Was hat Rhythmik mit Bildung zu tun?Aktuelle Bedeutung und praktische Umsetzung

Die Verbindung von Musik und Bewegung begeistert Kinder und fördert zugleich zahlreiche sensorische, emotionale und soziale Fähigkeiten. Welche Rolle sollte die Rhythmik auch in Zukunft in KiTas spielen?

Ein Blick durch den Türspalt: Eine Gruppe von drei- bis fünfjährigen Kindern sitzt auf Matten in der Mitte des Raumes. Jedes Kind wird individuell begrüßt - nicht per Handschlag, sondern auf ganz eigene Weise. Antonia streckt schon erwartungsvoll ihre Hand nach vorn. Auf ihrer Handinnenfläche streicht die Rhythmikerin mit ihren Fingern breit-flächig einen Kreis und tippt dann nacheinander jede Fingerkuppe an. Dazu begleitet sie das Streichen mit einem stimmlich schwunghaften „schiuwi" und das Tippen und Tupfen mit einem rhythmisierten „klack-klack" in der Stimme. Dann sagt sie natürlich auch „Guten Tag, Antonia". Antonia wiederholt das Malen in Verbindung mit dem Stimmklang in der Hand der Rhythmikerin und begrüßt sie ebenfalls. Bald sagen sich die Kinder untereinander auf diese Weise guten Tag. Die Atmosphäre ist intim und die zwölf Kinder entwickeln große Geduld, bis jedes von ihnen an der Reihe war. Sie schauen interessiert, wer welches Motiv erhält und wie genau es reproduziert wird. Hilfen sind willkommen, wenn ein Motiv und die stimmliche Begleitung nicht erinnert werden. Die Kinder nehmen dieses Ritual positiv auf, sie erfinden immer neue Varianten wie z.B. die Übertragung des „Handmalens" auf den Rücken. Sie schließen die Augen, um das Handbild nur zu spüren und zu hören oder Geräusche in entsprechende Handbilder zu übersetzen. Sie übertragen Handbilder mit den gleichen Geräuschen auf den Fußboden, vergrößern oder verkleinern sie.

Lern- und Erfahrungsebenen in der Rhythmik

Dieses kleine Einstiegsritual wird von den Kindern erfahrungsgemäß über Monate eingefordert. Es ist eine individuelle Begrüßung, auf die sie Wert legen. Mehr und mehr gestalten sie diese Begrüßung selbst und kommen darüber mit einer breiten Palette von Erfahrungs- und Lernfeldern in Kontakt. Ihre Neugier verschafft ihnen zum einen faktisches Wissen über die Anatomie der Hände, über die Bedeutung von Händen in verschiedenen Kulturen, sie erleben die Einmaligkeit ihrer Hände mit deren individuellen Merkmalen; sie erfragen beispielsweise die Bedeutung der Lebenslinie. Im Umgang mit diesem Ritual werden sie zum anderen mit Gefühlsregungen konfrontiert: Nicht jedes Kind lässt sich an der offenen, verletzlichen Handinnenfläche berühren. Ängstlichkeit bei diesem intimen Körperkontakt, aber auch Erregung machen sich breit, weil es kitzelt, Freude, weil die Berührung als angenehm empfunden wird, und Stolz, weil die Handspur und das Geräusch richtig erinnert wurden; Stolz auch, selbst Erfinder von Malerei und Klang zu sein. Gleichzeitig werden in diesem Ritual Fähigkeiten geschult, die zum handwerklichen, zum alltäglich-sozialen Bereich und zum ästhetischen Wahrnehmungsbereich gehören. Die Kinder lernen, ihre Formvorstellung „handwerklich" in eine Bewegung zu übertragen, die durch Vergrößerung oder Verkleinerung ihre Verhältnismäßigkeit auf der Handinnenfläche ausdrückt. Sie erproben ihre Stimme mit der Intention, eine Entsprechung zur Bewegungsdynamik, das heißt den Energieverlauf, die Schwunghaftigkeit oder Führung der Bewegung, und zur Artikulation zu finden. Sie erleben durch die Rhythmiklehrerin eine Stimm- und Bewegungsqualität, die sie in ihren eigenen Experimenten nachhaltig prägt. Zusätzlich ist die Merkfähigkeit der Kinder gefragt und sie aktivieren ihr Körpergedächtnis, ihr visuelles und auditives Gedächtnis, um diese Begrüßungsform genau wiederzugeben. Das bedeutet, dass sie Gesehenes, Gehörtes und Gespürtes in Zusammenhang bringen müssen, statt sie als Einzelfaktoren aufzurufen. Die Kinder lernen zudem Geduld und den Umgang mit Langsamkeit. Sie erkennen im Laufe der Zeit, dass es sich lohnt, aufmerksam zu sein, dass jedes Kind Zeit braucht und es gut tut, sich Zeit nehmen zu können und Zeit zu bekommen. Sie lernen, andere in ihrem taktilen und auditiven Wahrnehmungsprozess nicht zu stören.
Dieses kurze Aufblättern verschiedener Lern- und Erfahrungsebenen soll andeuten, wie vielfältig die Anknüpfungspunkte für eine jeweilige Vertiefung und das Aufbereiten sich daraus ergebender Themenkomplexe ist. Wichtig ist mir allerdings, dass das „Handgemälde" und die stimmliche Äußerung als Anlass und Übung zugleich verstanden werden und die Einzelfaktoren des sozialen, musikalischen und bewegten Erfahrungsfeldes qualitativ gut vermittelt werden. Insgesamt kommt es im Rhythmikunterricht nicht auf die Vielzahl der Spiele und Übungen an, sondern vielmehr darauf, sie auf ihren musikalischen, bewegungsbezogenen, sozial-kommunikativen, sprachlichen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Fundus hin „abzuklopfen". Eine Erfahrungsebene durch die andere zu aktivieren und zu intensivieren und damit ein Lernen über kreative Verknüpfungen zu fördern, ist ein wichtiges Ziel des rhythmischen Prinzips.

Was hat es mit dem Begriff „Rhythmik" auf sich?

Natürlich spielt der Rhythmus in der Rhythmik eine Rolle: sei es der musikalische Rhythmus, der Rhythmus in der Bewegung oder in anderen Künsten, sei es der Rhythmus, der sich aus der Erfahrung von Gegensätzen wie Spannen - Lösen etc. ergibt. „Rhythmik" ist im Laufe der Zeit zu einer Fachbezeichnung geworden, die mehrere Ebenen in sich vereinigt. Die Ursprünge der Rhythmik gehen auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Zu dieser Zeit entwickelte der Schweizer Komponist und Musikpädagoge Emile Jacques-Dalcroze eine körperorientierte Musikpädagogik. Diese revolutionäre Herangehensweise an den Musikunterricht - geliebt und umstritten - fand schnelle Verbreitung und zeigte Erfolge auf vielen Gebieten der schulischen und alltäglichen Lebensbewältigung von Kindern: Beobachtet wurden erhöhte Konzentrationsphasen, ein differenzierteres Hören und Zuhören, ein besseres Körperbewusstsein sowie die Fähigkeit, den Körper in Kraftdosierung, Koordination und Isolation geschmeidiger und zielgerichteter zu nutzen. Die Gruppenarbeit hatte zudem Auswirkungen auf die sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Diese Wirkungspalette, die sich allein aus der Beschäftigung mit den Zusammenhängen von Musik und Bewegung sowie mit der Rezeption von Musik und dem aktiven Musizieren ergab, hatte zur Folge, dass viele Pädagogen und Künstler Rhythmik studierten, auch wenn sie ursprünglich nicht aus der Fachrichtung Musik kamen. So erklärt es sich, dass die Rhythmik neben der Musikschule Eingang in die Institution Schule, in Therapiezentren, in die Arbeit mit behinderten Menschen, in Kindergarten und Hort wie auch in die Erwachsenenarbeit fand. Zudem ergab sich die Zusammenarbeit mit anderen Künsten wie beispielsweise Tanz und Schauspiel.

Was sind die Ziele der Rhythmik?

Rhythmik hat sich heute zu einer umfassenden Wahrnehmungs- und Ausdrucksschulung entwickelt, die sich als Methode der ästhetischen Bildung begreift und darauf zielt, den Menschen in seiner Persönlichkeitsentwicklung ganzheitlich zu unterstützen. Die Arbeitsweise der Rhythmik basiert auf der Annahme einer Wechselwirkung von Erfahrungen und Erkenntnissen, die über Musik/Bewegung und erweiternd über Stimme/Sprache, Elemente der Bildenden Kunst sowie den Umgang mit verschiedenen Materialien ausgelöst werden. Über diese Mittel gelingt es, die Sinneskanäle anzusprechen, sie zu aktivieren und die Wahrnehmungsfähigkeit zu differenzieren. Auf der Basis sinnlicher Eindrücke gelingt es im Bereich der Sprache, der Naturwissenschaften, des sozialen Lernens, der Mathematik und der Ästhetik Erfahrungen zu sammeln, Erkenntnisse zu gewinnen und auf diese Weise Bildungsprozesse zu initiieren. In der Rhythmik geht es aber auch wesentlich darum, sinnliche Eindrücke wieder zum Ausdruck zu bringen. In der „Momentaufnahme" der Improvisation und in einem gestalterischen Rahmen werden Situationen geschaffen, in denen die eigenschöpferische Ausdrucksfähigkeit geübt wird. Sie kann körperlich, verbal, musikalisch, bildnerisch und in einer Mischform erscheinen. Wichtig ist, dass jedes Kind seine Stärken entdeckt, seine Unsicherheiten im Hinblick auf den Erfolg durch andere Ausdrucksformen allmählich überwindet, Selbstvertrauen aufbaut, um sich an ungewöhnliche Situationen heranzuwagen, und dabei lernt, mit Stärken und Schwächen selbstbewusst umzugehen. Hier setzt die Rhythmik bei den Notwendigkeiten und Bedürfnissen der jeweiligen Gruppe an und verfolgt von der Einzel- über die Partner- bis hin zur Gruppenarbeit ein progressives Erfahrungs- und Lernkonzept.

Bedeutung der Rhythmik in der Bildungsdebatte

Rhythmik ist eines der Verfahren, mit denen seit Jahrzehnten kontinuierlich Konzepte für die Altersspanne der Drei- bis Sechsjährigen in Kindertagesstätten, Musikschulen, in der Behindertenarbeit wie auch in der freien Praxis erarbeitet und überprüft werden (entweder als externes Vormittags- bzw. Nachmittagsangebot oder eingebettet in das Konzept des Kindergartenalltags). Rhythmik will sich dadurch auch in der aktuellen Bildungsdebatte positionieren. Seit Jahren schon wird diskutiert, inwieweit die frühen Kindheitsjahre in die Betrachtung von Bildungsprozessen einbezogen werden müssen. Dabei werden Begriffe wie Entwicklung, Förderung und Lernen in der erziehungswissenschaftlichen, politischen und pädagogischen Diskussion unterschiedlich als bildungsvorbereitende Prozesse oder bereits als Bildungsprozesse bewertet. Durch die Bildungspläne der Länder werden Kindergärten und KiTas nun ganz offiziell mit einer Bildungsaufgabe betraut. So wurden in nahezu allen Bundesländern Bildungspläne verabschiedet und Bildungsvereinbarungen mit den Spitzenverbänden als Zentralstellen der Trägerzusammenschlüsse getroffen, die für die Einrichtungen verbindliche und beratende Bestandteile beinhalten. In den Bildungsvereinbarungen von Nordrhein-Westfalen beispielsweise wird explizit darauf hingewiesen, dass „Bildung nicht nur die Aneignung von Wissen und Fertigkeiten beinhaltet, sondern dass gleichermaßen die Kinder in ihren sensorischen, motorischen, emotionalen, ästhetischen, kognitiven, sprachlichen und mathematischen Entwicklungsbereichen zu begleiten, zu fördern und zu fordern sind". Als weiteres Ziel der Bildungsarbeit wird genannt, „Kinder in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen, sie dabei zu unterstützen, ihre Entwicklungspotenziale möglichst vielseitig zu nutzen und ihre schöpferischen Verarbeitungsmöglichkeiten zu erfahren".
Durch die auf eine Wechselwirkung angelegte Umgangsweise der Rhythmik mit Musik, Bewegung und Sprache werden die genannten Entwicklungsbereiche direkt angesprochen. Zudem wird dem Zusammenhang von Eindrucks- und Ausdrucksfähigkeit als persönlichkeitsförderndem Aspekt besondere Beachtung geschenkt. Des Weiteren wird deutlich, dass Bildung die Entwicklung von Kompetenzen beinhaltet, das Leben zu bewältigen. Mit „Kompetenzen" sind hier die Fähigkeiten gemeint, aktiv und rezeptiv mit der Umwelt umzugehen - sowohl mit Materiellem als auch mit anderen Lebewesen und sich selbst. Dieser Umgang findet handelnd, fühlend und denkend statt. Kompetenzen sind nicht angeboren: Sie werden erworben. Erfahrungen zu sammeln, Verhaltensweisen und Techniken einzuüben, Gefühle zu empfinden, Meinungen zu entwickeln und Bewertungen zu treffen - all das gehört ebenso zur Aneignung der Kompetenzen wie der Erwerb faktischen Wissens. Zusätzliche Nahrung erhält die Bildungsdiskussion durch neuere Ergebnisse der Hirnforschung. Hier wird von der neuronalen Netzwerkentstehung in Verbindung mit optimalen „Zeitfenstern" gesprochen, die sich öffnen, aber auch schließen. Innerhalb dieser „Zeitfenster" sind optimale Erfahrungs- und Lernprozesse möglich, die sich in neuronalen Verknüpfungen widerspiegeln und sich z.T. tatsächlich nur in bestimmten Altersabschnitten natürlich ergeben. Genau hier setzt Rhythmik an: Deren Arbeitsweise rückt die Be-deutung der Sinneswahrnehmung für die Entwicklung neuronaler Netzwerke in den Vordergrund und schafft Rahmenbedingungen, inner-halb derer Erfahrungen auf vielschichtigen Wahrnehmungsebenen möglich sind. Durchgängig zeigt sich in der Diskussion, dass sich der Blick auf das Kind in den letzten Jahren verändert hat. Zu dem Blick von Erwachsenen, Eltern, ErzieherInnen, dass das Kind in seiner Entwicklung - eingebettet in emotionale und soziale Beziehungen - gefördert werden soll, gesellt sich jetzt der Blick auf das Gegenüber: das Kind mit einer ganz eigenen Weise, sich Welt anzueignen; auf das Kind mit seinem Forscherdrang und seiner Aktivität, seiner Motivation und Neugier und auf die Art und Weise, wie es den Weg der Aneignung mitbestimmt - wenn nicht gar selbst steuert - oder wie es begleitet werden will. Sich selbst zu erproben, sich die Umwelt anzueignen und im Zusammenspiel mit anderen einzuordnen, entspricht der grundsätzlichen Sichtweise von Rhythmik. Somit sind die Prinzipien des Forschens, des handelnden Erfahrens und des Lernens die wichtigsten Parameter, die es im Rhythmikunterricht zu beachten gilt. Inhalte und Methoden des Rhythmikunterrichts werden vorwiegend durch die Beobachtung und Toleranz der Einzelnen und der Gruppe bestimmt.
Für die pädagogische Praxis haben diese Diskussionen zwei Konsequenzen: Zum einen sind die aktuellen Forschungserkenntnisse und Bewertungen mit neuen Herausforderungen für Eltern, ErzieherInnen und PädagogInnen verbunden, zum anderen liegt hier die Chance, bisher praktizierte pädagogische Verfahren und Sichtweisen zu überprüfen und unter wissenschaftlichem Aspekt zu verorten. Genau hier ist der Punkt, an dem ästhetische Verfahren wie das der Rhythmik einhaken und ihr Potenzial zum Tragen kommen lassen.

Praxisbeispiele aus den Bereichen Musik und Bewegung

  • Stopp - Start - Reaktion
    Durch das Spiel auf der Trommel werden die Kinder angeregt, sich im Raum zu bewegen. Bei einem Musikstopp bleiben alle stehen, es soll keine Bewegung mehr sichtbar sein. Der Wechsel von unterschiedlich langen Phrasen und der dynamische Verlauf machen den Reiz des Spiels aus. Mal laut, mal leise gespielt, werden die Kinder in ihrer Bewegungsart unbewusst beeinflusst.
  • Zeige, was du hörst
    Hier geht es um verschiedene Fortbewegungsarten: Die Trommel „erzählt" mit ihrem Klang und der Art, wie sie in Artikulation, Dynamik und Tempo gespielt wird, welche Qualität der Bewegung angesprochen wird. Die Kinder experimentieren, ihre individuellen Lösungen werden angeschaut und besprochen. So wird gemeinsam ein Kriterienkatalog entwickelt, der wichtige Merkmale einer Musik- und Bewegungsentsprechung beinhaltet. Die Kinder können das Trommelspiel auch selbst übernehmen. Es ist beeindruckend, wie differenziert sie spielen und was sie an spieltechnischen und musikalischen Eindrücken in ihrem Spiel anwenden. Für die Bewegung gilt Ähnliches: Durch die Koppelung an die Musik haben sie ein Bewegungsspektrum in verschiedenen Qualitäten erlebt, so dass sie auf die Differenzierung von Krafteinsatz, geführter oder schwunghafter Bewegung, von fließendem und gestopptem Bewegungsverhalten zurückgreifen können.
  • Spiele, was du siehst
    Nun geht es umgekehrt: Ein Kind aus der Gruppe präsentiert seine Gangart und wird auf der Trommel begleitet. Wieder beratschlagen die Kinder die Entsprechung von Musik und Bewegung. Für die erprobten Fortbewegungsarten suchen sie eigene Namen.

Diese kurzen Beispiele sind Teil eines Übungsfeldes, das die Kinder durch variantenreiche Wiederholung immer mehr durchdringen, eigenständig weiterentwickeln und selbstständig in Musik, Bewegung, Sprache und Kommunikation anwenden.

Mögliche Erfahrungs- und Lernebenen dieser Übungsverläufe

  • Kinästhetische Wahrnehmung: Differenzierung der Körper-Raum- und Bewegungswahrnehmung, beeinflusst durch musikalische Erfahrungen
  • Bewegungsdifferenzierung in den Bereichen Energie und Ausdruck
  • Auditive Wahrnehmungsschulung: Differenzierung im aktiven und rezeptiven Umgang mit Musik, beeinflusst durch Bewegungserfahrungen
  • Bewerten von Klang- und Bewegungsübereinstimmungen und deren Qualitäten
  • Lernfeld Kommunikation: Bewertung und Kritik bei Vorschlägen, Umgang mit Beurteilung, Ergreifen der Initiative, Sich Einlassen auf Gegebenheiten, Entwicklung von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen in der Übernahme von Leitungsaufgaben
  • Wissenserwerb in Bezug auf die Klangerzeugung
  • Spielerischer Umgang mit konventionellen und unkonventionellen Spielweisen auf dem Instrument
  • Sprachliches Lernfeld: z. B. Erweiterung des Wortfeldes „gehen".

Praxisbeispiele aus dem Bereich Materialerfahrung

Ausschnitte aus einer Beschäftigung mit Seilen:

  • Die Kinder haben die Augen geschlossen und ertasten nacheinander ein Seil. Was fühle ich, wo liegen die Besonderheiten dieses Seils, welche speziellen Eigenschaften hat es? Die Kinder vergleichen und suchen nach Worten für ihre Empfindungen. Aus diesem „Wortschatz" lässt sich leicht ein Sprechvers entwickeln. Eine gestalterische Form des Verses bietet sich durch Variationen in Sprechrhythmus, Tempo, Dynamik und einer illustrierenden Bewegung an, die sich aus der forschenden Fühlbewegung der Vorübung ergeben kann.
  • Zwei Kinder stehen sich gegenüber, jedes hat zwei Seilenden in den Händen, die straff gehalten werden. Nun werden die Seile bewegt: parallel, gekreuzt, eins oben, eins unten usw. Ein anderes Kind setzt sich in Beziehung zu den Seilen, indem es unter ihnen hindurchläuft, zwischen ihnen steht, die Hände auf das Seil legt usw. Spielerisch setzen die Kinder sich so mit grammatikalischen Fragen auseinander, hier z.B. mit Präpositionen.
  • Zugang zum eigenen Körper finden
    Ein Kind liegt auf dem Boden, die Partner legen seine Körperlinie mit einem Seil nach. Dann steht das Kind auf, betrachtet seinen Körperumriss und kann Größe und Umfang des eigenen Körpers mit dem subjektiven Gefühl vergleichen. Variation: Ein Kind steht in einer be-stimmten Haltung vor einer Wand und der Körperumriss (Schatten) wird mit Kreppband auf die Wand geklebt.
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