In unserer neu eingerichteten Pfarreiengemeinschaft wird versucht, die Kirchenmusik in den beteiligten Gemeinden in Einklang zu bringen. Jetzt ist strittig, ob am Ende der Messfeier noch ein Schlusslied angebracht ist. Was spricht dafür oder dagegen? V. S.
Die Frage ist im Zusammenhang mit der nach dem Dankgesang nach der Kommunion zu beantworten. Zwei Gesänge so kurz hintereinander scheinen nicht sinnvoll. Das umso mehr, als der Dankgesang nach der Kommunion ein Element der Ruhe und Konzentration sein soll und darum sicher nicht aus einer einzigen Strophe bestehen dürfte. Manche empfinden auch das „Ite, missa est“ in dem Sinne als Entlassgruß, dass ihm nicht unbedingt ein weiteres ausführliches Element folgen sollte. Auf der anderen Seite bildet ein Schlusslied eine gewisse Parallele zum Eröffnungsgesang. Es rundet als Ausklang die Feier ab und schafft einen organischen Übergang zur Rückkehr in „die Welt“. Wenn nach der Kommunion eine Zeit der Stille als Raum für die persönliche Danksagung gehalten wurde, kann auf ein längeres Lied an dieser Stelle verzichtet werden. Es ist also weder das eine noch das andere die einzig „richtige“ Lösung, und es gibt keinen zwingenden Grund, das eine oder andere abzuschaffen oder durchzusetzen. Vielleicht ist es gut, einmal - z. B. in einer Predigt - die Funktion und den Sinn beider Formen zu erläutern. Möglicherweise werden dann die Gläubigen sogar eine unterschiedliche oder - je nach Gelegenheit - wechselnde Praxis bewusst und gerne mitmachen.
Eduard Nagel