Messe

Der Name "Messe" leitet sich vom lateinischen Entlassungsruf nach dem Schlusssegen ab: "Ite, missa est!" Die hl. Messe besteht aus zwei Hauptteilen, dem Wortgottesdienst mit Schriftlesungen und Homilie, Credo und dem Allgemeinen Gebet (Fürbitten) als dem ersten und der Eucharistie, der Feier des Sakramentes, der Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi als dem zweiten. Diesen Hauptteilen ist die Eröffnung vorangestellt. Ihre Elemente sind der Einzug, der liturgische Gruß, das Kyrie und an Sonn- und Festtagen außerhalb von Advent und Fastenzeit das Gloria. Er schließt mit dem Tagesgebet. Die hl. Messe schließt nach der Kommunion mit dem Schlussgebet, dem Schlusssegen sowie dem Auszug, außerdem können ein Danklied nach der Kommunion oder ein Lied zum Auszug gesungen werden.

Der Ausdruck Eucharistiefeier wird auch als Synonym für hl. Messe verwendet. Jedoch ist das Sakrament der Eucharistie nicht von der vorhergehenden Verkündigung der frohen Botschaft zu trennen.

In unserer neu eingerichteten Pfarreiengemeinschaft wird versucht, die Kirchenmusik in den beteiligten Gemeinden in Einklang zu bringen. Jetzt ist strittig, ob am Ende der Messfeier noch ein Schlusslied angebracht ist. Was spricht dafür oder dagegen? V. S.

Die Frage ist im Zusammenhang mit der nach dem Dankgesang nach der Kommunion zu beantworten. Zwei Gesänge so kurz hintereinander scheinen nicht sinnvoll. Das umso mehr, als der Dankgesang nach der Kommunion ein Element der Ruhe und Konzentration sein soll und darum sicher nicht aus einer einzigen Strophe bestehen dürfte. Manche empfinden auch das „Ite, missa est“ in dem Sinne als Entlassgruß, dass ihm nicht unbedingt ein weiteres ausführliches Element folgen sollte. Auf der anderen Seite bildet ein Schlusslied eine gewisse Parallele zum Eröffnungsgesang. Es rundet als Ausklang die Feier ab und schafft einen organischen Übergang zur Rückkehr in „die Welt“. Wenn nach der Kommunion eine Zeit der Stille als Raum für die persönliche Danksagung gehalten wurde, kann auf ein längeres Lied an dieser Stelle verzichtet werden. Es ist also weder das eine noch das andere die einzig „richtige“ Lösung, und es gibt keinen zwingenden Grund, das eine oder andere abzuschaffen oder durchzusetzen. Vielleicht ist es gut, einmal - z. B. in einer Predigt - die Funktion und den Sinn beider Formen zu erläutern. Möglicherweise werden dann die Gläubigen sogar eine unterschiedliche oder - je nach Gelegenheit - wechselnde Praxis bewusst und gerne mitmachen.

Eduard Nagel