Schluss mit schlechtem Gewissen

Gehören Sie zu den Menschen, die immer an andere denken? Das kann zu Erschöpfung führen. Lernen Sie deshalb, wie Sie auch mal an sich selbst denken, ohne schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Schlechtes Gewissen
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Erst selbst Kraft tanken, bevor Sie helfen

Sie pflegen Ihre Mutter. Oder Ihren Schwiegervater. Versorgen die Kinder, schmeißen den Haushalt und sind berufstätig. Das ging eine Zeitlang gut. Nun sind erschöpft. Doch Sie sehen keinen Ausweg aus der Situation? Nur, weil Sie jetzt an sich denken, sind Sie noch lange keine Egoistin oder kein Egoist.

Braucht man ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man auch mal an sich denkt? Würde Ihnen ein Freund diese Frage stellen, würden Sie mit einem klaren: „Nein!“ antworten. Warum sind Sie mit anderen milder als mit sich selbst?

Ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl ist ein stark wirksamer Schutzfaktor in den Herausforderungen des Lebens. Es stärkt auch die Gebenden, wenn sie sich aus Solidarität und Nächstenliebe heraus um andere kümmern. Doch nur, wenn Sie auch sich selbst ausreichend versorgen, können Sie sich verantwortlich anderen zuzuwenden.

Überforderungssignale rechtzeitig erkennen

Sozial hoch engagierte Menschen richten ihre Aufmerksamkeit zuerst und vor allem darauf, die Bedürftigkeit der anderen zu beheben. So nehmen sie die Überforderungssignale nicht wahr, die Körper und Seele aussenden oder übergehen sie. Während sie einfach weitermachen, kommt ihnen ihre selbstverantwortliche Handlungsfähigkeit abhanden. In dieser Verfassung entscheiden sie nicht frei, was sie tun wollen und was nicht.

Wo finden Sie Entlastung?

Stehen Sie zu Ihrer Erschöpfung und übernehmen Sie die Verantwortung dafür, dass Sie sich wieder in eine bessere Verfassung bringen. Schaffen Sie sich eine Atempause, in der Sie wieder auftanken und verschiedene Lösungsmöglichkeiten durchspielen:

  • Welche Möglichkeiten der Entlastung könnten Sie sonst noch in Anspruch nehmen? Kurzzeitpflege, ein Heim?
  • Wer könnte Sie sachkundig dabei beraten?
  • Wie können Sie sich mehr Spielraum für die eigene Lebensgestaltung schaffen?
  • Was verursacht Ihr „schlechtes Gewissen“?
  • Ist es das Gefühl, Ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden?
  • Geht es darum, dass Sie die Erwartungen anderer nicht (mehr) erfüllen können oder wollen?
  • Oder nagt es an Ihnen, was Verwandte, Nachbarn oder andere über Sie denken könnten?

Fragen Sie sich, ob Sie selbst es wirklich in Ihrem tiefsten Innern so falsch finden, Ihre eigene Belastungsgrenze zu respektieren oder ob das nur die (vermutete) Meinung anderer ist. Wie sehr Sie sich auch anstrengen, Sie werden niemals allen und allem gerecht werden können. Bringen Sie sich selbst die Wertschätzung entgegen, die Sie sich von anderen wünschen. Und Sie werden erleben, dass Sie Unterstützung erfahren.

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