Laufspiele für Kinder unter 3

Kriechen, krabbeln, stehen und gehen – mit zunehmendem Alter werden Kleinkinder mobiler und selbstständiger. Mit den folgenden Laufspielen unterstützen Sie die Jüngsten in ihrer Entwicklung.

Laufspiele mit Kleinstkindern
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Tasten und Fühlen: Barfußgang

Kinder entdecken und erforschen die Welt mit allen Sinnen. Für allererste Erkundungen ist der Mund ein wichtiges Medium, später gewinnen die Hände an Bedeutung als Mittel der Welteroberung. Und wie ist das mit den Füßen?

Natürlich vermitteln auch die Füße intensive taktile Reize. Im Frühling wird es Zeit, sich daran zu erinnern, denn wenn es draußen wärmer wird, eröffnet sich die Möglichkeit für die Kinder, die Welt auch mit den Füßen zu ertasten und zu erfühlen.

Benötigte Materialien:

  • Wiese
  • Kies- und Sandwege
  • Matschlöcher
  • Wasserpfützen
  • Mulchwege
  • Bordsteine und Asphalt
  • Handtücher (für unterwegs)
  • Federn
  • Grashalme

So wird’s gemacht:

Die Möglichkeit, im Frühling und Sommer ohne Schuhe und Strümpfe gehen zu können, bietet Kindern und Erzieherinnen Spiel- und Erfahrungsraum für tausend und mehr Erfahrungen. Aufwendig gestaltete Fühl- und Taststraßen sind nicht nötig. Barfuß oder in Stümpfen begehen die Kinder das Gelände rund um die Einrichtung, oder sie erkunden auf Spaziergängen die natürliche oder bearbeitete Erdoberfläche mit ihren Füßen. Wo hat der Boden welche Beschaffenheit? Hier ist er weich, an anderer Stelle ist er hart. Manchmal ist der Boden eben, manchmal finden die Füße nicht auf einer festen Fläche Halt. Da gibt es kieselige, kitzelige und stachelige Untergründe, aber auch matschige, moddrige und samtige.

Die Kinder erleben, in welchem Bereich welcher Boden vorzufinden ist. Sie entdecken erste Kausalzusammenhänge — so fühlt es sich an, wenn der Boden nass ist, wenn er trocken ist, spürt man an derselben Stelle etwas ganz anderes.

Bei all diesen Barfußaktionen haben die Erzieherinnen Vorbildfunktion und gehen barfüßig voran ...

aus: Sibylle Fischer / Barbara Mößner: Kleinstkinder entdecken Frühling und Sommer

Körperwahrnehmung: Ein Tag am See

Benötigte Materialien:

  • Teppichfliesen
  • Reifen
  • schiefe Ebene
  • Matten oder Schaumstoffmatratzen
  • blaues (Schwung-)tuch

So wird’s gemacht:

Die Frösche hüpfen von Seerosenblatt zu Seerosenblatt (Teppichfliesen oder Reifen), rutschen in den Teich (schiefe Ebene), schwimmen im Teich bei großen und bei kleinen Wellen (Schwungtuch), machen große, kleine, laute und leise Sprünge. Am Abend sitzen sie auf einem Seerosenblatt und genießen das Plätschern von Regentropfen auf ihrem Rücken.

Didaktischer Kommentar: Die Bewegungsformen sind das Hüpfen und Springen. Durch die schiefe Ebene kommen das Rollen, Rutschen und Krabbeln hinzu. Das Gehen oder Laufen über das wellenschlagende Schwungtusch erfordert Mut und viel Gleichgewichts- und Antizipationsfähigkeit. Der Untergrund ist durch das Tuch etwas rutschig, und durch die Wellen ist es schwer abzuschätzen, wann der Fuß auf den Boden aufsetzt.

aus: Renate Zimmer (Hrsg.), Psychomotorik für Kinder unter 3 Jahren

Elefantentrampelparade

Die Kinder übernehmen in diesem Mitmachspiel die Rolle der trampelnden Elefanten, die Erzieherin fürs Erste die Rolle der „Kommandantin", welche dafür sorgt, dass die Elefantenparade nicht aus dem Schritt gerät. Die erste Aufgabe besteht darin, eine ordentliche Elefantenparade aufzustellen. Dazu reihen sich die Dickhäuter der Größe auch hintereinander: die größten Elefanten nach vorne und die kleinsten nach hinten. Dann mit der rechten Hand an die Nase greifen und die linke Hand als Rüssel durch die Armbeuge stecken. Nun dem Vordermann den Rüssel auf die Schulter legen und die Parade kann starten. Kleinere Kinder, die diesen Rüssel noch nicht gut nachmachen können, können auch einfach ihrem Vordermann die Hände direkt auf die Schultern legen.

Dann gibt die Erzieherin den Takt zum Trampeln vor. Das gleichmäßige Stampfen und Mitsprechen dürfte den kleinen Elefanten bereits nach ein paar Mal Üben leicht fallen. Hat sich die Elefantentrampelparade gut eingestampft, kann natürlich auch ein Kind die Führung übernehmen und die Parade durch den Raum leiten

Hier der Text zum Lostrampeln:

1,2,3,4 Machen wir mal richtig Dampf. 1,2,3,4
Denn jetzt kommt der Vorwärtsstampf.
1,2,3,4
Vorwärts stampfen ist nicht schwer.
1,2,3,4
Wir stampfen hin und stampfen her.
Wenn sich die Parade so richtig warm gestampft hat, können Sie beginnen, noch kniffligere Schritte einzuüben:
1,2,3,4
Machen wir mal richtig Dampf.
1,2,3,4
Denn jetzt kommt der Leisestampf.
1,2,3,4
Leise stampfen ist nicht schwer.
1,2,3,4
Wir stampfen hin und stampfen her.
1,2,3,4
Machen wir mal richtig Dampf.
1,2,3,4 Denn jetzt kommt der Rückwärtsstampf. 1,2,3,4 Rückwärts stampfen ist nicht schwer. 1,2,3,4 Wir stampfen hin und stampfen her.

 

Weitere Varianten sind der Seitwärtsstampf, der Turbostampf, bei dem es richtig laut zugeht, sowie der Einschlafstampf für die Elefanten in ihrer Gruppe, die vom vielen Stampfen etwas müde geworden sind.

Marion Demme-Zech, aus: Entdeckungskiste „Zirkus & Jahrmarkt“ (1/2008)

Bewegungsspiel: Alles wackelt

So wird’s gemacht:

Die Kinder stehen verteilt im Raum und bewegen sich dem Text entsprechend.

Wackelpeter, Wackelpeter
wackel rum.
Die Kinder wackeln mit dem ganzen Körper.
Wackelpeter, Wackelpeter
fall mal um!
Dann gehen sie in die Hocke oder lassen sich zu Boden fallen.
Wackelpeter, Wackelpeter
steh wieder auf!
Schließlich stehen Sie wieder auf
Wackelpeter, Wackelpeter
lauf nach Haus!
und laufen durch den Raum.

Variation (ab 3 Jahren): Nachdem die Kinder „zu Hause“ angekommen sind, versuchen sie ein Bein zu heben und kurz das Gleichgewicht zu halten. Dabei breiten sie vielleicht seitlich die Arme aus.

Wackelpeter, Wackelpeter,
heb ein Bein.
Wackelpeter, Wackelpeter
steh allein,
auf einem Bein.

aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen: Schlauzwerge fühlen, hören, sehen in der Krippe

In der Stuhlstraße

Alter/Entwicklungsstand: ab 10/11 Monate

Mitspieler: 1-2 Kinder

Ort/Raum: Gruppenraum

Benötigte Materialien:

  • 6-8 große, standfeste Erwachsenen-Stühle/li>

So wird’s gemacht:

Stellen Sie die Stühle mit der Lehne nebeneinander an eine Wand. Legen Sie ein paar Spielzeuge auf die Sitzflächen der Stühle. Interessant ist unter anderem z.B. eine Spieluhr, die ein Lied "klimpert". Beobachten Sie, ob einige Kinder vielleicht auf die neue Spielfläche zu krabbeln und sich an den Stühlen hochziehen, um die begehrten Spiel-Dinge erreichen und untersuchen zu können.

Variation: Bauen Sie die Straße aus Kindertischen, die Sie ebenfalls dicht an die Wand stellen. Darauf können Sie eine kleine "Spielwelt" aufbauen (kleine Autos, Stehaufmännchen, Bauklötze, Spieltiere…).

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Bewegungsförderung für Kleinkinder

Die Roboter spielen verrückt

So wird’s gemacht:

Ein Kind ist der Robotertechniker, die anderen stellen verrückt gewordene Roboter dar: Sie bewegen sich komisch und unberechenbar, laufen im Kreis, zucken mit den Schultern, wackeln mit dem Kopf, stampfen mit den Füßen, winken mit den Armen usw. Der Robotertechniker geht von einem Roboter zum anderen und versucht, bei jedem den Ausschaltknopf zu finden. Der Auschaltknopf ist irgendwie am Rücken, an den Beinen oder Armen, aber die jedem Roboter sitzt er woanders. Die Roboterkinder entscheiden also selbst, wann sie ausgeschaltet werden und stillstehen wollen. Nach einer Weile ist ein anderes Kind der Robotertechniker.

Aus: Lorelies Singerhoff / Martin Stiefenhofer: Finger- und Bewegungsspiele für Krippenkinder

Willis Wackelweg

Alter/Entwicklungsstand: ab 2,5 Jahre

Mitspieler: Klein- oder Großgruppe

Raum/Ort: Bewegungsraum

Benötigte Materialien:

  • 6-8 Wärmflaschen (mit Wasser gefüllt)
  • mindestens 1 Luftmatratze (aufgepumpt)
  • 6-8 alte Sofakissen
  • 1 Kissenbezug (gefüllt mit Schaumstoffresten)
  • Steppdecken…

Eventuell: Weichbodenmatte, Balancier-Halbkugeln o.ä.

Hinweise: Probieren Sie, ob die Kinder diese Aufgabe schon bewältigen. Wenn nicht, dann tauschen Sie einige Elemente des Weges durch weniger wackelige Materialien aus.

So wird’s gemacht:

Legen Sie die Materialien hintereinander zu einem Wackel- Weg, über den die Kinder gehen können.

Variation: Legen Sie eine dicke Plastikplane auf den Boden. Verteilen Sie auf einer Hälfte der Plane viele weiche Materialien (Kissen, Federbetten, Steppdecken...). Schlagen Sie die andere Hälfte der Plane darüber, sodass die Materialien nicht mehr zu sehen sind. Wer geht über die wackelige Plane?

Brigitte Wilmes-Mielenhausen, aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Bewegungsförderung für Kleinkinder

Riesenbesuch im Zwergenland

Benötigte Materialien:

  • große und kleine Putzeimer oder Trommeln
  • Schlägel

So wird’s gemacht:

Nachdem die Erzieherin den Kindern die Geschichte vorgelesen hat, nehmen die Kinder sich einen Putzeimer und einen Schlägel und ahmen die lauten Riesenschritte und die leisen Zwergenschritte nach. Danach liest sie die Geschichte erneut und die Kinder setzen ihre Instrumente passend ein.

Heute bekommen die Lauschzwerge von den Riesen aus dem Riesenland Besuch. Gemeinsam wollen sie einen Spaziergang im Zwergenland machen. Die Zwerge stehen vor ihren Häusern und warten auf die Riesen. Aus der Ferne hört man schon ihre Schritte.

Die Schritte werden immer lauter und bereits nach kurzer Zeit sind sie da. Nach einer freundlichen Begrüßung geht es auch schon los.

Mit kleinen, leisen Schritten gehen die Zwerge voran und mit großen lauten Schritten gehen die Riesen hinterher. An einem Waldsee bleiben alle stehen und schauen den Enten zu. Doch dann geht es weiter. Mit kleinen, leisen Schritten gehen die Zwerge voran und mit großen, lauten Schritten gehen die Riesen hinterher. Nach einer kurzen Zeit bleiben sie an einer Weide stehen und schauen den Kühen zu. Doch dann geht es weiter. Mit kleinen, leisen Schritten gehen die Zwerge voran und mit großen, lauten Schritten gehen die Riesen hinterher. Als es dunkel wird, machen sie sich auf den Heimweg.

Mit kleinen, leisen Schritten gehen die Zwerge voran und mit großen, lauten Schritten gehen die Riesen hinterher. Die Riesen verabschieden sich und gehen durch den Wald nach Hause. In der Ferne werden ihre Schritte immer leiser. Die Zwerge gehen mit leisen Schritten in ihr Haus zurück und legen sich schlafen.

Variation: Die Kinder spielen die Geschichte mit ihren Füßen nach. Sie trippeln bei den Zwergen und stampfen bei den Riesen.

Erweiterungen:

Körperwahrnehmungsspiel: Mit den Händen wird der Text auf dem Rücken des Kindes spürbar.

Spurenspiel: Die Kinder machen mit unterschiedlichen Materialien wie Rasierschaum, Fingerfarbe oder Matscherde Zwergen- und Riesenspuren auf ein Papier.

aus: Ingrid Biermann: Spielen mit Krippenkindern

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