Nr. 3/20223. Sonntag der Fastenzeit bis 3. Sonntag der Osterzeit

Inhalt

So sehr sich alle danach sehnen, wissen wir doch nicht, ob Ostern tatsächlich das erhoffte Fest der Auferstehung aus der schweren Zeit der Pandemie sein wird. Es hoffen alle darauf, doch wie oft schon wurden in den letzten zwei Jahren Hoffnungen von der Realität begraben.

Vielleicht können uns die Texte der Kar- und Ostertage dabei helfen zu verstehen, was die Pandemie mit uns gemacht hat – oder vielleicht besser: was sie zum Vorschein gebracht hat. Wir hören in den Passionstexten von Spaltung und Verrat, wir müssen erfahren, dass selbst der liebste Freund zum Verräter werden kann, wenn es plötzlich brenzlig wird. – Viele mussten in der Pandemie genau diese Erfahrung machen. Und am Palmsonntag werden wir mit der Erkenntnis konfrontiert, dass die Menge schon immer leicht verführbar war. Zuerst bejubeln sie den neuen Heilsbringer, doch als sich herumgesprochen hat, an welche Mühen das Heilsversprechen geknüpft ist, fallen seine Umfragewerte dramatisch, am Ende schreien sie ihn ans Kreuz.

Es war alles schon mal da. Und deshalb durchschreiten wir Jahr für Jahr diese heiligen Tage, erleben wir Jahr für Jahr, wie unzuverlässig die Menge der Begeisterten ist, machen immer wieder mit Petrus zusammen das falsche Versprechen: »Ich werde dich nie im Stich lassen!«, begraben wir am Karfreitag immer wieder all unsere Hoffnung. Und dann feiern wir Ostern. Und glauben Jahr für Jahr daran, dass nichts bleibt, wie es war. Dass am Ende jedes Leid gewandelt wird. Dass keine Träne umsonst war. Dass das Leben trotz allem immer wieder siegt.

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