10 / 202110. Mai 2021

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

vom 13. bis 16. Mai 2021 findet in Frankfurt am Main unter dem Leitwort „schaut hin (Mk 6,38)“ der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) statt. Zum ehrlichen Hinschauen, einander Vertrauen und gemeinsamen Handeln rufen die Veranstalter auf. Geschehen wird dies aufgrund der Corona-Pandemie weitgehend digital und dezentral. Ob die unter diesen Bedingungen gefeierten Gottesdienste eine solch große Strahlkraft und Vorbildwirkung entfalten können wie bei den beiden vorangegangenen ÖKTs 2003 und 2010, muss leider angezweifelt werden.

Ganz anders wäre es sicherlich gewesen, wenn man diesmal die beim 2. ÖKT in München abgeschmetterte Idee des Grazer Liturgiewissenschaftlers Philipp Harnoncourt († 2020) aufgegriffen hätte: Er ermutigte dazu, durch ein eucharistisches Buß- und Trauerfasten zu verdeutlichen, dass sich die Kirchen ihres sündhaften Zustandes der Trennung bewusst sind und sie die Bereitschaft mitbringen, nach Kräften das Ihre zu seiner Überwindung zu tun. Harnoncourt schlug hierfür vor, am Freitag des ÖKTs katholischerseits auf alle Eucharistiefeiern zu verzichten und an ihrer Stelle Bußgottesdienste angesichts der Kirchenspaltung zu halten.

Das wäre ein starkes Zeichen gewesen, das – anders als die Forderung nach einem gemeinsamen Abendmahl – für keine einzige Konfession auch nur die geringsten Schwierigkeiten in sich trüge und sowohl digital als auch dezentral hätte aufgegriffen werden können.

Ihr Manuel Uder

Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Plus S. 105-107

    Zwischen Profilierung und Universalisierung

    Wie kann ökumenisch Gottesdienst gefeiert werden? Erfahrungen aus der Geschichte des Ökumenischen Rates der Kirchen laden zum Nachdenken ein.

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