Archäologie in Deutschland 2/2024

Über diese Ausgabe

Editorial

Forschung

  • Festes Haus: das »Steinhaus « in Bunderhee im Landkreis Leer – einst Sitz ostfriesischer Häuptlinge.
    Plus S. 8-13

    Ostfriesische Häuptlinge und ihre BurgenMittelalterliches Leben an der Nordseeküste

    An der Küste Ostfrieslands erstarkt während des Hochmittelalters eine ein heimische Elite: Forscher des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung untersuchten diesen gesellschaftlichen Wandel vor dem Hintergrund naturräumlicher, klimatischer und wirtschaftlicher Prozesse.

Weltweit

  • Gabelhalsflaschen mit feiner Linienmalerei, auf denen Szenen mit Figuren aus dem mythischen Kosmos der Moche dargestellt werden.
    Plus S. 14-19

    Moche – Vorgänger der InkaLeben, Tod und Macht im alten Peru

    1000 Jahre vor den Inka lebten im Norden Perus die Moche. Seinen kulturellen Höhepunkt erlebte das Volk um das Jahr 500. Von den Moche zeugt ein eigen artiges Kunsthandwerk mit meisterhafter Keramik und kostbaren Gegenständen aus Gold, Silber und Kupfer.

Thema

  • Unser Titelbild zeigt Fragmente eines Spangenhelms aus der Peene bei Demmin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Zum besseren Verständnis wurden die Teile auf den Helm von Gammertingen aus Südwestdeutschland montiert.
    Plus S. 20-21

    Völkerwanderungszeit im Norden

    Der Begriff Völkerwanderungszeit beschreibt eine Phase großer Umbrüche. Europaweit lösten sich etablierte Strukturen auf, weite Gebiete fielen wirtschaftlich und politisch ins Chaos. Dank neuer Methoden kann die Archäologie Licht in das verwirrende, viel - schichtige Geschehen bringen.

  • Einzelfunde aus Siedlungen sind oft von herausragender Qualität: Goldfragmente aus Kölln und Striggow, eine runde Silberscheibe mit Sonnenmotiv und eine bronzene Bügelfibel aus Striggow, das Kopffragment einer Bügelknopffibel aus Kölln sowie Hakenschlüssel und Scheibenfibel aus Glasow.
    Plus S. 26-29

    Mecklenburg-Vorpommern – Siedlungen, Gräber, Schätze, Opferplätze

    In den vergangenen Jahrzehnten haben in Mecklenburg- Vorpommern nahezu alle Epochen einen fast unüberschaubaren Zuwachs an Fundstellen und Fundstücken erfahren – gängige Forschungsmeinungen müssen deshalb überdacht und korrigiert werden. Doch gilt dies auch für die Völkerwanderungszeit?

  • Fast heraldisch mutet die Anordnung der beiden Vierfüßler im Stil II auf dem vergoldeten Schwertknaufbeschlag aus Groß Strömkendorf an.
    Plus S. 30-31

    Monster und Menschen – tierstilverzierte Funde

    Im Norden tritt uns eine ganz eigenartige künstlerische Welt entgegen. Mediterrane Einflüsse und einheimische Bildsprachen werden in neue Formen übersetzt – besonders eindrucksvoll im sogenannten Tierstil.

  • Brandgrab aus Borgstedt. Neben dem Gefäß enthielt das Grab eine bronzene Pinzette und eine Agraffe zum Verschluss eines Gewandes oder Gürtels.
    Plus S. 32-33

    Wandel im Spiegel der Metallfunde

    Neben den in letzter Zeit durch Ausgrabungen zahlreich entdeckten ländlichen Siedlungsplätzen in Schleswig-Holstein sind es vor allem die vielen Grabfunde, die Rückschlüsse auf sich verändernde gesellschaftliche und wirtschaftliche Verhältnisse und Migrationsbewegungen während der Völkerwanderungszeit im nördlichsten Bundesland geben.

  • Turmschädel aus einem Grab in Ketzin, Landkreis Havelland. Die Sitte der Schädeldeformation orientiert sich an ostgermanischen Vorbildern.
    Plus S. 36-37

    Brandenburg – Raum der Begegnungen

    Während sich in der ersten Hälfte des 5. Jh. in Brandenburg die alten kaiserzeitlichen Traditionen fortsetzen, kommt es anschließend zu kulturellen Veränderungen.

  • Hort aus Suchań bei Stettin. Brakteaten mit Runeninschrift und mutmaßlicher Darstellung des Gottes Wotan/Odin (unten links und rechts).
    Plus S. 38-39

    Nordpolen – aus aller Herren Länder

    Lange war es die Überzeugung der Forschung, dass zwischen den letzten vermutlich abgewanderten germanischen Siedlern und den spätestens im fortgeschrittenen 6. Jh. von Osten nach Pommern vorstoßenden slawischen Gruppen eine Zeit der Ödnis und Menschenleere lag.

Europa

  • Die Forschungstaucher des Kuratoriums Pfahlbauten gehen vor dem Kloster von Traunkirchen ins flache Wasser.
    Plus S. 40-43

    Prähistorischer »Salzhafen« am TraunseeDer Weg des weißen Goldes aus Hallstatt

    In der Bronze- und Eisenzeit war das Salz aus dem Bergwerk von Hallstatt in Oberösterreich eine begehrte Handelsware. Doch die Frage nach den Transportwegen des »weißen Goldes« bereitet den Wissenschaftlern bis heute Kopfzerbrechen. In Traunkirchen am Traunsee gelang die Lokalisierung eines prähistorischen »Salzhafens«. Seine Geschichte nimmt dank neuer Bohrprospektionen zunehmend Gestalt an.

  • Blick von Westen über die Landzunge von Ceuta und die Straße von Gibraltar. Im Vordergrund Reste des geoarchäologisch prospektierten Wach - postens aus der Spätzeit des marinidischen Sultanats (1244 – 1465).
    Plus S. 44-45

    Ceuta – Ort der Begegnung zwischen Afrika und EuropaForschungen an der Straße von Gibraltar

    An der afrikanischen Küste liegt gegenüber Gibraltar das zu Spanien gehörende Ceuta – über die Jahrtausende ein Ort, der aufgrund seiner geografischen Lage wie kein anderer die Beziehungen zwischen Europa und Afrika spiegelt. Dies zeigen nicht zuletzt die jüngsten Ergebnisse geoarchäologischer Forschungen.

Report

  • Karolingerzeitliche Darre: 2023 haben Mitarbeiter des Archäologischen Spessart-Projekts gemeinsam mit Ehrenamtlichen aus der Umgebung die Wüstung Seehausen bei Duttenbrunn im Landkreis Main-Spessart untersucht.
    Plus S. 46-49

    Das Archäologische Spessart-ProjektRitter, Fürst und Wellekipper

    Der Spessart, das ist mehr als die berühmte Legende vom tiefen unheimlichen Wald samt Wirtshaus, in dem Räuber ihr Unwesen treiben. Das Mittelgebirge ist eine jahrtausendealte Kulturlandschaft mit Glashütten und Ringwällen, Burgen und Schlössern, Kirchen und Klöstern. Dafür, dass diese Vergangenheit lebendig wird, sorgt das Archäologische Spessart-Projekt – unter anderem mit einem dichten Netz von Kulturwegen.

  • Schlammkohle schöpfen vor der Dortmunder Westfalenhütte. Mit dem globalen Wiederaufbau in der Nachkriegszeit setzt die gegenwärtige, enorme Beschleunigung des Anthropozän ein.
    Plus S. 50-51

    Das AnthropozänBeiträge der Archäologie zur aktuellen Diskussion

    Seit der massiven Nutzung fossiler Energien dominiert der Mensch globale Prozesse, mit drastischen Folgen wie Erderwärmung und Artensterben. Für die letzten 200 Jahre wurde daher die Bezeichnung Anthropozän vor - geschlagen. Die Verhaltensmuster, die zu den gegenwärtigen Herausforderungen führten, lassen sich jedoch bis in die Steinzeit zurückverfolgen.

Aktuelles

Sehenswert

  • Blick auf das Dom- Schloss-Ensemble in Merseburg oberhalb der Saale.
    Plus S. 69-73

    Auf Himmelswegen zur HimmelsscheibeBronzezeit und Mittelalter an Saale und Unstrut

    Im Süden Sachsen-Anhalts überlagern sich liebliche Landschaft und große Geschichte: Frühe deutsche Könige und Kaiser hatten hier Pfalzen, kleine Weinberge ziehen sich die Flusstäler entlang. Seit gut zwei Jahrzehnten wird das Mittelalter jedoch von der Bronzezeit überstrahlt: Hier lag die Himmelsscheibe von Nebra vergraben, hier kann man sie erleben.

Bücher und Medien

Ausstellungen

Autorinnen und Autoren