Heft 4/2008Bibel leben

Inhalt

Niemand wird heute den Gewinn der historisch-kritischen Exegese missen wollen. Sie hat zu einem tieferen Ver­ständnis der biblischen Texte beigetra­gen und bietet die Chance, die Überlie­ferungen in ihren verschiedenen Kontexten zu betrachten: In ihrer histo­rischen Verortung, als spezifische Text­gattung, innerhalb einer eigenen Rezep­tionsgeschichte. Nicht zuletzt hat die bisweilen hitzig geführte Diskussion um den Ansatz einer tiefenpsychologischen Exegese gezeigt, dass die verschiedenen Methoden nicht mit einem Deutungs­monopol versehen werden können, son­dern sich gegenseitig bereichern. Und Benedikt XVI. hat in seinem im ver­gangenen Jahr erschienenen, aufsehen­erregenden Jesus-Buch darauf hinge­wiesen, welche Relevanz die kanonische Bibelauslegung für das Verständnis der biblischen Texte besitzt. 

In all diesem Methodenreichtum und bei aller wissenschaftlichen Akribie sind die biblischen Überlieferungen aber zu­nächst kein zu sezierendes Forschungs­objekt, sondern Texte der Offenbarung. Das Schwerpunktthema „Bibel leben" versucht, dieser Dimension der Herme­neutik gerecht zu werden. Es greift den Ansatz der gleichlautenden Buchreihe auf und bietet Impulse an, wie Wege zu einem lebensrelevanten Umgang mit der Bibel gebahnt werden können.