Ein Meister aus Deutschland

Zwischen Lüdenscheid und Langscheid grübelt CIG-Autor Christian Heidrich über Carl Schmitt, den originellen Staatsrechtler aber eben auch Befürworter eines "starken Führers", bevor im Gedränge des Mellener Schützenfests die Etappe beendet.

Ein Meister aus Deutschland
© Christian Heidrich

Als ich in Werdohl bin und den „Plettenberg“-Hinweis entdecke, bin ich kurz versucht, in den Zug zu steigen, um das Grab des Staatsrechtlers und Philosophen Carl Schmitt (1888-1985) zu besuchen. Doch dann grüße ich ihn nur verhalten von weitem. Ähnlich wie der Philosoph Martin Heidegger (1889-1976) war Schmitt ein höchst origineller, genialischer Denker. Aber auch er diente sich mit seinen Überlegungen zu Macht, zum Absoluten und zur Souveränität einer bösen Sache an. Sein Dualismus, seine Erfahrungen der Weimarer Republik ließen ihn einen "starken Führer" bejahen. Schmitt war einer jener verschatteten „Meister aus Deutschland“. Die Forscher scheint er immer noch im hohen Grade zu faszinieren. Geht es um den Weizen im Unkraut?

In Mellen, in der Nähe des Sorpesees, werde ich für eine Stunde ein Teil des Schützenfestes - „1. Wochenende im August“. Mit meinem Rucksack komme ich im Gedränge kaum voran. Doch ja, die Musik vertreibt die Müdigkeit, das Bier ist kalt, die Currywurst schmeckt dem ausgehungerten Wanderer.

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