Europa nach dem Zweiten Weltkrieg

In Europa war die Phase von 1945 bis 1991 hauptsächlich geprägt durch die politische Aufteilung des Kontinents in zwei Teile, die jeweils mit dem größten Teil der Staaten Mitglieder in einer der Parteien des Kalten Krieges wurden. Damit verbunden war neben der politischen und militärischen auch eine wirtschaftliche Einbindung in die jeweiligen Systeme.

Europa nach dem 2. Weltkrieg
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Norwegen wird NATO-Mitglied

Eine Ausnahme im Bereich des westlich orientierten Europas stellte die Schweiz dar, die ihre traditionelle Neutralität beibehalten konnte. Auf Seiten des östlich orientierten Europas versuchte Jugoslawien seine totale Einbindung in das sozialistische System zu verhindern und blieb bis zu seiner Auflösung blockfrei. In Fragen militärischer Zusammenschlüsse zogen auch Finnland, Irland und Schweden vor, Nichtmitglieder der NATO zu bleiben. Das traditionell eher neutral und isoliert agierende Norwegen hingegen schloss sich dem westlichen Verteidigungspakt an. Der Hintergrund war, dass aufgrund von Gebietsabtretungen Finnlands Norwegen nach 1945 eine gemeinsame Grenze mit der Sowjetunion bekam und durch die Neutralität Schwedens eine skandinavische Verteidigungsallianz scheiterte. Durch die Streitigkeiten um Spitzbergen sowieso in einer latenten Konfliktsituation mit der Sowjetunion, trat Norwegen 1949 schließlich der NATO bei.

Ein geteiltes Europa wächst

Besonders deutlich wurde die Trennung des Kontinents in Deutschland, welches die Blockgrenze im eigenen Land hatte und in zwei Staaten aufgeteilt war. Grenzstaat im Ost-West-Konflikt war weiterhin Österreich, das sich zwar nach Erhalt seiner Souveränität 1955 nicht der NATO anschloss, aber westlich orientiert war. Griechenland und die Türkei hingegen waren als NATO-Mitglieder direkte Grenzstaaten zum Hegemoniebereich der Sowjetunion. Die Staaten des westlich orientierten Europas zeigten während des Kalten Krieges differenzierte Strukturen in Wirtschaft und Gesellschaft. So entwickelten die skandinavischen Länder verstärkte Bemühungen, sozialstaatlich geprägte Systeme auszubilden, und erlebten einen starkes Anwachsen des Dienstleistungssektors.

Die Industriestaaten

In den alten Industriestaaten wie beispielsweise Großbritannien und Deutschland wuchs zunächst die Industrieproduktion, mit Verzögerung aber auch der tertiäre Sektor – in Großbritannien allerdings viel schneller als in Deutschland. Hier ist der Industriesektor noch bis heute dominant geblieben.

Südeuropa

Die Staaten Südeuropas waren – bis auf den Norden Italiens – weitgehend geprägt durch den primären Sektor der Landwirtschaft. Zusätzlich erschwerend für die politische und wirtschaftliche Einbindung Südeuropas in die westeuropäischen Strukturen waren die Diktaturen, die bis in die 1970er-Jahre in Griechenland, Spanien und Portugal herrschten.

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