Udo Markus Bentz

geb. 1967, Dr. theol., war Weihbischof im Bistum Mainz und wurde am 10. März 2023 als 67. Bischof und fünfter Erzbischof von Paderborn in sein Amt eingeführt.

Was empfinden Sie als Ihre Stärke?
Im Gespräch zu sein, zuhören, Entdeckerfreude.

Was stört Sie an sich selbst?
Ich tappe zu oft in die Falle, zu viele „Optimierungsschleifen“ drehen zu wollen, damit nerve ich dann auch mein Umfeld.

Welche Eigenschaft schätzen Sie bei anderen Menschen?
Aufrichtigkeit und Mut, ehrliche Resonanz zu geben.

Welche Eigenschaft stört Sie bei anderen Menschen?
Falschheit.

Wer hat Sie stark beeinflusst?
Ich bin dankbar, dass mich Gott anscheinend in jeder Lebensphase mit Menschen zusammenbringt, die mich prägen. Klar, meine Familie. Da gibt es aber auch Freundinnen und Freunde, die mit mir durch dick und dünn gehen. Nicht zu unterschätzen: meine geistlichen Wegbegleiterinnen und -begleiter, die mir – gerade an so markenten Lebenswenden wie jetzt – ganz wichtig sind. Für meine persönliche Spiritualität ist der heilige Ignatius von Loyala entscheidend.

Welcher Theologe fasziniert Sie?
Karl Rahner und Karl Lehmann.

Welche Bibelstelle gibt Ihnen (heute) Kraft für den Alltag?
Mein bischöfliches Leitwort „Gloria Deo – Pax hominibus / Ehre Gott – Friede den Menschen“ Es bezieht sich auf die Worte der Engel, die den Hirten die Geburt Jesu, des Erlösers, verkünden (Lukas 2,14).

Was ärgert Sie an der Kirche?
Wenn wir das Gemeinsame, das uns zusammenhält, aus dem Blick verlieren, weil uns unsere Eigeninteressen zu sehr treiben. Wenn das Geistliche auf der Strecke bleibt, weil das Strukturelle zu dominant ist. Wenn wir zu sehr in „entweder-oder“ argumentieren statt das klassische katholische „et-et“ – „sowohl als auch“ zu leben.

Was wünschen Sie der Kirche?
Dass sie besser versteht, was es heißt „nur Werkzeug und Zeichen“ – also Sacramentum – zu sein, um das wirken zu können, wozu sie da ist: den Himmel über uns offen zu halten.

Was wünschen Sie sich von der Kirche?
Dass das, was mich ärgert – siehe oben –, besser wird.

In welchen Momenten empfinden Sie tiefes Glück?
Es gibt Momente – nicht ständig, aber immer wieder –, da fühle ich eine tiefe innere Einheit: draußen in der Natur, wenn ich mich wirklich als Teil von etwas so Großem wie die Schöpfung erlebe; aber auch innige Momente der Begegnung mit jemand; immer wieder auch, wenn ich im Gebet zu mir selbst finde.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
„Handle so, als ob alles von dir, nichts von Gott abhinge. Vertraue so auf Gott, als ob alles von Gott, nichts von dir abhinge.“ (Ignatius von Loyola)

Für welche Hobbys nehmen Sie sich Zeit?
Wandern, Kochen, Lesen – eine klassische Trias – und immer mit dem Wunsch, doch mehr Zeit dafür haben zu können…

Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller?
Schwierig, da will ich mich gar nicht entscheiden. Ian McEwan steht grundsätzlich hoch im Kurs.
„Morgens und abends“ von Jon Fosse hat erst zuletzt einen Nachmittag und Abend alles um mich herum vergessen lassen. „Apeirogon“ von Colum McCan lässt mich momentan nicht los: Ein Israeli und ein Palästiner, die ein gemeinsames Schicksal verbindet; beide haben ihre Tochter durch Anschläge verloren – eine berührende und leidenschaftliche Erzählung über Leid und Engagement für Aussöhnung im Nahost-Konflikt. Ungewöhnlich geschrieben, aber fesselnd.

Welche Musik bevorzugen Sie?
Hängt von meiner Stimmung ab – grundsätzlich bin da aber eher „der klassische Typ“.

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