18 / 202113. September 2021

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

zuerst die Überflutungen bei uns, dann die Hitze und die Waldbrände in den Mittelmeerländern, jetzt auch das Erdbeben auf Haiti und die Krise in Afghanistan – nach den schwersten Corona-Monaten haben uns die zurückliegenden Wochen dieses Sommers wieder einmal die Aktualität und existenzielle Bedeutung des fürbittenden Gebetes eindringlich bewusst werden lassen.

Das Allgemeine Gebet der Gläubigen, wie die Fürbitten im Messbuch auch genannt werden, ist nicht in erster Linie das Vortragen von an Gott gerichteten Bitten, die manchmal fast wie Handlungsaufträge an ihn wirken, sondern zuerst ein solidarisches Einstehen füreinander vor Gott, vor allem mit den Menschen in besonderen Notsituationen, wo menschliche Hilfe allein nicht reicht. Sicher kann um Beistand und Trost, um Hoffnung und neuen Lebensmut gebetet werden.

Zumeist sind jedoch nicht wohlfeile Formulierungen angebracht, die schnell moralisierend klingen können, sondern das Aushalten der Stille, wo Worte fehlen angesichts der Verzweiflung und unvorstellbaren Verluste der Menschen. Wenn ich Anliegen formuliere, mit denen die Gemeinde in der Liturgie zum fürbittenden Gebet eingeladen wird, rufe ich in der Regel nur die Personengruppen mit kurzen Beschreibungen in Erinnerung, für die dann in Stille gebetet werden soll, bevor alle ihr Gebet mit einem gemeinsamen Ruf bekräftigen.

Erst die Stille ist der eigentliche Ort des Betens, in dem wir für die Menschen in Not vor Gott bittend eintreten.

Ihr Marius Linnenborn

Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Plus S. 197-199

    Der laikale Dienst des Katecheten

    Mit dem Motu proprio Antiquum ministerium hat Papst Franziskus einen neuen Dienst für Laien eingeführt. Was sind dessen Chancen und wo liegen seine Grenzen?

Aktuell

Artikel

Praxis

Veranstaltungen

Medientipps

Autoren/-innen