Gesinnungsethik

Gesinnung bezeichnet die ethischen (guten, weniger guten oder schlechten) Grundeinstellungen, die Absichten, die ein Handeln im voraus zur Aktivität bestimmen. In der früheren Ethik ist das mit Gesinnung Gemeinte beim Thema der Intention mit besprochen (Augustinus †430, Peter Abaelard †1142). In der neueren Ethikdiskussion kritisierte M. Weber († 1920) die Gesinnungsethik, unter der er alle ethischen Auffassungen verstand, nach denen ausschließlich der Eigenwert des ethischen Handelns zu dessen Rechtfertigung genüge. Gemeint war von ihm pauschal »die christliche Ethik«. Die von Weber vertretene Verantwortungsethik (Verantwortung) bezeichnet die Haltung desjenigen, der bereit ist, für die voraussehbaren und von ihm vorausgesehenen Folgen eines Handelns »aufzukommen«. Die bis zur Gegenwart andauernde Diskussion konnte nicht klären, ob eine Gesinnungsethik in reiner Form überhaupt vertreten wird.