvertretende Präsidentin des Deutschen Hausfrauen-Bundes und Expertin in Sachen Haushaltsmanagement. "Wenn Eltern ihre Kinder zu sehr entlasten, bekommen die Sprösslinge Probleme, sobald sie auf sich alleine gestellt sind. Dann bedauern sie als Studenten, dass ihnen die Mutter nicht doch öfter Erledigungen im Haushalt aufgetragen hat." Weil in Schulen kaum Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden, die Schüler fit machen für die Hausarbeit, bleibt eigentlich nur das Elternhaus als Übungsfeld.

Übungsfeld Elternhaus

Vorschulkinder sind noch voller Imitationsfreude und packen stolz mit an. Für sie ist alles Spiel und gerne wird nachgeahmt, was Eltern und Geschwister tun. Sie können schon mithelfen beim Zimmer aufräumen, mit dem Handfeger kehren, Tischdecken und Abräumen. Im Grundschulalter kann dann alles, was zunächst spielerisch eingeübt wurde, schon zuverlässiger ausgeführt werden. Dazu gehört zum Beispiel: das Bett selber machen, Waschbecken und Wanne reinigen, Geschirrspüler ein- und ausräumen oder kleine Einkäufe erledigen.

Mit zunehmendem Alter der Kinder wächst aber leider die Unlust an immer gleichen Aufgaben. Statt dessen diskutieren Jugendliche lieber über die Notwendigkeit, bestimmte Dinge zu tun. Koop: "Es gilt, den Kindern die Familie als gemeinsamen Betrieb deutlich zu machen, in dem jeder eine Funktion hat. Die anderen müssen sich darauf verlassen können, dass bestimmte Tätigkeiten erledigt werden, sogar wenn es keinen Spaß macht."

Auch bei Sylvia tun sich die Töchter (11 und 13 Jahre) "sehr schwer" mit den häuslichen Pflichten. Die Mutter fürchtet, dass sie ihren Nachwuchs schon viel zu sehr verwöhnt hat. Vielleicht hat sie versäumt, was die Autoren einer Broschüre über Zusammenarbeit in Kindertagesstätte, Schule und Familie empfehlen: "Kinder brauchen altersgemäße Aufgaben, die sie eigenständig erledigen. Nur so können Selbständigkeit und Verantwortungsbewußtsein eingeübt werden." Überforderung führt dabei schnell zu Resignation - Unterforderung dagegen zu Langeweile.

Teamgeist nutzt allen

Klar, dass Kinder zu Hause lieber nichts tun würden und sich gerne verwöhnen lassen - aber meist sind sie doch kooperativ, wenn es darauf ankommt. Es ist Sache der Eltern, die Pflichten klar zu definieren und darauf zu achten, dass sie erfüllt werden. Lange Listen nützen dabei wenig - besser wird die Aufgabenteilung als Team- oder Wochenplan schriftlich festgehalten und für alle gut sichtbar aufgehängt. Das Schönste daran: die Spalte für die Häkchen zum Abhaken. Zum Einstieg kann in einer Familien- oder Haushaltskonferenz besprochen werden, wer was, wie oft und wann macht.

Für besonders unbeliebte Arbeiten ist ein rotierendes Verfahren praktisch, so dass wöchentlich oder monatlich gewechselt wird. Es muss auch nicht an starren Regeln festgehalten werden: Natürlich kann es eine Ausnahme oder Vertretungs-regel geben, wenn bei Sohn oder Tochter eine Mathearbeit ansteht. Und nicht vergessen sollten die Eltern auch Lob und Anerkennung für die Hilfe.

Bestimmt fehlt den kleinen Helfern am Anfang bei vielen Tätigkeiten die Routine. Vieles würde man selbst schneller und besser machen. Aber langfristig zahlt es sich aus, wenn alle mit anpacken und nicht ein Familienmitglied (meist die Mutter) überlastet ist. Wenn bei der Hausarbeit Männer und Frauen, Jungen und Mädchen gleichermaßen beteiligt werden, profitiert die ganze Familie von Teamgeist und Partnerschaft. Nach getaner Arbeit lässt sich dann wunderbar gemeinsam etwas unternehmen oder faulenzen, denn alle haben mehr freie Zeit.

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