Intrinsische Motivation: Feuer von innen

Intrinsische Motivation spornt dazu an, etwas um seiner selbst willen zu tun. Was das mit der Philosophie des Yoga zu tun hat, lesen Sie hier.

Intrinsische Motivation
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Wer seine Berufung kennt, der erfährt einen großen Schub Selbstmotivation. Diese intrinsische Motivation spornt dazu an, etwas um seiner selbst willen zu tun. Die Philosophie des Yoga sagt: Jeder Mensch hat eine einzigartige Berufung. Und wer diese zum Wohl der Gemeinschaft auslebt, hat den Sinn des Lebens gefunden. Das Problem ist nur: die wenigsten Menschen kennen ihre wahre Berufung. Im Yoga beginnt die Reise zum höheren Ziel mit drei Schritten.

Lebensaufgabe finden

Die Yogis sind davon überzeugt, dass jeder Mensch mit einzigartigen Fähigkeiten auf diese Welt kommt und ihm eine oder auch mehrere Lebensaufgaben vorherbestimmt sind. Der Sinn des Lebens besteht aus yogischer Sicht darin, in Freude und Leichtigkeit seine Fähigkeiten und Talente zu entfalten – zum besten Wohle aller. Was zunächst ganz simpel klingt, kann sich in der Praxis jedoch als schwierig entpuppen. Denn nur die wenigsten Menschen kennen ihre wahre Berufung – und es kann ein langer Weg werden, ein höheres Ziel zu entdecken.

„Aber auch wenn wir keine konkreten Ziele und Visionen für unser Lebensziel besitzen, sollten wir nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, ermutigt Sébastien Martin. Der Bankmanager und Yoga-Experte übersetzt die Yoga-Philosophie in unseren (Berufs-)Alltag und ermutigt: „Wir können die Reise beginnen, indem wir uns fragen: Wofür lebe ich?

Wofür lebe ich?

Eine erste Richtung geben uns die Situationen vor, in denen wir unsere Talente und Fähigkeiten zur Lösung von Problemen einsetzen können. Situationen, in denen wir erleben, dass wir mit unseren Handlungen etwas Sinnvolles bewirken, sei es für eine Person oder eine Sache. Die Yogis nennen diesen Zustand „Selbstwirksamkeit. Es bedeutet, dass wir aus uns selbst heraus etwas bewirken und unseren Beitrag erkennen. Vereinfacht formuliert: Aktiv leben statt passiv gelebt zu werden.

Aus yogischer Sicht ist Selbstwirksamkeit der Schlüssel zu einem erfüllten und sinnvollen Leben und entscheidet maßgeblich über eine wahre und dauerhafte Zufriedenheit. Der Motor der Selbstwirksamkeit gewinnt Kraft durch drei Faktoren:

  • Hingabe zu einer Sache (Motivation)
  • Sich von „Verhaftungen befreien (Leichtigkeit)
  • Produktives Arbeitsumfeld (Miteinander statt Gegeneinander)

Motivation: Hingabe zu einer Sache

Hingabe entsteht durch eine intrinsische Motivation und ist befreit von Anerkennungssucht, Gier, Neid und Angst: Wir brennen für etwas und diese Leidenschaft lässt sich nur schwer unterdrücken. Allerdings fehlt es oft an Mut, dieses innere Feuer brennen zu lassen und viele haben verlernt, ihrer inneren Stimme zu folgen. Die Yogis ermuntern dazu, unsere Hingabe zum Wohle unseres Umfelds einzubringen: Dabei ist nicht entscheidend, ob jemand im Alleingang die Welt verändert oder nur im Kleinen wirksam wird. Es spielt keine Rolle, ob wir ein Milliardenunternehmen gründen und das Vermögen zum Wohle der Menschheit einsetzen, ob wir die bestmögliche Finanzberatung geben, das optimale Menü zubereiten, uns (ehrenamtlich) um bedürftige Menschen kümmern oder liebevolle Eltern sind. Unsere Bestimmungen und unsere Handlungen können durchaus einfach sein, allerdings müssen sie Bedeutung haben und im Einklang mit unseren Werten und Talenten stehen.

Dabei gibt das Leitmotiv der Yogis Orientierung: Ein Yogi lässt die Welt immer ein bisschen besser zurück, als er sie vorgefunden hat.

Leichtigkeit: Sich von Verhaftungen befreien

Die Gefahr, die mit unserer Leidenschaft verbunden ist, liegt vor allem darin, dass wir uns ein bestimmtes Ergebnis zu sehr wünschen: das Projekt muss gelingen, der Start-up muss fliegen, der Investor muss investieren. Dieser Erfolgszwang äußert sich im Berufsalltag durch das Streben nach Perfektionismus und die Angst vor Fehlern. Fehler gehören jedoch zum Business und wir können nur dann aus ihnen lernen, wenn wir bewusst und freundlich mit uns und den Fehlern anderer Menschen umgehen.

Verhaftungslosigkeit meint, dass wir nicht versuchen, die Ergebnisse unserer Taten zu erzwingen, sondern bereit sind, uns und unser Vorgehen zu ändern: Es schließt die Bereitschaft ein, von nicht zielführenden Wegen abzuweichen und neue Pfade zu betreten, wenn es der Sache dient. Wenn sich zum Beispiel abzeichnet, dass die Zeit noch nicht reif ist für das beste Ergebnis, ist es unsinnig, verbissen auf demselben Weg voranzuschreiten. Vielmehr sollte man sich neu orientieren und vielleicht das zweitbeste Ergebnis anvisieren.

Verhaftungslosigkeit meint Gleichmut: Mental loslassen, nichts erzwingen wollen, nicht verbissen kämpfen beziehungsweise zu stolz oder niedergeschlagen reagieren. Wenn wir dieses Loslassen im Moment höchster Anspannung schaffen, sind wir nicht mehr mit Erfolgen oder Rückschlägen identifiziert. Denn im Yoga gilt der Grundsatz: Es gibt keine Perfektion, nur das Ego glaubt an Perfektion. Eine Sache mag vielleicht in einem Moment perfekt erscheinen, jedoch ist dieser Moment genauso vergänglich wie die Sache selbst.

Meditationsübung, um neue Motivation zu tanken

Wenn unsere Motivation schwindet, dann kann es auch sein, dass wir uns verzettelt haben und im Stress sind. Diese Übung hilft:

Meditieren können Sie immer und überall. Zum Üben ist eine aufrechte Haltung jedoch sehr hilfreich. Wenn der Rücken gerade ist, kann der Atem frei fließen. Das geht im Stehen, im Sitzen oder im Liegen.

  • Begeben Sie sich in einen Raum oder an einen Ort, an dem Sie ungestört sind. Stellen Sie sich so hin, dass Sie sich wohlfühlen. Die Füße in Hüftbreite, jetzt lockern Sie ein wenig Knie, Becken und Schultern, sodass Sie aufrecht und geschmeidig zugleich sind. Spüren Sie dabei den Boden unter Ihren Füßen.
  • Atmen Sie nun ein paar Mal tief ein und aus. Mit dem Ausatmen entspannen Sie Ihre Schultern, Ihre Kiefer, Ihr Denken und gehen mit der Aufmerksamkeit in sich hinein. Sie können die Augen schließen, wenn Sie möchten.
  • Legen Sie nun Ihre rechte Hand breit und weich auf Ihre Brust. Die linke Hand auf Ihren Bauch, wo sich Ihre Bauchdecke durch Ihren Atem ständig hebt und senkt.
  • Spüren Sie, was unter Ihren Händen geschieht und wie es sich anfühlt: die Bewegung des Atems im Körper, der Herzschlag, die Wärme Ihres Körpers und Ihrer Hände. Ihre Aufmerksamkeit wird in Ihren Körper gelenkt, näher an Ihr Inneres heran. Vielleicht atmen Sie plötzlich etwas tiefer und leichter und es kommt ein Aufatmen über Sie: Ich spüre mich, ich bin da.

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