Asien vor dem Ersten Weltkrieg

In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg gab es in Asien drei Gruppen von Staaten: Erstens Russland mit seinem Imperialismus auf dem Landwege, zweitens die von überseeischen Mächten aus Europa kontrollierten Gebiete und drittens die formal unabhängig gebliebenen Staaten, hier vor allem Japan und China. Diese beiden Reiche hatten grundsätzlich wenig Interesse an einem Austausch mit den Europäern oder gar einer Intervention, wurden jedoch dazu gezwungen.

Asien vor dem 1. Weltkrieg
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Handel zwischen China und Europa

Ein wesentliches Element beim Austausch zwischen diesen Ländern und Europa stellte der Handel dar. Zunächst versuchten europäische Händler bzw. Wirtschaftsvertreter auf friedlichem Wege zu einer Einigung zu gelangen. Gelang dies nicht, so wurde u. a. mit Hilfe von Militär, vor allem von Kriegsschiffen, eine Öffnung erzwungen. In China erfolgte dies ab 1842 (Vertrag von Nanking). Dadurch wurden fünf Häfen geöffnet. In der Folge nahm der Druck weiter zu, dies nicht zuletzt auch über den Opiumhandel. Der chinesische Staat geriet dadurch und durch massive Aufstände unter Druck, ohne jedoch zu zerbrechen. Ferner blieben die chinesischen Händler in ihrer Masse europafeindlich und behinderten die europäische Wirtschaftsentfaltung.

Der Aufstand der Boxer

Die Aggressivität sowie die technischen, politischen und wirtschaftlichen Mittel der Europäer erwiesen sich letztlich doch als überlegen. Für China bedeutete dies die indirekte Unterjochung. Den Anlass dazu bot der Aufstand der Boxer (1898–1900), einer radikalen christenfeindlichen Bewegung, die Peking besetzte und die europäischen Legationen belagerte. Die betroffenen Staaten entsandten ein großes Interventionsheer, das die Rebellion niederschlug.

Das Ende des Shoguns in Japan

Auch in Japan zwangen die Europäer die Regierung zur Öffnung von Häfen und zur Gewährleistung weitreichender Handelstätigkeiten. Es kam zu regionalen Aufständen, die die Herrschaft des Shogun, des Vizekönigs mit der eigentlichen Machtfülle an der Spitze des Staates, zum Einsturz brachten und stattdessen den Kaiser wieder als oberste Machtinstanz installierten (Meji-Restauration). Anders als in China gelang es den Japanern dann in einem »Reform-Blizzard« (1870–1873), eine Modernisierung in Gang zu bringen, die das Land vor allem wirtschaftlich und militärisch nach europäischen Standards umgestaltete. Die alten feudalen Strukturen wurden zumindest wirtschaftlich-administrativ, wenn auch nicht geistig-kulturell, an »moderne« europäische Verhältnisse angeglichen.

Der Aufstieg Japans

Mit seiner modernen Armee konnte Japan seine Regierungsautorität gegen die Europäer sichern. Damit blieb Japan militärisch, politisch und wirtschaftlich konkurrenzfähig. Mit der neuen Armee und einer in Europa gebauten Kriegsflotte besiegte man Russland 1905 vernichtend und etablierte sich, vor allem auch auf Kosten Chinas, als regionale Hegemonialmacht.

Asien am Vorabend des Ersten Weltkrieges

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