Heft 6/2010Priesterbilder

Inhalt

Von Mittelmäßigkeit, biederer Bürgerlichkeitund unauffälligem Mainstream kann die Kirche nicht leben. Sie braucht Menschen, die dadurch aus der Masse herausragen, dass sie einfach anders sind: Männer und Frauen, die nicht den Weg des geringsten Widerstandes, der Gewinnmaximierung und der Plaudergesellschaft gehen, sondern schon allein durch ihre Lebensorientierung auffallen. Dies gilt in besonderer Weise auch für Priester. Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, schreibt dazu in seinem dies jährigen Hirtenbrief: „Mitunter wird der Priester als anachronistisches Relikt aus vergangenen Zeiten angesehen, aber im großen Ganzen unserer Gesellschaft suchen die Menschen heute nach authentischen und integeren Persönlichkeiten, denen man aufgrund ihrer Glaubensüberzeugung und Lebensführung eine hohe moralische Autorität zuspricht." 

Zum Ausklang des Priesterjahres geht das Schwerpunktthema des „Anzeiger für die Seelsorge" der Frage nach, wie eine priesterliche Existenz heute gelingt. Franz-Josef Bode verweist dabei auf den „besonderen Geschmack" dieser Lebensform. Karl Kardinal Lehmann reflektiertdas Priestertum anhand von sechs Schlüsselbegriffen. Wunibald Müller betrachtet das Spannungsverhältnis zwischen priesterlichem Ideal und Wirklichkeit. Und Elisabeth Hurth führt aus, wie Priesterbilder im Fernsehenmedial inszeniert werden.