Urlaub mit FreundenSo gelingt er reibungslos

Wenn Familien mit Freunden in den Urlaub fahren, kann das eine schöne Sache sein, solange man sich vorher gut abspricht. Denn sonst wird es noch anstrengender, als nur der letztjährige Urlaub mit Kindern.

Manchmal ist ein gelungener gemeinsamer Familienausflug oder ein gemütlicher Nachmittag mit Kind und Kegel der Auslöser für die Idee, zusammen zu verreisen. Wenn alle ihren Spaß haben, steigert das schließlich die Erholung. Außerdem fällt im Idealfall für die Eltern mehr freie Zeit ab, wenn die Freundeskinder mit dem eigenen Nachwuchs spielen.

Doch bekanntlich spielen Kinder nicht nur in stiller Eintracht miteinander, sondern sie streiten sich manchmal wie die Kesselflicker. Auch unter Erwachsenen gibt es genügend Konfliktpotential. Den einen stört der Zigarettenrauch des Freundes, den anderen das ewig besetzte Bad. Vielleicht lässt sich in geselliger Runde im Vorfeld einiges humorvoll klären. Frei nach dem Motto: "Verrate mir deine Marotten und ich sage dir, ob wir zusammen Urlaub machen können." Die Konflikte, die vor Ort entstehen, müssen dann dort auch ausgetragen werden. Dies umso mehr, je kleiner die Wohnung oder das Haus ist und je mehr Kinder zusammenkommen.

Petra Körber erinnert sich noch sehr gut an den vergangenen Sommerurlaub:

"Am dritten Abend war ich den Tränen nahe und wollte nur noch nach Hause. Unsere beiden Söhne ( 4 und 7 Jahre ) hatten ständig Streitereien mit den beiden Kindern unserer Freunde, die jeweils ein Jahr älter sind. Das ging schon bei der Zimmerverteilung los. Zuerst wollten die Geschwister nicht zusammen in ein Zimmer, dann wieder doch. Bei den gemeinsamen Mahlzeiten stritten sie sich um die bunten Trinkgläser und darum, wer den Toaster betätigen darf. Auch unter uns Erwachsenen herrschte eine angespannte Stimmung. Als die Kinder alle im Bett lagen, haben wir eine Flasche Wein aufgemacht und Lagebesprechung abgehalten."

Folgende Vorschläge können dabei helfen, einen gelungenen Urlaub miteinander zu verbringen:

  • Wer grundsätzlich abends gerne seine Ruhe hat oder immer wieder mal eine Möglichkeit zum Rückzug braucht, sollte das Modell "jede Familie mietet eine eigene Wohnung" buchen. Für Hotelanlagen erübrigt sich diese Überlegung.
  • Treffen Sie sich vor dem Urlaub ein paar Mal und sprechen Sie auch Dinge durch, die scheinbar banal sind:
  • Schlafen die einen gerne aus, die anderen stehen aber gerne früh auf? Wie plant man dann das gemeinsame Frühstück? Bevor die einen hungrig am Frühstückstisch warten, und die anderen sich notgedrungen aus dem Bett quälen, wäre ein zeitversetztes Frühstück eine Alternative.
  • Wie viel Zeit soll miteinander verbracht werden? Wenn eine Familie für sich einen Ausflug plant, sollte das spätestens am Vorabend miteinander besprochen werden. Sonst fühlt sich Familie Müller vielleicht ausgeschlossen, während Familie Meier sich dazu verpflichtet fühlt doch noch gemeinsam loszuziehen.
  • Wie steht es mit dem Thema Süßigkeiten und zwischendurch essen? Für manche Eltern ist es ein rotes Tuch, wenn ständig Kekse verteilt werden oder wenn an jeder Eisbude halt gemacht wird. Anderen wiederum ist schleierhaft, warum man im Urlaub nicht mal alle fünfe gerade sein lassen kann. Hilfreich kann z.B. sein, wenn die Modelle abgewechselt werden, oder man sich auf halbem Wege entgegenkommt, nach dem Motto: "Süßes ja, aber nur nach dem Essen."
  • Wann wird die Nachtruhe eingeläutet? Großzügige Eltern lassen die Kinder abends bis in die Puppen herumtoben, während die Freundesfamilie darauf dringt, dass spätestens um 21 Uhr das Licht ausgeht. Auch hier kann jeder mal die Regel des anderen übernehmen. Es sollte nur abgesprochen und den Kindern angekündigt werden.
  • Auch die Kinder können untereinander Absprachen treffen. Dem Streit um besonders begehrtes Spielzeug kann vorgebeugt werden, indem die Kinder (evtl. mit Hilfe der Erwachsenen) absprechen, wer wann was bekommt. Auch wer wann bei wem schläft (ein Lieblingsthema der Kinder!) sollte geklärt werden.
    Dann braucht man noch ein gutes Maß an Toleranz, denn jeder hat so seine Eigenheiten, die selbst guten alten Freunden lange Zeit verborgen bleiben können. Im Urlaub kommt so einiges ans Tageslicht, denn niemand kann über zwei oder drei Wochen nur seine Schokoladenseite zeigen.

Für Petra Körber und Familie war der gemeinsame Urlaub trotz aller Startschwierigkeiten sehr schön: "Nach der ersten Woche wurde alles besser. Wir mussten uns richtig zusammenraufen und hatten dann eine ganz tolle Zeit miteinander. Diesen Sommer fahren wir aber alleine, schließlich wollen wir unsere Freundschaft auch nicht überstrapazieren."

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