Judenchristen

Judenchristen sind nicht die Juden, die sich zum Christenglauben bekehrten, sondern diejenigen Christusgläubigen, die an jüdischen Lebensweisen (Beschneidung, Speisegebote, Sabbat), Glaubensschwerpunkten und einer entsprechenden jüdischen Theologie festhielten.

Ihre Existenz in unterschiedlichen Gruppierungen (Ebioniten usw.) wird von frühchristlichen Schriftstellern mannigfach bezeugt, die auch aus ihren Schriften zitieren. Ihre Ursprünge sind vielleicht mit den aramäisch sprechenden Christen aus Palästina greifbar, die sich nach Apg 6 u. ö. von den aus der jüdisch-hellenistischen Diaspora stammenden Christen unterschieden. „Judaisten“ ist eine Bezeichnung für die frühen Christen, die am jüdischen Gesetz (Tora) und der Beschneidung festhielten und sie als heilsnotwendig betrachteten und die auch nach der Einigung über die Bedingungen der Aufnahme von Heidenchristen Apg 15 weiterhin bei ihren Überzeugungen blieben und sich besonders Paulus in einigen seiner Gemeinden widersetzten.

Judenchristen gab es nach den jüdischen Katastrophen der Jahre 70 und 135 noch in Rom und im Nahen Osten, besonders in Syrien bis ins 5. Jh. In der Erkenntnis und in dem Wunsch, dass Judenchristen die bleibende Herkunfts- und Lebensbeziehung der Kirche zu Israel öffentlich bewusst machen, existieren ganz kleine Gemeinden von Judenchristen im heutigen Israel.

Quelle: Herbert Vorgrimler: Neues Theologisches Wörterbuch, Neuausgabe 2008 (6. Aufl. des Gesamtwerkes), Verlag Herder

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