Mutter-Kind-KurenErholung für Mutter und Kind?

Wenn der Alltag sehr aufreibend ist, dann ist oftmals eine Mutter-Kind-Kur eine gute Möglichkeit, den Akku wieder aufzutanken. Aber auch eine solche Kur muss unter den richtigen Voraussetzungen angegangen werden, damit sie wirklich erholsam ist.

Der ständige Einsatz für die Familie kann ganz schön müde machen: Wenn die Gesundheit angeschlagen ist und der Akku leer, hilft eine Mutter-Kind-Kur - oder auch eine Vater-Kind-Kur. Doch eine solche Auszeit will gut vorbereitet sein, sonst sind Enttäuschungen vorprogrammiert. "Fix und fertig" fühlte sich Claudia Thoma aus Freiburg nach ihrer Kur, die sie mehr Nerven kostete als das Leben zuhause. Für ihre Arbeitskollegin Sabine Kupferschmidt war der Genesungsurlaub an der Ostsee hingegen ein Volltreffer.

Vor der Kur: Körperlich angeschlagen und seelisch unter Druck

Die meisten Frauen, die sich zur Mutter-Kind-Kur anmelden, haben gleich mehrere Erkrankungen, wie das Deutsche Müttergenesungswerk (MGW) herausfand. Fast alle klagen über Rückenprobleme beziehungsweise Erkrankungen des Bewegungsapparates (85 Prozent), gefolgt von Atemwegsproblemen (38 Prozent) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (29,4 Prozent). Hinzu kommen Stress mit dem Partner, Schwierigkeiten mit den Kindern und Sorgen über die Haushaltskasse. Jede dritte Frau, die beim Müttergenesungswerk eine Kur macht, leidet unter ihrer alleinigen Verantwortung für die Kinder.

Mit Bädern und Massagen, Bewegung und Entspannung, Erziehungs- und psychologischer Beratung helfen die Kureinrichtungen ausgepowerten Frauen und Männern wieder auf die Beine. Im Schnitt dauert eine Kur drei Wochen. Zehn Euro am Tag müssen PatientInnen selbst hinblättern. Für sozial Schwache gibt es Zuschüsse.

Informationen vorab helfen bei der Auswahl

Bei der Suche nach dem passenden Kurhotel oder der richtigen Kurklinik helfen die Vermittlungsstellen der Wohlfahrtsverbände, wie Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Deutsches-Rotes Kreuz. Auskunft geben auch die Beratungsstellen des Deutschen Müttergenesungswerks (MGW) oder die Mutter-Kind-Kurhäuser und -Kliniken. "Wichtig ist, genau zu klären, was man braucht", sagt Anne Schilling, Geschäftsführerin des MGW. Soll die Kur nah am Wohnort sein oder weit weg? Bietet die Kureinrichtungen die passende medizinische Versorgung? Ist sie groß oder klein? Soll das Essen mit Kindern stattfinden oder ohne? Stimmt das Betreuungsangebot für die Kinder? Je besser solche Fragen vorab geklärt werden, umso erfolgversprechender wird die Kur. Für Väter haben verschiedene Kureinrichtungen übrigens eigene Angebote.

Neben dem Kurantrag - erhältlich bei den Beratungsstellen und den Krankenkassen - braucht es ein ärztliches Attest. Hier muss der Arzt klar darlegen, wieso eine Kur angezeigt ist. "Nur von Erschöpfung zu schreiben, reicht oft nicht", weiß Anne Schilling.

Über die Genehmigung der Kur entscheidet die Krankenkasse. "Jede dritte Frau wird erst einmal abgelehnt", berichtet Anne Schilling. Doch deshalb brauche man nicht gleich den Kopf in den Sand stecken. Zwei Drittel der abgelehnten Antragstellerinnen legen Widerspruch ein. Immerhin 44 Prozent von ihnen kommen so doch noch zu ihrer Kur.

Die positive Wirkung von Kuren ist wissenschaftlich nachgewiesen

Dass solche Kuren wirken, hat das Müttergenesungswerk wissenschaftlich überprüfen lassen. "Sechs Monate nach der Kur hatten die Patientinnen weniger Schmerzen, sie brauchten weniger Medikamente, und der Umgang mit ihren Kindern fiel ihnen leichter", berichtet Anne Schilling. "Eine Mutter-Kind-Kur ist allerdings kein Urlaub", betont die Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks. Wichtig sei es, sich für das medizinische, physiotherapeutische und sozialpädagogische Angebot zu öffnen und sich nicht auf dem Zimmer zu verkriechen. "Dann kann die Kur wirken."

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