Ein denkendes Herz in AmsterdamZum 100. Geburtstag von Etty Hillesum (1914-1943)

Die 1914 in den Niederlanden geborene Jüdin Etty Hillesum wurde 1943 in Auschwitz ermordet. Beatrice Eichmann-Leutenegger, Schriftstellerin und Literaturkritikerin, stellt ihr Leben und Werk vor allem anhand von Tagebuchaufzeichnungen vor.

Manchmal, wenn man seine Lieblingsgestalten an sich vorüberziehen lässt, überlegt man, wem man gerne in einer Welt ohne Raum-, Sprach- und Zeitgrenzen begegnen würde. Wäre es Anton Tschechow, Thérèse von Lisieux oder Nelly Sachs? Oder nicht doch in erster Linie jene Tagebuchschreiberin aus Amsterdam? Nein, nicht Anne Frank, in deren Schatten sie lange stand, sondern Etty Hillesum. Vor über zwanzig Jahren hatte man ihren Namen in einer Anthologie jüdischer Texte aus Amsterdam1 entdeckt und war von einem Lichtstrahl berührt worden: diese Vitalität, dieser feu sacré - und welcher Humor, welche Sensibilität! Und man will es nicht leugnen: Ihre sprachliche Begabung, die eine künftige Dichterin ahnen ließ, hat ebenso gepackt. Seither begegnete man immer wieder ihrem Namen: einmal ganz unerwartet, als man in Turin aus der Straßenbahn stieg und auf eine Buchhandlung zusteuerte, in deren Schaufenster das Bild Etty Hillesums hing, umgeben von italienischen Ausgaben ihrer Tagebücher. Sie lächelte mit ihren wachen Augen der Reisenden zu und ließ für Augenblicke Lärm und Hektik eines regen Stadtquartiers vergessen.

Intensität eines Lebens

So manch erläuternde Kurzformel bietet sich für Etty Hillesum an: die Gottsucherin, die Mystikerin, die Liebende, die Friedensstifterin, die Zeitzeugin. Sie selbst aber hat jenen Begriff für sich geprägt, der die Mitte ihrer Existenz trifft. Aus dem Auffanglager Westerbork, der letzten Station ihres kurzen Lebens, bevor sie nach Auschwitz deportiert wurde, stammt diese Aufzeichnung:

"Wenn ich nachts auf meiner Pritsche lag, mitten zwischen leise schnarchenden, laut träumenden, still vor sich hin weinenden und sich wälzenden Frauen und Mädchen [...], dann war ich oft unendlich bewegt, ich lag wach und ließ die Ereignisse, die viel zu vielen Eindrücke eines viel zu langen Tages im Geist an mir vorbeiziehen und dachte: Lass mich dann das denkende Herz dieser Baracke sein [...]. Ich liege jetzt hier geduldig und bin zur Ruhe gekommen, ich fühle mich auch besser, nicht weil ich es erzwingen will, sondern wirklich besser [...]. Ich habe jetzt auch wieder die Kraft zum Gehen; ich denke nicht mehr nach über Pläne und Risiken, komme was kommen mag, wie es kommt, wird es gut sein [...]."2

Etty Hillesum gehört zu den Frühvollendeten, zu jenen Menschen, die ungeachtet ihrer Jugend ein außerordentliches Wissen und Fühlen besitzen. Ähnliches hat man in Gestalt und Werk der Malerin Paula Modersohn-Becker angetroffen. Beide Frauen lebten mit einer Intensität, als ob sie im Tiefsten gewusst hätten, dass ihnen nur eine knappe Zeitspanne beschieden war. "Ich habe den Vorrat eines ganzen Lebens in wenigen Monaten verbraucht"3, schreibt Etty Hillesum. Sowohl die eine wie die andere suchte nach der letztmöglichen Einfachheit, sei es im Denken und Beten oder in der künstlerischen Gestaltung. Bei der einen strömte alles in die Bilder, bei der anderen in die Tagebücher. Etty Hillesum hinterlässt mit ihren Diarien ein faszinierendes Zeugnis weiblicher Liebes- und Leidenskraft, schöpferischer Begabung und spiritueller Durchdringung des Alltags. Wach nahm sie an den zeitpolitischen Bewegungen teil und bewahrte dennoch kritische Distanz:

"Das Stück Geschichte, das wir jetzt erleben, kann ich sehr gut ertragen, ohne darunter zusammenzubrechen. Ich sehe genau, was geschieht und behalte einen klaren Kopf. Manchmal freilich ist es, als legte sich eine Aschenschicht über mein Herz. Und dann kommt es mir vor, als würde mein Gesicht vor meinen Augen welken und vergehen, hinter meinen grauen Zügen taumeln Jahrhunderte nacheinander in einen Abgrund, und dann verschwimmt alles vor meinen Augen, und mein Herz lässt alle Hoffnung fahren. Es sind nur Augenblicke, gleich darauf habe ich mich wieder in der Gewalt, mein Kopf wird wieder klar, und ich kann meinen Anteil an der Geschichte tragen, ohne darunter zu zerbrechen. Wenn man einmal begonnen hat, an Gottes Hand zu wandern, ja, dann wandert man weiter, das ganze Leben wird zu einer einzigen Wanderung [...]."4

Etty Hillesum lebte ihr Leben so intensiv, dass sie als gefährdet erscheinen musste. "Patientin muss ein ruhiges Leben führen"5, hieß es in ihrem ärztlichen Attest. Aber alle Sinne standen bei dieser Frau, die ihr Jahrhundert "von außen und von innen" kennen lernen wollte, unentwegt offen. Ihre Neugier hielt sie beständig in flackernder Unruhe. Die Fieberkurven ihrer Tagebücher lassen an den Satz des Augustinus denken, in dessen Schriften Etty Hillesum immer wieder gelesen hat: "Unruhig ist unser Herz, bis es ruhet in Dir, o Gott."

Früh hat sich diese Frau auf die Spur der Liebe begeben. Mit ihrem überquellenden Gefühlsreichtum, der von Intelligenz begleitet wurde, wandte sie sich den Freunden und Freundinnen sowie geliebten Männern zu. Und hier riskierte sie Abenteuer und Affären - bis hin zu einem Abortversuch, da sie angesichts der familiären psychischen Vorbelastung kein Risiko eingehen wollte. Allerdings zerrissen sie diese vielfältigen amourösen Erfahrungen, wie sie später erkannte. Nun richtete sie sich immer mehr auf Gott aus, weil sie spürte, dass die menschliche Liebe allein ihre Sehnsucht nicht zu stillen vermochte:

"Ich werde wieder den heiligen Augustinus lesen. Er ist so streng und feurig. Und so leidenschaftlich und voller Hingabe in seinen Liebesbriefen an Gott. Eigentlich sind das die einzigen Liebesbriefe, die man schreiben sollte: Liebesbriefe an Gott. Ist es sehr überheblich, wenn ich von mir behaupte, ich hätte zuviel Liebe in mir, um sie nur einem einzigen Menschen geben zu können?"6

Die jüdische Lebenswelt Amsterdams

Die Jahre ihres jungen Erwachsenenalters verbrachte Etty Hillesum in einer der traditionsreichsten Städte des europäischen Judentums, in Amsterdam. Seit der Neuzeit hatten sich hier zwei große jüdische Gruppen herangebildet: Aus spanisch­portugiesischen Flüchtlingen war Ende des 16. Jahrhunderts die sephardische Gemeinde entstanden, die spaniolisch sprach. Anfang des 17. Jahrhunderts bildete sich sodann aus deutschen und osteuropäischen Einwanderern die aschkenasische Gemeinde, die jiddisch sprach. Die spanisch-portugiesischen Juden waren zumeist vermögend, da es sich um marranische (also zwangsgetaufte) reiche Kaufmannsfamilien handelte. Sie gaben auf wirtschaftlichem, wissenschaftlichem und künstlerischem Gebiet den Ton an, während sich die ärmeren deutsch-osteuropäischen Juden auf den Straßenhandel verlegten oder für portugiesische Glaubensbrüder arbeiteten.

Seit Beginn des 17. Jahrhunderts knüpften sich enge Beziehungen zwischen den Juden und dem Haus Oranien, der Königsfamilie. Schon Wilhelm von Oranien (1533-1584), der "Vater des Vaterlandes" und Retter des niederländischen Protestantismus angesichts der Gegenreformation, hatte einen jüdischen Schwiegersohn, Don Emanuel. Einer seiner Nachfolger auf dem Thron, Frederik van Oranje (1584- 1647), besuchte 1642 die Portugiesische Synagoge und setzte damit sein Zeichen der Wertschätzung. Fast 350 Jahre später (1987) hat Königin Beatrix in Amsterdam das neue "Joods Historisch Museum" eröffnet.

Die jüdische Elite Amsterdams nahm eine hervorragende Stellung im internationalen Diamantengeschäft ein, ebenso beim Aufbau der holländischen Kolonien und im Handel mit diesen neuen Besitztümern der Krone. Im 17. Jahrhundert wuchs Amsterdam zu einer der bedeutendsten Handelsmetropolen Europas heran und entwickelte sich gleichzeitig zum Refugium für verfolgte Juden. Ein reges kulturelles Leben entfaltete sich, gefördert durch ein hoch entwickeltes Druckwesen. Amsterdamer Drucker produzierten Werke in hebräischer, spanischer und portugiesischer Sprache und wirkten als Vermittler zwischen jüdischer und christlicher Welt.

Religiöse Toleranz, wie sie in Deutschland und vielen anderen Ländern undenkbar gewesen wäre, bestimmte früh die jüdische Lebenswelt Amsterdams. Endgültig verankerte die Verfassung von 1848 Menschenrechte und Gleichheit der jüdischen Niederländer als Staatsbürger. Zwar blieben auch die Niederlande vom Antisemitismus nicht frei, aber eine Parallele zum völkisch-rassistischen Antisemitismus, wie er unter anderem in Deutschland nach 1870 politisch einflussreich wurde, gab es in den Niederlanden nicht. Während in Deutschland der Antisemitismus auch offiziell gefördert wurde, verstand sich das niederländische Königshaus als oberster Hüter der Verfassung und ihrer Werte, besonders auch der religiösen Toleranz7. Gleichwohl lässt sich die Tatsache nicht leugnen, dass während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg auch hier das Denunziantentum blühte.

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Biografische Einblicke

Vor dem Hintergrund dieser jüdischen Lebenswelt siedelt sich Etty Hillesums Vita an. Die hohe Toleranzbereitschaft der jungen Frau wie auch ihr unabhängiger Geist sind ohne das Flair Amsterdams nicht zu denken. Der Geist dieser Stadt mit ihren reichen Traditionen sowie ihr Klima der Aufgeschlossenheit prägten sie und bestärkten sie in ihrem großherzigen Sinn. Nichts von Enge ist in ihren Aufzeichnungen zu spüren; vielmehr öffnet sich hier alles, ja sprengt die Grenzen. Nie aber verfiel Etty Hillesum dem Pathos, sondern holte sich sofort wieder auf den Erdboden zurück, wobei sie eine köstliche Selbstironie an den Tag legte. Darin erwies sie sich als die pragmatische Holländerin. Am 7. Juli 1943, mitten in der Besatzungszeit, schrieb sie diese Sätze, welche sie wie so oft mit einer nüchternen Mahnung an sich selbst abschloss:

"Es ist, als fielen jeden Augenblick mehr Lasten von mir ab, als wären alle Grenzen für mich aufgehoben, die heutzutage die Menschen und Völker trennen. In manchen Augenblicken kommt es mir vor, als wäre das Leben für mich durchsichtig geworden, und auch die Herzen der Menschen, ich schaue und schaue und begreife immer mehr, und ich werde innerlich immer friedvoller, in mir ist ein Vertrauen auf Gott, das mich zunächst durch sein rasches Wachstum fast ängstigte, das mir nun aber immer mehr zu eigen wird. Und jetzt an die Arbeit."8

Etty Hillesum, die eigentlich Esther Hillesum hieß, wurde am 15. Januar 1914 in der südniederländischen Stadt Middelburg geboren. Ihr Vater, Louis Hillesum, war Gymnasiallehrer für klassische Sprachen, ein gelehrter Mann mit vielen Kontakten zur wissenschaftlichen Welt seiner Zeit. Später zog er mit der Familie nach Deventer, wo er als Rektor des Gymnasiums wirkte. Ettys Mutter, Rebecca Hillesum-Bernstein, war eine gebürtige Russin, die auf der Flucht nach einem der Pogrome um die Jahrhundertwende in die Niederlande verschlagen worden war. Die Ehe von Etty Hillesums Eltern gestaltete sich turbulent; Etty empfand daher das Leben im Elternhaus als chaotisch und fühlte sich überdies durch die stets jammernde Mutter gestört, so dass sie immer wieder an einen Ausbruch dachte.

Sie wie auch ihre beiden jüngeren Brüder Jaap (1916-1945) und Michael (1920-1944) galten als außergewöhnlich begabt. Michael (Mischa genannt), den Etty als "das klavierspielende Brüderchen" apostrophiert, war ein genialer Pianist. Er zählte nach Ansicht zeitgenössischer Musikgrößen zu den bedeutendsten Jungpianisten Europas. Der niederländische Komponist und Dirigent Willem Mengelberg, der unter anderem das Concertgebouw-Orchester Amsterdam leitete und wegen seiner Nazi-Sympathien in Verruf geriet, brach dennoch eine Lanze für den jüdischen Jungstar und setzte sich für ihn ein. Michael Hillesums psychische Labilität schuf indessen große Probleme: Mehrmals musste er in die psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Der zweite Bruder, Jaap, der früh durch seine naturwissenschaftliche Begabung auffiel, absolvierte ein Medizinstudium und wurde Arzt.

Etty Hillesum erhielt vorerst nur eine geringe Unterweisung im jüdischen Glauben. Darin unterscheidet sie sich nicht von anderen jüdischen Zeitgenossinnen wie etwa Nelly Sachs, Gertrud Kolmar oder Edith Stein. Sie alle hatten aus ihren Jugendanfängen eine geringe Verankerung im angestammten Glauben mitgebracht, da ihre Herkunftsfamilien zum assimilierten Judentum Westeuropas zählten. Dieses hatte viele seiner Traditionen abgelegt und sich dem christlichen Umfeld angepasst - so weit, dass es zum Beispiel auch die Rituale der christlichen Feste, besonders Weihnachten, übernahm; Walter Benjamin schildert lebhaft die Einhaltung dieser übernommenen Bräuche in seiner "Berliner Kindheit um 1900". Ein jüdisches Bewusstsein bildete sich auch bei Etty Hillesum erst in der Zeit der Verfolgung aus.

Im Jahr 1932 verließ sie das Gymnasium ihres Vaters und legte Jahre später an der Universität in Amsterdam mit Auszeichnung ihr juristisches Examen ab. Ebenso widmete sie sich dem Studium der slawischen Sprachen, worin sie das mütterliche Erbe bestärkt haben mochte, sowie der Psychologie. Doch in dieser Zeit der angeregten wissenschaftlichen Auseinandersetzung brach der Zweite Weltkrieg aus und verheerte Europa.

Dunkle Jahre Hollands

Die Auswirkungen auf die niederländische Bevölkerung sind in Etty Hillesums Notaten deutlich zu spüren, aber sie wählt allgemeine Formulierungen und benennt die Ereignisse selten konkret. Vielleicht geschah dies aus der Überlegung heraus, das Tagebuch könnte in falsche Hände geraten. Am 21. März 1941 schrieb sie:

"Das Leben ist in der Tat schwer, ein Kampf von Minute zu Minute (jetzt nicht übertreiben, Liebste!), aber der Kampf ist verlockend. Früher blickte ich in eine chaotische Zukunft, da ich den Augenblick unmittelbar vor mir nicht wahrhaben wollte [...]. Und jetzt, da jede Minute voll ist, randvoll mit Leben und Erleben, mit Kampf und Sieg und Niederlage [...], jetzt denke ich nicht mehr an die Zukunft, das heißt es ist mir gleichgültig, ob ich nun etwas Gewaltiges vollbringe oder nicht, weil ich im Inneren sicher bin, daß irgend etwas daraus hervorgehen wird [...]. Ich lebe jetzt, heute, in dieser Minute, ich lebe voll und ganz, und das Leben ist es wert, gelebt zu werden; und wenn ich wüßte, daß ich morgen sterben müßte, würde ich sagen: Das ist zwar sehr schade, aber es war gut, so wie es gewesen ist [...]."9

Am 15. Mai 1940 hat die deutsche Wehrmacht auf dem Dam, direkt vor dem Königspalast im Zentrum Amsterdams, ihre Parade abgehalten und damit eine bewusste Provokation angestrebt. Ende Februar 1941 wagen kommunistische Hafenarbeiter einen Aufstand gegen die Besatzungsmacht und ihre Juden-Diskriminierung. Im NS-Machtbereich wird ab September 1941 das Tragen des gelben Sterns für alle Juden obligatorisch: "Jood" steht auf dem Davidsstern, den auch Etty Hillesum tragen muss. Ein halbes Jahr zuvor, im März 1941, hat sie mit ihren Tagebuch-Aufzeichnungen begonnen.

In ihnen setzt sich das Gespräch mit Gott immer mehr durch, jener innere Dialog, der die Grenze zwischen Schöpfer und Geschöpf fallen lässt und in all seiner Intimität dennoch Respekt und Distanz wahrt. Gleichwohl ist das politische Beben zu spüren, und auch Etty Hillesum wird immer wieder von Angst, Abscheu und Verzweiflung gepackt. Aber es gelingt ihr, sich von den äußeren Bedrohungen nicht vollends besetzen zu lassen. Am 12. Juli 1942 entwirft sie ein "Sonntagmorgengebet" und mit ihm ein eigenwilliges Gottesbild. Es handelt sich um einen Gott jenseits einer herrschaftsgläubigen Theologie, um einen gleichsam armen Gott, dem die Menschen helfen müssen. Etty Hillesums Gedanken erscheinen hier als Vorgriff auf das Ideengut in Dorothee Sölles "Politischer Theologie" (1971). Zugleich entwirft sie Leitlinien eines modernen Glaubens an Auferstehung; gemeint ist die Auferstehung in den Herzen der Menschen:

"Es sind schlimme Zeiten, mein Gott. Heute Nacht geschah es zum ersten Mal, daß ich mit brennenden Augen schlaflos im Dunkeln lag und viele Bilder menschlichen Leidens an mir vorbeizogen. Ich verspreche dir etwas, Gott, nur eine Kleinigkeit: Ich will meine Sorgen um die Zukunft nicht als beschwerende Gewichte an den jeweiligen Tag hängen, aber dazu braucht man eine gewisse Übung. Jeder Tag ist für sich selbst genug. Ich will dir helfen, Gott, daß du mich nicht verlässt, aber ich kann mich von vornherein für nichts verbürgen. Nur dies eine wird mir immer deutlicher: daß du uns nicht helfen kannst, sondern daß wir dir helfen müssen, und dadurch helfen wir uns letzten Endes selbst. Es ist das einzige, auf das es ankommt: ein Stück von dir in uns selbst zu retten, Gott. Und vielleicht können wir mithelfen, dich in den gequälten Herzen der anderen Menschen auferstehen zu lassen [...]. Und mit fast jedem Herzschlag wird mir klarer, daß du uns nicht helfen kannst, sondern daß wir dir helfen müssen und deinen Wohnsitz in unserem Inneren bis zum Letzten verteidigen müssen. Es gibt Leute, es gibt sie tatsächlich, die im letzten Augenblick ihre Staubsauger und ihr silbernes Besteck in Sicherheit bringen, statt dich zu bewahren, mein Gott. Und es gibt Menschen, die nur ihren Körper retten wollen, der ja doch nichts anderes mehr ist als eine Behausung für tausend Ängste und Verbitterung. Und sie sagen: Mich sollen sie nicht in ihre Klauen bekommen. Und sie vergessen, daß man in niemandes Klauen ist, wenn man in deinen Armen ist."10

Im Juli 1942 setzen auch in Holland die Deportationen ein. Zwei Wochen, nachdem Etty Hillesum ihre Sätze niedergeschrieben hat, wenden sich die holländischen Bischöfe am 26. Juli 1942 in einem Hirtenbrief entschieden gegen die Verfolgung der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Darauf greifen die NS-Besatzer zu einer Sanktion: Alle katholisch getauften Juden, unter ihnen sehr viele Priester und Ordensleute wie Edith Stein, werden deportiert. An einem Freitagmorgen in diesem Juli 1942 schreibt Etty Hillesum:

"Das eine Mal ist es ein Hitler, ein andermal meinetwegen ein Iwan der Schreckliche, einmal ist es Resignation, ein andermal sind es Kriege, Pest, Erdbeben oder Hungersnot. Entscheidend ist letzten Endes, wie man das Leiden, das in diesem Leben eine wesentliche Rolle spielt, trägt und erträgt und innerlich verarbeitet und daß man einen Teil seiner Seele unverletzt über alles hinwegrettet."11

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Der Magier Julius Spier

Eine wichtige Rolle in Etty Hillesums Tagebüchern spielt der weitaus ältere deutsche Psychochirologe Julius Spier (1887-1942), ein damals berühmter Experte der Handlinien. Der in Frankfurt geborene jüdische Emigrant wird von Etty Hillesum konsequent als S. bezeichnet. Er war zuerst als Bankdirektor tätig, bevor er im Lauf der Jahre sein Talent entdeckte, aus den Handlinien Fähigkeiten und Charakter herauslesen zu können. 1925 gründete er den Iris-Verlag, nahm auch Gesangsunterricht und zog darauf nach Zürich, um eine zweijährige Lehranalyse bei C. G. Jung zu machen. Jung regte ihn an, die Psychochirologie zu seiner Profession zu wählen. Überall, wo Julius Spier nun hinkam, faszinierte er Menschen, die von seiner Deutungskunst begeistert waren, so dass er den Ruf eines Gurus gewann. So zählte zu seiner Schülerschar auch die Ärztin und Sexualforscherin Charlotte Wolff (1897- 1986), die nach ihrer Emigration Handanalysen in Paris durchführte und Interessenten unter Künstlern und Schriftstellern fand.

1928 liess sich Spier mit seiner Familie in Berlin nieder, wo er eine Praxis eröffnete. Daneben hielt er Fachvorträge und bot Lehrveranstaltungen an. Zu Beginn der 30er-Jahre lernte er Herta Levi kennen, mit der er sich nach seiner Scheidung, 1935, verlobte. Nach der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 floh er nach Amsterdam, während seine Verlobte sich nach England absetzte. Seine Kinder Ruth und Wolfgang blieben bei ihrer nichtjüdischen Mutter.

Spier war ein Mann von ungewöhnlichem Zuschnitt, eine magische Persönlichkeit mit charismatischer Ausstrahlung, wie viele Menschen, vor allem Frauen, über ihn ausgesagt haben. Etty Hillesum, die den Psychochirologen vorerst als Patientin aufsuchte, lernte ihn im Februar 1941 kennen. Vielleicht war es ein coup de foudre, der die beiden unkonventionellen Persönlichkeiten traf. Kurze Zeit darauf begann Etty Hillesum jedenfalls mit den Aufzeichnungen in ihren Tagebüchern und schilderte darin Behandlungsmethoden mit so genannten Ringpartien, die eine heute kaum tolerierbare Körpernähe zwischen Therapeut und Patientin zuliessen:

"Ich dachte damals so etwas wie: Ja, Bürschchen, du mußt doch verdammt gut wissen, wie erotisch erregbar ich bin, das hast du mir selbst erzählt, aber gut, es ist anständig, daß du so offen mit mir darüber sprichst, und ich werde meine Fassung schon wiedergewinnen. Er sagte damals auch, daß ich mich nicht in ihn verlieben dürfe und daß er das am Anfang immer sage, immerhin zeigte er Verantwortung, obwohl ich mich darüber etwas ärgerte [...]."12

Etty Hillesum geriet immer mehr in eine widersprüchliche Beziehung hinein: Als Patientin versuchte sie, Distanz zu wahren, als Frau drohte sie, Spiers Reizen zu erliegen. Ohnehin war die Situation verzwickt, da Julius Spier bereits gebunden war. Etty selbst hatte einen gleichaltrigen Freund und lebte mit dem weitaus älteren Han Wegerif in eheähnlichen Verhältnissen. Einsamkeit beschlich sie gerade in jenen Momenten, da sich äußerlich die Nähe zu Julius Spier herstellte, aber innerlich der Zwiespalt wütete. In ihren Tagebuch-Aufzeichnungen hält sie mit sich selbst Gericht:

"Wäre ich tatsächlich eine große und bedeutende Frau, so würde ich jegliche körperliche Beziehung zu ihm abbrechen, die mich im innersten Wesen nur unglücklich macht. Aber ich bringe es noch nicht fertig, auf alle Möglichkeiten mit ihm zu verzichten [...]. Aber unsere Freundschaft würde dadurch wahrscheinlich auf eine viel höhere Ebene gehoben, und letzten Endes wäre er mir wohl dankbar für die Hilfe, seine Treue zu der einen Frau zu bewahren. Ich bin aber nur ein winziges und begieriges Menschenkind. Hin und wieder möchte ich in seinen Armen liegen, obwohl ich doch nur unglücklich bin, wenn ich mich von ihm löse. Wahrscheinlich ist auch kindische Eitelkeit im Spiel. Etwa von der Art: all die Mädchen und Frauen in seiner Umgebung sind verrückt nach ihm, aber ich [...] bin die einzige, die so intim mit ihm ist. Wenn tatsächlich ein solches Gefühl in mir steckt, ist das abscheulich. Eigentlich laufe ich große Gefahr, unsere Freundschaft durch Erotik zu zerstören [...]."13

Je mehr sich Etty Hillesum von Julius Spier zu lösen vermag - sein Tod 1942 fördert diesen Prozess -, umso mehr weitet sich ihre vorerst individuell geprägte Liebe zu einer universellen Menschenliebe und mündet schließlich in die Gottesliebe. Bilder aus der Liebeswelt von Mann und Frau überträgt sie nun auf ihre Gespräche mit Gott. Dadurch gewinnen diese Passagen gleichermaßen an Intensität und Innigkeit.

Eine leuchtende Persönlichkeit - "auf Transport geschickt"

Mitte Juli 1942 erhält Etty Hillesum eine Stelle als Schreibkraft bei der "Kulturellen Abteilung" des Jüdischen Rates. Der Problematik dieser Judenräte, die von den Nazis in den besetzten Gebieten eingerichtet wurden, um deren landeseigene Kenntnis für die Durchführung der Deportationen zu nutzen, ist sich Etty Hillesum in erstaunlichem Maß bewusst: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Judenräte begeben sich in ein Dilemma, stehen zwischen Opfern und Tätern. Sie knüpfen aber an diese Tätigkeit die Hoffnung, rettend wirken zu können und Freunde oder Familienmitglieder vor der Verschickung zu bewahren. "Es ist wohl nie wieder gut zu machen, daß ein kleiner Teil der Juden mithilft, die überwiegende Mehrheit abzutransportieren. Die Geschichte wird später ihr Urteil darüber fällen", schreibt sie am 28. Juli 194214. Da sie ihre Tätigkeit als "Hölle" empfindet, verlässt sie den Posten Anfang August 1942 bereits wieder.

Von August 1942 bis Anfang September 1943 arbeitet sie im Krankenhaus des Durchgangslagers Westerbork. Damit setzt sie ein deutliches Zeichen ihrer Solidarität mit den Leidenden und hier vor allem mit dem jüdischen Proletariat, das nicht die Möglichkeit des Untertauchens besitzt und daher - proportional gesehen - viel häufiger auf den Deportationslisten erscheint als die Angehörigen besserer Schichten. Etty selbst schlägt die Rettungsversuche ihrer Freunde aus. Denn sie glaubt, ihr Leben nur dadurch rechtfertigen zu können, dass sie bedrohte Menschen bis zuletzt begleitet. Es ist dieser amor fati, diese Liebe zum Schicksal, die kein passives Erdulden meint, sondern als dynamischer Akt des Mitgehens, Mitfühlens und Mittragens zu verstehen ist. Überlebende aus den Lagern haben bestätigt, dass Etty Hillesum "eine leuchtende Persönlichkeit" gewesen sei. Indessen kehrt sie vorerst noch mehrmals aus Westerbork nach Amsterdam zurück, weil sie als ehemalige Mitarbeiterin des Jüdischen Rats eine spezielle Reiseerlaubnis besitzt, die noch immer gültig ist. Sie schmuggelt kühn Briefe und Nachrichten aus dem Lager und bringt nach der Rückkehr Medikamente aus der Stadt mit.

Am 7. September 1943 wird Etty Hillesum mit ihrer Familie von Westerbork aus "auf Transport geschickt". Vermutlich handelte es sich um eine so genannte Strafdeportation: Ihr Bruder Mischa, der Pianist, hatte von seinem Status als "Kultur-Jude" - einer Gruppe der vorläufig Privilegierten, zu denen auch die so genannten Rüstungs-Juden zählten - nur Gebrauch machen wollen, wenn auch die übrige Familie vor der Deportation bewahrt würde. Darauf reagierte die Gestapo entrüstet und verfügte den "Transport". Ein Bericht des Roten Kreuzes meldete Etty Hillesums Tod am 30. November 1943 in Auschwitz. Auch Mischa und die Eltern wurden ermordet. Jaap, den man nach Bergen-Belsen deportiert hatte, wurde bei der teilweisen Evakuierung dieses Lagers in einem Eisenbahnzug weggeschickt, der im April 1945 von den Russen befreit wurde. Wie so viele andere seiner Leidensgefährten überlebte er die Strapazen dieses Transports nicht.

Am 3. Juli 1943 hatte Etty Hillesum in einem ihrer Briefe aus dem Auffanglager Westerbork ihr Credo der Versöhnung für die Freunde festgehalten:

"Das Elend ist wirklich groß, und dennoch laufe ich oft am späten Abend, wenn der Tag hinter mir in die Tiefe versunken ist, mit federnden Schritten am Stacheldraht entlang, und dann quillt es mir immer wieder aus dem Herz herauf [...]: Das Leben ist etwas Herrliches und Großes, wir müssen später eine ganz neue Welt aufbauen - und jedem weiteren Verbrechen, jeder weiteren Grausamkeit müssen wir ein weiteres Stückchen Liebe und Güte gegenüberstellen, das wir in uns selbst erobern müssen [...]. Und wenn wir diese Zeit unversehrt überleben, körperlich und seelisch unversehrt, aber vor allem seelisch, ohne Verbitterung, ohne Haß, dann haben wir auch das Recht, nach dem Krieg ein Wort mitzureden. Vielleicht bin ich eine ehrgeizige Frau: Ich möchte ein sehr kleines Wörtchen mitreden [...]."15

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Zur Textsituation der Tagebücher

In den Jahrzehnten nach Etty Hillesums Tod erschütterten die Tagebücher Anne Franks die Welt. Eine 13-, 14-Jährige hatte im Hinterhaus der Amsterdamer Prinsengracht schreibend ihre Gefühle und Beobachtungen der fiktiven Freundin Kitty anvertraut. Erst am 1. Oktober 1981 wurden auch Etty Hillesums Tagebücher, diesmal die Aufzeichnungen einer jungen Erwachsenen, im Amsterdamer Concertgebouw vorgestellt. Und noch länger dauerte es, bis in Paris die Diarien von Hélène Berr in die Öffentlichkeit gelangen sollten16.

Lange Wege haben sowohl in Etty Hillesums wie auch in Hélène Berrs Fall zu diesem Ereignis hingeführt. Etty Hillesum hatte vor ihrer Deportation die Freundin Maria Tuinzing gebeten, ihre Tagebücher aufzubewahren und sie nach dem Krieg dem Schriftsteller Klaas Smelik und dessen Tochter Johanna zu überreichen. Aber alle Versuche der Familie Smelik, für die Tagebücher einen Verleger zu finden, scheiterten. Erst in den 70er Jahren gab Klaas Smelik die Diarien dem späteren Herausgeber, J. G. Gaarlandt aus Haarlem, zur Lektüre. Dieser fand neun eng beschriebene Hefte in kleiner, schwer lesbarer Handschrift vor (Papier galt in der Kriegszeit als Mangelware!). Er erfasste sofort den seltenen Wert dieser Aufzeichnungen, die er als das Dokument einer persönlichen Entwicklung und paradoxerweise der Befreiung mitten in der Verfolgung deutete. Zusammen mit mehreren Frauen begann Gaarlandt, die Handschrift zu entziffern. Aus den fast 600 Seiten traf er eine Auswahl, ohne aber etwas zu ändern, hinzuzufügen oder wegzulassen, wie dies - nach dem neueren Kenntnisstand - bei Anne Franks Tagebüchern geschehen ist. Die Originale der Tagebücher sollte die Familie Smelik 1986 dem Jüdischen Historischen Museum in Amsterdam schenken.

Das Buch - wie gesagt: eine Auswahl - erschien 1981 in Holland unter dem Titel "Das gestörte Leben" (Het verstoorde Leven). Eine ungeheure Resonanz in Presse, Fernsehen und Funk, ein ständig wachsendes öffentliches Interesse brachten es in jeden Winkel des Landes. 1983, nur zwei Jahre später, erschienen die Tagebücher gleichzeitig in Deutschland - hier unter dem Titel "Das denkende Herz" -, in Frankreich, Norwegen, Finnland, Dänemark, Schweden, Italien, Kanada, den USA und England. Etty Hillesum hatte jetzt nicht nur "ein sehr kleines Wörtchen" mitzureden, sondern ein bedeutendes.

In ihren Aufzeichnungen hatte sie mehrmals davon gesprochen, dass eine ganz neue Sprache gefunden werden müsste, wenn man nach Kriegsende über die vergangenen Ereignisse schreiben wolle. Sie wollte noch "im letzten Augenblick die einmalige, erlösende Formel finden"17. Diese erschloss sich ihr auf ungeahnte Weise - nachzulesen in jenem Brief von bestürzender innerer Freiheit, den sie am 18. August 1943 an ihre Freundin Tide aus Westerbork geschrieben hat:

"Wenn ich in einer Ecke des Lagers stehe, die Füße auf deiner Erde, das Gesicht zu deinem Himmel erhoben, dann laufen mir manchmal die Tränen über das Gesicht, entsprungen aus einer inneren Bewegtheit und Dankbarkeit, die nach einem Ausweg sucht. Auch abends, wenn ich im Bett liege und in dir ruhe, mein Gott, rinnen mir manchmal die Tränen der Dankbarkeit übers Gesicht, und das ist mein Gebet [...]. Ich kämpfe nicht gegen dich, mein Gott, mein Leben ist ein großes Zwiegespräch mit dir. Vielleicht werde ich nie eine große Schriftstellerin werden, wie ich es eigentlich vorhabe, aber ich fühle mich tief in dir geborgen, mein Gott. Ich möchte zwar manchmal kleine Weisheiten und vibrierende kleine Geschichten in Worte prägen, aber ich komme immer wieder bald auf ein und dasselbe Wort zurück: Gott, darin ist alles enthalten, und dann brauche ich all das andere nicht mehr zu sagen. Und meine ganze schöpferische Kraft setzt sich um in die inneren Zwiegespräche mit dir, der Wellenschlag meines Herzens ist hier breiter und zugleich bewegter und ruhiger geworden, und mir ist, als würde mein innerer Reichtum immer größer." 18

Die Stadt Deventer präsentiert im Etty-Hillesum-Zentrum sowohl die Geschichte Etty Hillesums wie auch des Deventer Judentums.

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Die Universität Gent hat ein Etty-Hillesum-Forschungszentrum eingerichtet. Hier findet vom 13. bis 15. Januar 2014 ein international besetzter Etty-Hillesum-Kongress statt. Unter dem Titel "Het Werk" hat das Forschungszentrum eine revidierte und vollständige Edition der Tagebücher in holländischer Sprache herausgegeben. Geplant ist ferner eine zweisprachige Edition (deutsch/englisch).

ANMERKUNGEN

1 Carel ter Haar / Edward van Voolen (Hg.), Jüdisches Städtebild Amsterdam. Aus dem Niederländischen v. Helga van Beuningen. Frankfurt 1993. 2 Das denkende Herz. Die Tagebücher von Etty Hillesum 1941-1943. Hg. u. eingeleitet von J. G. Gaarlandt. Aus dem Niederländischen von Maria Csollány. Reinbek 1985, 200. 3 Ebd. 170. 4 Ebd. 151. 5 Ebd. 177. 6 Ebd. 204. 7 Vgl. dazu die Ausführungen von Edward van Voolen (Anm 1) 7-25. - Interessante Aufschlüsse vermittelt auch das Buch von Selma Leydesdorff: "Wir haben als Mensch gelebt." Das jüdische Proletariat von Amsterdam. Aus dem Niederländischen von Rosi Wiegmann. Frankfurt 1993. 8 Das denkende Herz (Anm. 2) 142. 9Ebd. 27 ff. 10Ebd. 149. 11Ebd. 142. - Etty Hillesum gibt ihren Tagebuchaufzeichnungen längst nicht immer ein genaues Datum bei. 12 Ebd. 29. 13 Ebd. 35. 14 Ebd. 167. - Auf die Problematik der Judenräte kann an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Vgl. dazu etwa: Revital Ludewig-Kedmi, Opfer und Täter zugleich? Moraldilemmata jüdischer Funktionshäftlinge in der Shoah. Gießen 2001. 15 Das denkende Herz (Anm. 2) 209. 16 Das Tagebuch der jüdisch-französischen Anglistikstudentin Hélène Berr (1921-1945), die kurz vor der Befreiung des Lagers Bergen-Belsen umkam, ist bei seinem Erscheinen im Januar 2008 vom französischen Publikum sofort als Pendant zu den Aufzeichnungen Anne Franks empfunden worden. Ein Jahr später wurde die deutschsprachige Übersetzung publiziert: Hélène Berr, Pariser Tagebuch 1942-1944. Aus dem Französischen von Elisabeth Edl. München 2009. 17 Das denkende Herz (Anm. 2) 171. 18 Ebd. 216 ff.

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