Sport für KinderAuf den Spaß kommt es an

Sport ist für Kinder sehr wichtig. Er schult das Körpergefühl und hilft dabei, dass sich die Kleinen richtig austoben können. Ob Fußball, Schwimmen oder Reiten die richtige Sportart ist, hängt vom Kind ab.

Sport für Kinder: Auf den Spaß kommt es an
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Schon im Vor- und Grundschulalter wird der Grundstein fürs spätere Leben gelegt. Was so trivial klingt, gerät leider gelegentlich in Vergessenheit. Ob ein Kind sich zum Sportmuffel, zum Leistungssportler oder zum fröhlichen Freizeitjogger entwickelt, entscheidet sich oft mehr oder weniger zufällig in der Zeit zwischen Kindergarten und Schulsport. Körperliche Fitness, Gesundheitsvorsorge, Spaß an der Bewegung oder Geselligkeit sind die Hauptgründe, die Erwachsene für sportliche Aktivitäten in der Freizeit anführen. Kinder wollen bei "ihrem" Sport meist "einfach Spaß haben".

Sport tut gut

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass frühe Bewegungserfahrungen nicht nur die Leistungsfähigkeit von Muskeln und Organen stärken und damit Haltungsschäden und gesundheitlichen Problemen vorbeugen, sondern gleichzeitig die Wahrnehmungsfähigkeit, soziale Kompetenz und sogar die Intelligenz fördern. Allerdings kommt nicht jeder als Fußballspieler oder Wasserratte auf die Welt. Das Angebot der Sportvereine ist riesig und sollte von Ihnen als Eltern sorgfältig geprüft werden. Im besten Fall begleitet ein Sport Ihr Kind ein Leben lang. Die meisten aktiven Freizeitsportler - egal welcher Sportart - "haben das schon als Kind gern gemacht".

Die Wahl zur Sportart des Kindes

Die optimale Wahl der Sportart hängt von den unterschiedlichsten Faktoren ab. Einige grundsätzliche Dinge vorab:

  1. Überlegen Sie, was Ihr Kind gut kann und wo es eventuell Schwächen hat. Erfolgserlebnisse sind wichtig für die Motivation. Wer immer gegen die eigene Begabung zu kämpfen hat, tut sich schwer und verliert schnell die Lust. So hat der Zwang zur Leichtathletik schon unzähligen Schülergenerationen den Spaß am Sport verleidet.
  2. Wie kommt Ihr Kind in einer Gruppe Gleichaltriger zurecht? Ist Ihr Kind sehr schüchtern, so hilft es manchmal schon, zwei Freunde (oder Geschwister) zusammen im Sportverein anzumelden.
  3. Ist der Verein verkehrstechnisch für Sie gut erreichbar? Besonders bei jüngeren Kindern sollten Sie diesen Aspekt bedenken, denn im Zweifelsfall müssen Sie als Taxi fungieren oder Fahrgemeinschaften bilden.

Als optimalen Zeitpunkt, mit einer Sportart zu beginnen, nennen Kinderärzte und Sporttherapeuten den Eintritt in die Schule. Nach dem ersten Gestaltwandel haben sich die Glieder gestreckt, die Kinder sind hoch motiviert und leistungsfähig. Ganz abgesehen davon, dass in der Schule der natürliche Bewegungstrieb oft zu kurz kommt und dringend Ausgleich geboten ist. Welchen Sport Ihr Kind schließlich auch wählt (und es sollte Ihr Kind sein, welches diese Wahl trifft, nicht Sie!), wichtig ist vor allem, dass es Spaß daran hat. Vereinbaren Sie in jedem Fall eine Schnupperstunde oder eine Probezeit.

Sportarten im Überblick

Kinderturnen

Kindern ab drei Jahren (als Mutter-Kind-Turnen) ermöglicht das Kinderturnen Bewegungserfahrungen wie Schwingen, Schaukeln, Rutschen, Springen, Klettern, Ball fangen oder einfache Spiele. Sehr wichtig ist die Rahmengestaltung durch den Trainer. Kinder im Vorschulalter lieben Singspiele und kleine Geschichten, in die man die Übungen einbaut. Kosten: gering. Je nach Verein als Kursgebühr oder Mitgliedsbeitrag (ab 30 Euro/Jahr).

Schwimmen

Auch aus Sicherheitsgründen empfiehlt die DLRG, Kinder möglichst früh ans Wasser zu gewöhnen. Schwimmkurse werden aber meist erst für Kinder ab fünf Jahren angeboten. Für Wasserratten gibt es weiterführende Kurse und in fast jeder größeren Gemeinde einen Schwimmverein. Echtes Schwimmtraining beginnt meist im Grundschulalter. Dann kann Schwimmen aber bis ins hohe Alter ausgeübt werden.

Weitere Vorteile: regelmäßiges Training bringt schnell Erfolgserlebnisse, die Verletzungsgefahr ist minimal, Schwimmen ist hervorragendes Herz-Kreislauftraining. Kosten: gering. Mitgliedschaft bei DLRG oder Schwimmverein ab 40 Euro/Jahr. Erstschwimmmerkurse ab 50 Euro.

Fußball

Das Spiel mit dem Leder ist immer noch der Mannschaftssport für Jungs. Als Vorraussetzungen sollte Ihr Kind Ballgefühl und Ausdauer mitbringen. Außerdem muss es sich in einer Gruppe behaupten und auch Misserfolge verdauen können. Vorteil: Das Zusammenspiel in einer Mannschaft stärkt kommunikative Fähigkeiten, Sozialkompetenz und Teamgeist. Meist identifizieren sich die Kinder voll und ganz mit "ihrer Mannschaft". Mögliche Nachteile: Spiele und Turniere sind oft an Wochenenden und Fußball birgt eine relativ hohe Verletzungsgefahr. Kosten: gering. Mitgliedschaft im örtlichen Fußballverein rund 40 Euro/Jahr plus Kosten für Schuhe und Trikots.

Judo

Die japanische Kampfsportart kommt immer mehr in Mode und wird auch in der Gewaltprävention eingesetzt. Judo ist (japanisch: "der sanfte Weg") nicht nur Sport, sondern auch Lebenseinstellung. Die stark reglementierten Wurftechniken werden stets mit einem Partner geübt, dem es mit Respekt zu begegnen gilt. Mut und Stärke sollen mit gegenseitiger Hilfe und Fairness gekoppelt werden.

Vorteile: Judo stärkt Körpergefühl und Sozialkompetenz gleichermaßen. Mögliche Nachteile: Da die Techniken sehr komplex sind, braucht das Kind viel Geduld bis zum ersten Erfolg. Außerdem sind viele Vereine stark wettkampforientiert, was für schwächere Kinder frustrierend sein kann. Auch Verletzungen kommen gelegentlich vor. Kosten: etwas höher. Mitgliedschaft im Verein rund 150 Euro/Jahr plus Kosten für Judoanzug und Prüfungsgebühren.

Reiten oder Voltigieren

Seit Jahrzehnten sind Reiten oder Voltigieren Dauerbrenner bei den Mädchen. Die Bewegung mit und auf dem Pferd erfordert Einfühlungsvermögen ebenso wie Ausdauer und Mut. Gleichzeitig mögen viele Kinder den liebevollen Umgang mit den Tieren. Die therapeutische Wirkung des Reitens wird sogar in der Arbeit mit Behinderten genutzt. Vorteile: bei der korrekten Pflege lernen die Kinder den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren. Die ruhige Atmosphäre im Stall bildet einen guten Gegenpol zum hektischen Alltag. Das Reiten selbst stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern auch das Selbstbewusstsein. Mögliche Nachteile: Auch hier lässt der Erfolg oft lange auf sich warten. Verletzungsgefahr besteht nicht nur auf dem Pferd, sondern vor allem durch das Pferd (Bisse, Tritte und Ähnliches). Achten Sie deshalb darauf, dass ihr Kind in Umgang und Pflege gut unterwiesen wird. Kosten: hoch. Reitstunden rund 13 Euro/Stunde, Voltigieren rund 7 Euro/Stunde plus Ausrüstung wie Reithelm, Bekleidung und eventuell Putzzeug.

Ballett & Tanz

Ihr Kind sollte musikalisch sein und sich gut in eine Gruppe einfügen können. Vorteile: selbst kleine Fortschritte sieht man sofort, kein Wettbewerbscharakter, die Freude an der Bewegung steht im Vordergrund. Mögliche Nachteile: Balett und Tanz bieten wenig Freiraum aufgrund vorgeschriebener Choreographien und Abläufe. Kosten: in Ballettschulen eher hoch, rund 300 Euro/Jahr. Oft bieten aber auch Volkshochschulen, Turnvereine oder Karnevalsvereine entsprechende Gruppenkurse günstiger an.

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