Heft 6/2012Eine neue Sprache

Inhalt

Rasant verändert sich gegenwärtig die Sprache, und wer einmal auf die vergangenen Jahrzehnte zurückblickt, stellt fest, dass die Mutation der Sprache sich in immer größeren Dimensionen und immer kürzeren Abständen vollzieht. War es vor einigen Jahren noch eine sogenannte „Jugendsprache", die zum Stein des Anstoßes wurde, zerfasert sich die Sprache heute in unzählige milieuspezifische Dialekte. Darüber hinaus erlebt die Kommunikation derzeit einen „iconic turn". Die Sprache insgesamt wird durch Visualisierungen, Bildwelten und Anmutungen ersetzt. Ein Trend, der in der Symbolsprache gerade auch der katholischen Kirche schon lange beheimatet ist. Angesichts seiner „Nebenwirkungen" ist dieser Trend allerdings auch problematisch: Denn einher geht mit diesem Trend, dass das rationale Argument von der Videobotschaft ersetzt wird, der Disput durch die Medienkampagne.

Inmitten dieser rasanten Entwicklungen ist die Kirche herausgefordert, eine zeitgemäße Sprache zu finden, um der Botschaft des Evangeliums (und sich selbst) Gehör zu schaffen. Die Autoren der Schwerpunktbeiträge gehen der Frage nach, wie dies gelingen kann. In der Rubrik „Im Blick" beleuchtet Franz Josef Bode, Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, die Transformationsprozesse in der Seelsorge. Und Elisabeth Hurth untersucht den Erfolg der Telenovelas.