Fühlen – Karfreitagsliturgie mit Kindern – Für Kinder

Für Kinder ist Jesu Passion nur schwer vorstellbar. Diese Karfreitagsliturgie versucht den Kreuzweg für Kinder nachzuempfinden.

Tipps: Die Karfreitagsliturgie lässt sich unabhängig vom Kreuzweg »Fühlen« für Kinder feiern. Die Liturgie passt aber auch zu dem Kinderkreuzweg und ist eine Wiederholung und Vertiefung. Dazu wurden die Materialien von den einzelnen Kreuzwegstationen nach jeder Station (z.B. in Körben) eingesammelt und für die Karfreitagsliturgie mitgenommen. Für die, die nicht am Kreuzweg teilgenommen haben bzw. ihre Tasche nicht zur Karfreitagsliturgie mitbringen, wird das benötigte Material bereitgehalten.
Außer der ersten und letzten Station ist eine Auswahl weiterer Stationen sinnvoll, ebenso wie beim Kreuzweg, da der Gottesdienst sonst zu lange dauern würde.
Der Gottesdienst findet parallel zum Gemeindegottesdienst statt und enthält eine gemeinsame Kreuzverehrung.

Material: Wenn der Kreuzweg gegangen wurde, sind die meisten Materialien nach jeder Station (z.B. in Körben) eingesammelt worden. Folgende Materialien sind je nach Auswahl der Stationen bereitzustellen:
Kreuz (vom Kreuzweg), ein schwarzes Tuch
1. Station: Papier/Karton und Stifte
2. Station: Blätter mit Löchern, Risse usw.
3. Station: ein Dornenzweig
4. Station: Papiertaschentücher
5. Station: Grashalme
6. Station: Zweige
7. Station: eine große Schale mit Wasser/eine große Kiste mit Sand
9. Station: ein großer Stein
10. Station: Osterkerze und gelbe Papierstreifen als Lichtstrahlen
Evtl. zum Abschluss: für jedes Kind eine Osterkerze oder anderen Osterschmuck zum Basteln, Materialien für »Fühl«-Spiele

Kreuzverehrung im Gemeindegottesdienst: Da der Zeitpunkt der Kreuzverehrung nicht vorhersehbar ist, werden die Kinder z.B. durch zwei MinistrantInnen oder der Küsterin/dem Küster abgeholt, sobald die Kreuzverehrung beginnt. Die Kinder werden von der Gottesdienstleitung begrüßt und mit den folgenden/oder ähnlichen Worten ihre Kreuzverehrung erklärt: »Zum Zeichen, dass die Kinder den Weg zum Kreuz mit Jesus gehen, bringt jedes Kind einen Fußumriss mit seinem Namen mit in den Gemeindegottesdienst und legt ihn zum Kreuz.«

Gestaltete Mitte: Kreuz liegt auf einem schwarzem Tuch, die Kinder sitzen im Kreis.

Eröffnung

Im Zeichen des Kreuzes sind wir versammelt: im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.– Alle: Amen.

Einführung

Heute am Karfreitag erinnern wir uns daran, dass Jesus den Kreuzweg ging und dann am Kreuz starb. Nun sind wir zur Sterbestunde Jesu um 15.00 Uhr hier in (Ort nennen) … versammelt. Wir denken an Jesu Leiden und Sterben am Kreuz.

(Heute morgen/ … sind wir gemeinsam einen Kreuzweg gegangen. Die einzelnen Themen wollen wir nun nochmals aufgreifen und darüber nachdenken.)

1. Station: Gehen

Jesus hat sein Kreuz selbst tragen müssen. Er ist den Weg nach Golgotha mit dem Kreuz gegangen. Es war ein schwerer Weg. Noch heute denken wir an seinen Kreuzweg. Auch wenn wir damals nicht dabei waren, können wir uns daran erinnern und in Gedanken mit Jesus gehen.

Aktion

Gehen wir auf der Stelle und fühlen, was wir empfinden.

Kinder gehen auf der Stelle und erzählen anschließend, wie sie sich gefühlt haben.

Zum Zeichen, dass wir mit Jesus den Kreuzweg gehen, wollen wir nun unsere Füße als Umrisse auf Papier/Pappe malen, den Namen darauf schreiben und anschließend zum Kreuz legen. Wir brauchen für jeden Fuß ein Blatt, da wir zur Kreuzverehrung im Gemeindegottesdienst in der Kirche einen Fußumriss dort ablegen wollen.

Kinder zeichnen Umrisse ihrer Füße auf Papier/Karton, schneiden sie aus und schreiben ihren Namen darauf. Bei der Kreuzverehrung im Gemeindegottesdienst wird ein Fußumriss zum Kreuz gelegt, der andere bleibt im Gottesdienstraum der Kinder.

Fußumrisse werden nacheinander zum Kreuz gelegt .

Gebet

Herr Jesus Christus, du bist den Weg bis zum Tod am Kreuz gegangen. Dafür danken wir dir.

Lied

GL 365 »Meine Hoffnung und meine Stärke« oder GL-Diözesananhang »Oheilges Kreuz, sei uns gegrüßt« oder anderes passendes Lied.

2. Station: Blätter fühlen

Jesus wurde geschlagen, man nennt es geißeln. Sein Körper war gezeichnet von vielen Striemen und Wunden.

Aktion

Blätter verteilen.

Fühlen wir die Blätter in unseren Händen. Die Löcher und Risse sollen uns an die Verletzungen Jesu erinnern…

Kinder fühlen die Blätter. Anschließend erzählen sie, was sie empfunden haben.

Blätter werden zum Kreuz gelegt.

Gebet

Herr Jesus Christus, du bist geschlagen worden. Doch du hast alles ertragen. Dafür danken wir dir.

Lied

GL 365 »Meine Hoffnung und meine Stärke« oder GL-Diözesananhang »O heilges Kreuz, sei uns gegrüßt« oder anderes passendes Lied.

3. Station: Dornen fühlen

Jesus wurde keine goldene Krone auf den Kopf gesetzt. Die Soldaten flochten einen Dornenkranz.

Dornenzweig zeigen.

Aktion

Fühlen wir, wie spitz diese Dornen sind.

Kinder berühren vorsichtig die Dornen und erzählen, wie sie sich gefühlt haben.

Die Dornen werden zum Kreuz gelegt.

Gebet

Herr Jesus Christus, du bist mit Dornen gekrönt worden. Dafür danken wir dir.

Lied

GL 365 »Meine Hoffnung und meine Stärke« oder GL-Diözesananhang »O heilges Kreuz, sei uns gegrüßt« oder anderes passendes Lied.

4. Station: Luft fühlen

(Beim Kreuzweg haben wir Regen und Wind gefühlt)

Als Jesus den Kreuzweg ging, musste er sicherlich schwer schnaufen. Das Kreuz hat ihn schwer belastet. Das Atmen war nicht so leicht, in etwa so, wie wenn wir durch ein Tuch atmen müssten. Ein Papiertaschentuch wird gezeigt.

Aktion

Wollen auch wir uns vorstellen, von einer Last niedergedrückt zu werden, und fühlen wie es ist, nur schwer atmen zu können. Dazu nehmen wir eine gebückte Haltung ein und halten uns ein Papiertaschentuch vor die Nase.

Papiertaschentücher verteilen.

Kinder nehmen eine gebückte Haltung ein und atmen durch das Papiertaschentuch. Anschließend beschreiben sie, wie sie sich dabei gefühlt haben.

Die Papiertaschentücher werden zum Kreuz gelegt.

Gebet

Herr Jesus Christus, du hast das schwere Kreuz getragen, da war es nicht leicht, gut Luft zu holen. Dafür danken wir dir.

Lied

GL 365 »Meine Hoffnung und meine Stärke« oder GL-Diözesananhang »O heilges Kreuz, sei uns gegrüßt« oder anderes passendes Lied.

5. Station: Grashalm fühlen

Als Jesus auf einem Esel in Jerusalem einzog, jubelten die Menschen ihm zu und riefen Hosianna. Sie winkten Jesus mit Palmblättern zu.

Aktion

Grashalme verteilen.

Rufen auch wir jetzt Hosianna, so wie am Palmsonntag, und winken mit Grashalmen.

Die Kinder schwenken den Grashalm in der Luft und rufen Hosianna.

Der Grashalm ist sehr elastisch, er kann sich je nach Wind auch drehen.

Kinder fühlen, wie elastisch der Grashalm ist.

Und so drehte sich auch die Stimmung der Menschen. Sie änderten schon kurz nach Jesu Einzug in Jerusalem ihre Meinung und riefen: »Kreuzige ihn.«

Die Kinder schwenken wieder ihre Grashalme und rufen: »Kreuzige ihn.«

Wie mag sich da Jesus gefühlt haben? Kurzes Gespräch mit den Kindern.

Die Grashalme werden zum Kreuz gelegt.

Gebet

Herr Jesus Christus, die Menschen waren plötzlich gegen dich. Sie schrien: Kreuzige ihn.« Dies alles musstest du ertragen. Dafür danken wir dir.

Lied

GL 365 »Meine Hoffnung und meine Stärke« oder GL-Diözesananhang »O heilges Kreuz, sei uns gegrüßt« oder anderes passendes Lied.

6. Station: Zweig fühlen

Jesus geht, den Kreuzweg. Er weiß, dass es sein letzter Weg ist. Sein Leben bricht ab, so wie der Zweig vom Baum.

Aktion

Zweige austeilen.

Wie fühlt sich dieser Zweig an?

Kinder erzählen: rau, alt, kaputt,…

Die Zweige werden zum Kreuz gelegt.

Gebet

Herr Jesus Christus, dein Leben ging mit dem Weg zum Kreuz zu Ende. Dafür danken wir dir.

Lied

GL 365 Meine Hoffnung und meine Stärke oder GL-Diözesananhang »O heilges Kreuz, sei uns gegrüßt« oder anderes passendes Lied.

7. Station: Wasser/Sand fühlen

Jesu Leben liegt nun in den Händen derer, die ihn verurteilt haben. Es entgleitet ihm wie Wasser/Sand in den Händen.

Eine große Schale mit Wasser/eine große Kiste mit Sand wird in die Mitte gestellt.

Aktion

Wir wollen fühlen, wie es ist, wenn man nichts festhalten kann und einem alles entrinnt.

Kinder lassen reihum in Stille Wasser/Sand durch ihre Hände gleiten. Anschließend erzählen sie, was sie dabei gefühlt haben.

Gebet

Herr Jesus Christus, du hast dich dem Todesurteil gebeugt und bist den Weg gegangen, den andere für dich bestimmt haben. Dafür danken wir dir.

Lied

GL 365 »Meine Hoffnung und meine Stärke« oder GL-Diözesananhang »O heilges Kreuz, sei uns gegrüßt« oder anderes passendes Lied.

8. Station: Stille fühlen

Jesus stirbt am Kreuz.

Aktion

Als Jesus gestorben ist, wurde es ganz still, totenstill … Fühlen wir diese Stille.

Kinder fühlen die Stille und erzählen anschließend, was sie dabei empfunden haben.

Gebet

Herr Jesus Christus, du bist am Kreuz gestorben. Dafür danken wir dir.

Lied

GL 365 »Meine Hoffnung und meine Stärke« oder GL-Diözesananhang »O heilges Kreuz, sei uns gegrüßt« oder anderes passendes Lied.

9. Station: Stein fühlen

Nach Jesu Tod wird er vom Kreuz abgenommen. Bestattet wird er in einem Grab, ähnlich einer Höhle. Davor wird ein großer Stein gewälzt.

Stein wird in die Mitte gelegt.

Aktion

Nun wollen wir den großen Stein befühlen. Wie fühlt er sich an?

Kinder fassen den Stein an (je nach Größe des Steins wird er von Kind zu Kind weitergegeben oder jedes Kind befühlt der Reihe nach in Stille den Stein, der in der Mitte liegt.) Anschließend erzählen die Kinder, was sie empfunden haben.

Der Stein wird zum Kreuz gelegt.

Gebet

Herr Jesus Christus, nach deinem Tod bist du begraben worden. Du bist hinabgestiegen in das Reich des Todes. Dafür danken wir dir.

Lied

GL 365 »Meine Hoffnung und meine Stärke« oder GL-Diözesananhang »O heilges Kreuz, sei uns gegrüßt« oder anderes passendes Lied.

10. Station: Jesus fühlen

Jesus ist gestorben, doch am dritten Tage ist er auferweckt worden von den Toten. Diese Fest feiern wir an Ostern. (Einladung zur Osternachtsfeier.)

Wir glauben, dass mit dem Tod nicht alles zu Ende ist, sondern der Beginn des ewigen Lebens.

Osterkerze wird zum Kreuz gestellt (nicht anzünden).

In der Osternacht wird die Osterkerze am Osterfeuer entzündet. Mit dieser Osterkerze ziehen dann alle in die dunkle Kirche. Das Licht der Osterkerze erhellt den ganzen Raum, alle Kerzen werden an der Osterkerze entzündet. Jesus selbst hat von sich einmal gesagt: Ich bin das Licht der Welt. Er hat die Dunkelheit, den Tod besiegt. Und so wie er von den Toten auferstanden ist, werden auch wir auferstehen zum neuen, ewigen Leben.

Aktion

So wie das Licht der Osterkerze die dunkle Kirche in der Osternacht erhellt und sich in der ganzen Kirche ausbreitet, so verbreitet sich auch der Glaube an Jesus Christus in der Kirche und auf der ganzen Welt. Diesen Glauben kannst du nicht sehen, genauso wie du in der dunklen Kirche vielleicht nur das Licht der Osterkerze sehen kannst. Und du kannst auch Jesus selbst nicht sehen, aber vielleicht kannst du ihn ja fühlen: Setze dich so hin, dass du einen Moment ganz ruhig bleiben kannst und dich nicht bewegen musst. Schließe, wenn du möchtest, deine Augen. Nun ist es ganz dunkel. Auch in deinem Leben gibt es traurige Erlebnisse, dunkle Zeiten. Jesus ist hinabgestiegen in die Dunkelheit, in den Tod. Er steigt auch mit dir hinab in das, was dich traurig macht, was in deinem Leben dunkel ist. Er ist bei dir. Und er ist auch bei dir, wenn du dich über etwas freust, wenn du fröhlich und glücklich bist. Jesus ist immer bei dir, auch wenn du ihn nicht sehen kannst. Und Jesus ist auch jetzt bei dir. Vielleicht kannst du ihn fühlen? Bleibe einen Moment in Stille ganz bei Jesus…

Einen Moment Stille halten.

Und nun öffne wieder deine Augen…

Jesus können wir nicht sehen, aber wir können an ihn glauben, vielleicht hast du ihn jetzt auch gefühlt? Du musst aber nicht traurig sein, wenn es dir nicht gelungen ist.

Eventuell können die Kinder kurz erzählen, was sie gefühlt haben.

Jesus ist ist das Licht der Welt. Auch wenn wir die Kerze selbst nicht sehen können, können wir doch das Licht der Kerze sehen.

Deshalb wollen wir nun die Strahlen um die Osterkerze legen.

Kinder legen ihren halben Lichtstrahl als Strahlenkranz um die Osterkerze.

Gebet

Herr Jesus, du bist immer bei uns, auch wenn wir dich nicht sehen können. Dafür danken wir dir.

Weiterführung im Kindergottesdienst

Alles was uns nun beschäftigt, unsere Sorgen, Bitten und unser Dank, wollen wir nun im Gebet zusammenfassen, das uns Jesus selbst gelehrt hat: Vater unser…

Lied

GL 365 »Meine Hoffnung und meine Stärke« oder GL-Diözesananhang »O heilges Kreuz, sei uns gegrüßt« oder anderes passendes Lied.

Anschließend

(Falls Zeit bis zum Ende des Gemeindegottesdienstes bleibt)

Mit den Kindern werden Osterkerzen/Osterschmuck gebastelt und/oder Spiele zum Thema »Fühlen« gespielt:

  • Partnerübung: Ein Kind malt etwas mit dem Finger auf den Rücken seines Partners, der erraten muss, was es ist. Wenn es erraten wurde, wechseln die Rollen der Partner.
  • Partner finden: Hände werden auf dem Rücken zu einer Schale gelegt. Je zwei Kinder erhalten den gleichen Gegenstand (z.B. Wäscheklammer, Würfel, Murmel, Spielfigur, Nuss) ohne ihn zu sehen. Nun wird Rücken an Rücken stehend jeweils der Gegenstand des anderen Kindes ertastet, bis das Kind mit dem gleichen Gegenstand gefunden ist. Dann überlegen beide Kinder gemeinsam, welcher Gegenstand es ist. Ganz zum Schluss dürfen die Partner schauen, ob sie den Gegenstand erraten haben.
  • Barfußparcours
  • Tastmemory
  • Fühlsäckchen

Maria Garsky

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