Eugenio Pacelli und Alois HudalAnmerkungen zu einem schwierigen Konkurrenzverhältnis in den Jahren 1930 bis 1938

Zusammenfassung / Abstract

Auf den ersten Blick besaßen Eugenio Pacelli und Alois Hudal alle Voraussetzungen für eine dauerhafte, produktive Zusammenarbeit, obwohl ihre jeweiligen Biographien sehr unterschiedlich waren. Sie arbeiteten nur wenige Jahre wirklich zusammen: chronologisch von 1930 bis 1933, inhaltlich bis zum Abschluss des österreichischen Konkordats. Spätestens Hudals Versuch, drei der größten Trugschlüsse des Zeitalters - das totalitäre Staatsverständnis, radikale Rassenvorstellungen und exzessiven Nationalismus - in einer päpstlichen Enzyklika zu behandeln, ließen aufgrund der unterschiedlichen inhaltlichen und zeitlichen Prioritäten der beiden Kirchenmänner die ursprüngliche Atmosphäre der Harmonie verdunsten. Hudal preschte hervor, der Kardinalstaatssekretär setzte sich durch. Während des Pontifikats Papst Pius' XII. waren die Beziehungen zwischen beiden entweder durch totale Stille oder durch Konkurrenz und Konflikt gekennzeichnet. Alois Hudals Karriere stagnierte fast ein Jahrzehnt lang. Erst 1943 suchte Pius XII. im Zusammenhang mit der Judenrazzia in Rom erneut Hudals Unterstützung. 

Eugenio Pacelli and Alois Hudal: Thoughts on their difficult and competitive relationship during the years 1930–1938 – At first glance, Eugenio Pacelli and Alois Hudal possessed all the prerequisites for a lasting, productive collaboration, though their respective biographies were very different. In the event, they cooperated effectively for only a few years: chronologically from 1930 to 1933, in terms of content until the conclusion of the Austrian Concordat. At the latest with Hudal’s attempt to proscribe three of the greatest fallacies of the age – the totalitarian conception of the state, radical notions of race, and excessive nationalism – from being addressed in a papal encyclical, the two churchmen’s different substantive and temporal priorities caused the initial atmosphere of harmony to evaporate. Hudal pressed forth, the Cardinal Secretary of State prevailed. During Pius XII’s papacy, relations between the two were characterized either by total silence or by competition and conflict. Alois Hudal’s career stagnated for nearly a decade. Not until 1943 did Pope Pius XII once again seek Hudal’s support, in connection with the roundup of Jews in Rome.

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