Güter, Strebensziele und das menschliche GlückZu einer gütertheoretischen Neuinterpretation der Nikomachischen Ethik

Zusammenfassung / Summary

Nach dem ersten Satz der Nikomachischen Ethik ist das Gute das, wonach alles strebt. Das menschliche Glück wird als das höchste aller durch Handeln erreichbaren Güter bestimmt, also als das höchste Ziel menschlichen Strebens. Was aber sind die Voraussetzungen für eine solche teleologische Konzeption des Guten? Wie verhält sich die Bestimmung des Glücks als höchstes Strebensziel zum ergon-Argument? Welche Konsequenzen hat der teleologische Ansatz für unser Verständnis von Aristoteles’ Ethik im Ganzen? Im Zentrum von Philipp Brüllmanns Buch „Die Theorie des Guten in Aristoteles’ Nikomachischer Ethik“ steht eine konsequent gütertheoretische Interpretation von EN I 1–9. Nach Brüllmann entwickelt Aristoteles in EN I 1–5 eine „Theorie des Guten“, die bestimmte Fragen aufwirft (Relativismus der Güter, Heterogenität der Güter). Er zeigt, dass sich die Argumentation in EN I 6–9 (ergon-Argument, Vergleich mit den gängigen Meinungen) genau auf diese Fragen
beziehen lässt. Dadurch können verbreitete Interpretationsprobleme vermieden werden, und es bietet sich insgesamt ein kohärenteres Bild der Argumentation des ersten Buchs der EN. 

According to the first sentence of the “Nicomachean Ethics” the good is that at which all things aim. Human happiness is defined as the highest of all goods achievable by action, i.e. the highest end of human striving. But what are the presuppositions of such a teleological conception of the good? What is the relationship between happiness understood as the highest end of human striving and the function-argument? What are the consequences of this teleological conception of the good for our understanding of Aristotle’s ethics? In his book, “The Theory of the Good in Aristotle’s Nicomachean Ethics”, Philipp Brüllmann offers a fresh interpretation of the first book of the Nicomachean Ethics. According to him Aristotle develops a theory of the good in EN I 1–5, which raises important questions (relativism and heterogeneity of goods). He shows that the function-argument and comparison with received opinions can be understood as answers to these questions. Thus, ordinary problems of interpretation disappear and a more coherent reading of EN I is possible.

Diesen Artikel jetzt lesen!

Im Einzelkauf

Download sofort verfügbar

19,00 € inkl. MwSt
PDF bestellen

Im Abo

220,00 € für 4 Ausgaben pro Jahr + Digitalzugang für institutionelle Bezieher, 179,00 € für Privatpersonen
inkl.MwSt., zzgl. 9,20 € Versand (D)

Sie haben ein Digital- oder Kombi-Abonnement? Anmelden