Bulgarien

Von den knapp acht Millionen Einwohnern Bulgariens bekennen sich 85 Prozent zum orthodoxen Glauben. Etwa 13 Prozent sind Muslime; sie setzen sich zusammen aus den 750 000 Angehörigen der türkischen Minderheit und den 250 000 Pomaken, die ethnisch als Bulgaren gelten. Die Katholiken stellen mit etwa 90 000 Gläubigen gut ein Prozent der Bevölkerung; von ihnen folgen 15 000 dem byzantinischen Ritus. Rund 50 000 Anhänger verzeichnen heute die Pfingstchristen. Methodisten, Adventisten, Lutheraner, Reformierte und Freikirchen sind in kleinen Gruppen ebenfalls präsent.

Zu Beginn der KP-Herrschaft waren rund 600 Priester ermordet, viele weitere in Arbeitslager verschleppt worden. Viele Gotteshäuser wurden beschlagnahmt oder zerstört. In den folgenden Jahrzehnten war die Zulassung zur Priesterausbildung beschränkt. Die Folge ist, dass die heutige bulgarische Orthodoxie unter starkem Mangel an Priestern und Mönchen leidet. Zwar bereiten sich heute rund 500 Studenten auf das Priesteramt vor, doch den theologischen Fakultäten mangelt es an Ausstattung und zeitgenössischer Fachliteratur.

Der Kirche wohl gesonnene Kritiker werfen ihr vor, das von den Kommunisten hinterlassene geistige Vakuum nur sehr unzulänglich zu füllen. Gerade bei vielen jungen Menschen werde das Interesse am Glauben nicht zu wecken versucht. Das religiöse Wissen ist bei vielen erschreckend gering.

(Stand Mai 2002)