Aufgaben im HaushaltAuch Männer können putzen

Männer und Haushalt ist auch heute noch ein schwieriges Thema. Viele Männer sind keine Hilfe im Haushalt und die Frau muss alles alleine machen. Um Ehekrisen zu vermeiden, sollten Aufgaben und Haushalt systematisch geplant werden.

Aufgaben im Haushalt: Auch Männer können putzen
© Fotolia.de - Rainer Sturm

In deutschen Haushalten sucht man den "neuen" Mann und Vater, der seine Frau bei der Karriere unterstützt und sich die Hausarbeit mit ihr teilt, häufig vergebens. So das Ergebnis der "Vorwerk Familienstudie 2009". Im Unternehmensauftrag befragte das Institut für Demoskopie Allensbach Männer und Frauen zu ihren Einstellungen in Sachen Familienleben und Hausarbeit. Familienarbeit ist demnach immer noch Frauensache: 77 Prozent der Mütter leisten den Löwenanteil oder übernehmen sogar die gesamte Arbeit. Die Mehrheit der Väter bekennt, "nur den kleineren Teil" oder "praktisch gar nichts" beizutragen. Zwar sind die meisten Männer voll erwerbstätig, während ihre Partnerinnen maximal in Teilzeit arbeiten. Dennoch räumen 33 Prozent der Mütter ein, dass es bei ihnen im Streit um dieses Thema sogar schon zu Ehekrisen gekommen sei.

Männer brauchen Mut zur Emanzipation

Warum aber übernehmen immer noch viele Frauen den Haushalt und die Kinderbetreuung, selbst wenn sie berufstätig sind? Eine letztgültige Antwort darauf gibt es nicht. Aber einige glaubhafte Erklärungsversuche: Da die meisten Frauen in ihren Dreißigern eine Babypause einlegen und danach in einen Teilzeitjob zurückkehren, nehmen viele männliche "Alleinverdiener" für sich in Anspruch, sich ganz der Karriere zu widmen, damit das Familieneinkommen wächst. Andererseits wird Männern die Emanzipation auch nicht gerade leicht gemacht: Es braucht Mut, als Mann nach der Geburt des Kindes eine Arbeitszeitreduzierung zu fordern. Denn noch immer gilt in der Arbeitswelt eine Teilzeitstelle als berufliches Abstellgleis. Und nach wie vor ist es gesellschaftlich nicht akzeptiert, dass Männer wegen der Kinder ihre Arbeitszeit reduzieren.

Aushandeln, absprechen und aufteilen

Doch egal, ob es sich um einen Alleinverdiener-Haushalt handelt oder ob beide Partner Vollzeit und/oder Teilzeit arbeiten - die vielen verschiedenen Aufgaben, vom Einkaufen, Kochen und Saubermachen bis hin zur Kinderbetreuung, müssen erledigt werden. Eine gerechte Aufteilung, die die unterschiedlichen Arbeitszeiten berücksichtigt, kann zum Beispiel so aussehen: Wenn Hausfrauen oder teilzeitberufstätige Frauen mittags zu Hause sind, liegt es nahe, dass sie sich um das Essen und die Einkäufe kümmern. Sie holen die Kinder vom Kindergarten oder der Schule ab, fahren sie zu Freizeitaktivitäten und helfen bei den Hausaufgaben. Kommen ihre Partner von der Arbeit heim, bereiten die Männer das Abendessen zu. Müssen danach größere Kinder zum Sport oder bei Freunden abgeholt werden, hat das "Papa-Taxi" Dienst. Andere Aufgaben, die abends oder am Wochenende erledigt werden können, wie zum Beispiel Wäsche waschen und bügeln, Vorrats-Einkäufe erledigen, Auto waschen oder kleinere Reparaturen im Heim sollten sich die Partner untereinander aufteilen. Ganz wichtig: Lässt die Höhe des Familieneinkommens es zu, ist es sinnvoll und ungeheuer entlastend, wenn man fürs Putzen oder Waschen/Bügeln eine Haushaltshilfe engagiert. Die dadurch gewonnene Zeit kommt der ganzen Familie zugute.

Familien-Zeitmanagement – Schritt für Schritt

Oft stellt sich aber erst mit der Zeit - und wachsender Familie - heraus, dass vor allem Frauen chronisch überlastet und mit der Arbeitsaufteilung unzufrieden sind. Dann gilt es, die bislang getroffenen Vereinbarungen kritisch zu hinterfragen und neue Regeln zu finden. Dabei hilft ein verbindlicher, schriftlich fixierter Stundenplan, der genaue Aufgaben definiert und sie Vater, Mutter und mit zunehmendem Alter auch den Kindern zuordnet:

  • Aufgaben im Haushalt auf Eltern und Kinder aufteilen. Achtung Mütter! Lernen Sie, Verantwortungsbereiche abzugeben und zu akzeptieren, dass Dinge vielleicht nicht so perfekt oder zumindest anders erledigt werden als von Ihnen
  • Für Notfälle (z.B. Krankheit eines Kindes) muss vereinbart sein, wer helfen kann, wenn ein oder beide Partner beruflich eingebunden sind
  • Klären Sie, was sinnvoller ist: Aufgaben in einzelne Tätigkeiten (z.B. Staubsaugen, Putzen, Aufräumen) oder zusammengefasste Verantwortungsbereiche (z.B. saubere und ordentliche Kinderzimmer) aufzuteilen
  • Schreiben Sie einen detaillierten Stundenplan, was genau an welchem Wochentag zu erledigen ist und wer diese Aufgaben übernimmt
  • Wichtig für Mütter: Lernen Sie Ihre Familie für ALLE Aufgaben an, z.B. Waschmaschinen-Bedienung, Staubsaugertüten wechseln, Gebrauch von Putzmitteln -damit man Sie jederzeit "vertreten" kann
  • Sorgen Sie für Notfälle vor und informieren Sie Helfer wie Großeltern, Freunde oder Nachbarn

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