Heft 7-8/2012Entschleunigung

Inhalt

Viele Seelsorger erleben heute eine schizophrene Situation. Auf der einen Seite verkündigen sie das Leben in Fülle (Joh 10,10), auf der anderen Seite rotieren sie angesichts ihrer vielen Aufgaben, Anfragen und Termine wie ein Hamster im Laufrad und kommen selbst nur schwer zur Ruhe. Im Sog der gesellschaftlichen Entwicklungen infizieren sie sich mit einer von der Industriegesellschaft vorgegebenen Betriebsamkeit, die an Hektik grenzt und die dabei jedes menschliche Maß ignoriert. Im Alltag gibt es oft kein Entrinnen. Umso wichtiger ist der Urlaub als eine Aus-Zeit und eine regelmäßige Einübung in die Entschleunigung. Die Bedeutung solch einer Anti-Stress bzw. Pro-Erholungs-Strategie wird immer deutlicher. Während es vor einigen Jahren noch zum guten Ton gehörte, auch im Urlaub zumindest per Mail erreichbar zu sein, haben sich die Vorzeichen inzwischen geändert. Gerade belastete Manager nutzen den Urlaub heute als Strategie gegen einen drohenden Burn-Out und schalten ab: Zunächst ihr Notebook und Smartphone, dann auch vom Job. Die Beiträge des Schwerpunktthemas gehen in diesem Monat auf die Entschleunigung ein und laden Sie dazu ein, gerade als Seelsorger pfleglich mit sich selbst umzugehen und den Urlaub als eine erholsame Aus-Zeit zu erleben. Schon allein deshalb, weil Sie sich diese verdient haben.