Japan gegen die USA – Der Zweite Weltkrieg im Pazifik

Mit Japan war im 19. und 20. Jahrhundert eine militärische und wirtschaftliche Großmacht entstanden, die ein rückständiges Herrschaftssystem aufwies und eine harte imperialistische Außenpolitik betrieb, vor allem gegen China und Korea. Die Besetzung der Mandschurei 1931 und der Krieg gegen China seit 1937 sollten die Grundlage für ein großes japanisches Reich legen. Dabei konnten die Japaner anfangs in geschickter Weise auf den entstehenden Antikolonialismus in Südostasien aufbauen.

Japan gegen die USA – Der 2. Weltkrieg im Pazifik
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Von Pearl Harbor bis Burma – Japan greift an

Am 7. Dezember 1941 führte Japan mit dem Angriff auf Pearl Harbor den ersten Schlag gegen die US-Seestreitkräfte. Fast gleichzeitig griffen die Japaner Thailand, die Philippinen und Nord-Borneo an. Sie stießen nach dem Fall dieser Länder bis nach Burma vor und eroberten Indonesien einschließlich der Insel Timor. Weiter im Osten besetzten sie bis Ende März 1942 den Bismarckarchipel, die Nordküste von Neu-Guinea und die Gilbert-Inseln. Wake-Island im Mittelpazifik fiel erst nach einem zweiten japanischen Angriff. Anfang Mai mussten die US-Streitkräfte ihren letzten Stützpunkt auf den Philippinen aufgeben, eine Woche später waren die Briten fast vollständig aus Burma vertrieben.

General MacArthur und Admiral Nimitz

Die Japaner versuchten in der Folge, eine einheitliche Linie von Stützpunkten an der äußeren Peripherie ihres neuen Machtbereiches zu schaffen, um die eroberten Gebiete gegen Angriffe zu verteidigen und die Amerikaner schließlich dauerhaft von Südostasien fernzuhalten. Dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht, da die Amerikaner unter General MacArthur und Admiral Nimitz in der Seeschlacht im Korallenmeer und in der Schlacht von Midway den Kern der japanischen Flugzeugträgerflotte versenkten. Damit war letztlich bereits die Wende im Krieg erreicht, denn im Gegensatz zu den Amerikanern konnten die Japaner ihre Verluste insbesondere an Flugzeugträgern während des Krieges nicht mehr ausgleichen.

Inselspringen der USA

Bei der Rückeroberung der Inselwelt begannen die Amerikaner eine spezielle Strategie zu verfolgen, das »Inselspringen«. Man entschloss sich angesichts der wachsenden eigenen Überlegenheit zur See und in der Luft, nicht mehr alle japanischen Stützpunkte anzugreifen, sondern nur noch diejenigen, die für den eigenen Vormarsch wirklich wichtig waren. Bald begann sich der strategische Verteidigungsgürtel Japans aufzulösen. Ab November 1944 bombardierte die US-Luftwaffe die großen japanischen Städte von den Marianen aus. Im Februar 1945 stand die amerikanische Führung nun vor der Invasion des japanischen Mutterlandes.

Hiroshima und Nagasaki

Aufgrund der furchtbaren Erfahrungen der vorangegangenen Kriegsjahre war damit zu rechnen, dass die Japaner einen Massenwiderstand bis zum Tode organisieren würden. Die zu erwartenden Verluste waren nicht abzusehen. Daher entschied man sich für die Anwendung einer neuen Waffe. Am 6. August fiel die erste Atombombe auf Hiroshima und am 9. August eine weitere auf Nagasaki. Dabei kamen über 130.000 Menschen ums Leben. Zehntausende sollten in den folgenden Jahren und Jahrzehnten noch an den erlittenen Strahlenschäden sterben. Die japanische Führung musste einsehen, dass eine Fortführung des Krieges unmöglich war. Noch hoffnungsloser wurde die Lage, als Stalin den Nichtangriffspakt von 1941 kündigte und die Rote Armee am 8./9. August in die Mandschurei einmarschieren ließ. Am 2. September 1945 unterzeichneten die Vertreter Japans die Kapitulationsurkunde an Bord des Schlachtschiffes Missouri. Der Zweite Weltkrieg hatte damit seinen Schlusspunkt gefunden.

Kamikaze

Bei der Schlacht um den Leyte-Golf setzten die Japaner zum ersten Male in größerem Umfange Selbstmordflieger, »Kamikaze«, ein. Dabei handelte es sich um zumeist sehr junge Piloten, deren Flugzeuge mit Sprengstoff beladen waren und die sich als »fliegende Bomben« auf amerikanische Schiffe oder Stellungen stürzten. Der militärische Nutzen der »Kamikaze« war allerdings gering, die »Erfolge« lagen wohl eher im psychologischen Bereich.

Die letzten Schlachtschiffe

In den großen pazifischen Seeschlachten des Zweiten Weltkriegs erwies sich die Überlegenheit der Flugzeugträger, die damit das Schlachtschiff als wichtigste Waffe im Seekrieg ablösten. Die Japaner besaßen mit der »Musashi« und der »Yamoto« die beiden größten Schlachtschiff e der Welt. Die »Musashi « sank in der Schlacht in der Leyte-Bucht Ende 1944 nach 19 Torpedotreffern. Zur Verteidigung von Okinawa lief im Februar 1945 die »Yamato« aus. Dieser Einsatz markierte den Schlusspunkt in der Geschichte des Schlachtschiff es. Die »Yamato« wurde von amerikanischen Trägerflugzeugen innerhalb kürzester Zeit versenkt.

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