Motivation: Was uns antreibt

Torte oder Apfel, Fernsehen oder Joggen? Der Alltag stellt uns und unseren Vorsätzen viele Fallen. Aber es gibt eine Zauberformel, um den inneren Schweinehund außer Gefecht zu setzen.

Motivation
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Sich selbst motivieren

„Wenn wir etwas gerne tun, lässt die Motivation nicht lange auf sich warten, sie stellt sich ‚von selbst’ ein“, weiß Psychologe und Persönlichkeitsberater Roland Kopp-Wichmann. Doch oft will einfach keine Motivation aufkommen - dann hilft nur Disziplin, lautet häufig die Antwort. Immerhin ist der Mensch umso glücklicher, erfolgreicher und gesünder, je mehr er sich selbst kontrolliert. Doch die Kontrolle über sich selber, über Impulse, Launen und die Ablenkungsfallen des Alltags ist alles andere als ein Kinderspiel.

Motivation: Selbstdisziplin erfordert Kraft und erschöpft uns

Ergebnisse aus mehr als 100 Ergebnissen der letzten Jahre zeigen, dass wir schnell erschöpft sind, wenn wir uns selber beherrschen müssen, wie die Fachzeitschrift „Psychologie heute“ resümiert: In zahlreichen Experimenten mussten Versuchspersonen verschiedene Aufgaben bewältigen, die Selbstdisziplin erfordern. Bereits nach der ersten Aufgabe waren alle Freiwilligen weniger aufmerksam, nahezu „erschöpft“. („Selbstdisziplin – eine begrenzte Ressource?“ Von Susie Reinhardt. In: Psychologie heute, Heft 3, März 2013, S. 8-9.)

Wie wir lernen können, unsere Motivation anzukurbeln

Um uns nicht selber zu erschöpfen, müssen wir einen Weg finden, uns zu motivieren. Denn wenn wir motiviert sind und Spaß an unserer Arbeit haben, entwickeln wir automatisch mehr Disziplin. Motivation stellen wir her, indem wir uns das Ziel vergegenwärtigen. Wir müssen etwas wollen, weil wir uns einen Nutzen davon versprechen. Nicht die Disziplin, sondern die Motivation ist unsere größte Kraft.

Blicken wir auf unser Leben zurück, auf unsere Erfolge, so stellen wir schnell fest: Das, was wir wirklich wollen, haben wir erreicht. Warum? Weil uns etwas motiviert hat, es zu erreichen. Mit dieser Motivation haben wir Hindernisse überwunden und es nach oben geschafft. Das Gefühl, die eigenen Ansprüche an sich selbst zu erfüllen, steigert die Motivation und damit die Disziplin. Menschen mit einem eigenen Leistungsanspruch setzen sich Ziele und entscheiden selbst, wie sie diese erreichen können. Dabei unterscheidet man

  • Intrinsische Motivation: wir tun etwas um seiner selbst willen, aus Lust an der Sache.
  • Extrinsische Motivation: wir tun etwas um etwas zu erreichen: Anerkennung, Liebe, Geld, eine Position, Macht.

Sich zum Sport motivieren: Den Druck rausnehmen

Vielleicht sind Sie, wenn Sie von der der Arbeit kommen, total fertig. Sie wollen Ihren Kopf frei kriegen und Sport treiben. Das haben Sie sich fest vorgenommen. Meistens stehen dann aber noch Arbeiten im Haushalt an, so dass Sie sich nur noch aufs Sofa lege und fernsehen. Sie spüren, dass Ihnen Bewegung guttun würde, können sich aber nicht zum regelmäßigen Sport aufraffen.

Vielleicht überfordern Sie sich auch ein Stück damit, abends „regelmäßig“ Sport zu machen. Hilfreich wäre es wohl, wenn Sie sich eine Bewegungsart aussuchen, die Ihnen Lust macht. Also Schwimmen mit Sauna anschließend oder Squash mit einer Freundin oder Radfahren. Vielleicht treiben Sie sich im Job schon genug an, da ist es besser, in der Freizeit nicht noch fortzusetzen, sondern mehr darauf zu achten, was Ihnen Spaß und Freude macht – und bei dem Sie sich bewegen.

Keine Lust zu arbeiten: Sich beraten lassen

Vielleicht stecken Sie zurzeit im Motivations-Tief und erleben akute Lustlosigkeit bei der Arbeit. Sie haben abends im Bett schon keine Lust, am nächsten Morgen zur Arbeit zu gehen und die Aufgaben, die an Ihrem Schreibtisch auf Sie warten, öden Sie einfach nur an. Dann ist es Zeit, Ihrer Demotivation auf den Grund zu gehen. Liegt Ihre Unlust an der Aufgabe, an der Firma oder an mangelnder Anerkennung?

Ein Berufs-Coach kann hier helfen, einmal zu schauen, ob Veränderungen an Ihrem Arbeitsplatz eine Besserung herbeiführen könnten oder ob es angezeigt ist, den Job zu wechseln.

Wenn Sie antriebslos sind und außerdem unter Schlafproblemen, Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen leiden, dann sollten Sie abklären, ob nicht eine Depression hinter Ihrem „Motivations-Tief“ steckt.

Vom Mut, sich selbst zu sein

Janis McDavid ist Motivationsredner. Das Besondere: Er hat keine Arme und Beine. Doch „behindern“ lässt er sich davon nicht. Im Gegenteil, er nimmt die Herausforderung an.

In seinem Buch Mein bestes Leben schildert er, was ihn antreibt, immer wieder Lösungen zu finden, wie er am „normalen“ Arbeitsleben teilnehmen kann: „Bin ich mutig? Manche sagen es. Braucht es nicht immer Mut, nicht nur „ich“ zu sagen, sondern „ich“ zu sein? Klar, aber nur so können wir unser bestes Leben leben.“

Den eigenen Weg zu gehen, mit gutem Gespür, was einem guttut, und nach seinen Stärken zu forschen, kann ein großer Motivations-Antreiber sein.

Strategien zur Selbstmotivation

Wenn Sie also das nächste Mal ein Stück Torte, der Fernseher oder das Sofa anlächelt, halten Sie sich Ihr Ziel vor Augen! Aufs Sofa und vor den Fernseher können wir uns immer noch danach legen – als kleine Belohnung sozusagen.

Und wenn es Ihnen doch mal wieder schwerfällt, sich zu motivierten, dann beherzigen Sie folgendes:

  1. Seien Sie nachsichtig mit sich und verzeihen Sie sich. Sie sind keine Maschine!
  2. Machen Sie es sich leichter: Gewöhnen Sie sich schrittweise an ein neues Verhalten, indem Sie klein anfangen und es nur so lange machen, wie es Ihnen Spaß macht.
  3. Bringen Sie Freude rein. Wenn Sie zum Beispiel regelmäßig Sport treiben wollen, machen Sie es gemeinsam mit netten Leuten und haben Spaß dabei!
  4. Machen Sie einfach weiter. Wenn Sie stolpern, stehen Sie einfach auf und gehen Sie weiter. Entweder auf Ihrem Weg oder wieder bei Schritt eins. Dran bleiben, immer dran bleiben!

Was Sie noch tun können? Fangen Sie an!

Zitate zum Thema Motivation

Die Schweizer Psychologin Verena Kast beschreibt eine hohe intrinsische Motivation, den Flow:

„Wir erleben uns in gewissen Situationen als identisch mit uns selbst und haben ein starkes Identitätsgefühl. Wir erleben uns aktuell in unserer Identität als dem Zentrum unserer eigenen Existenz. Wir sind eine Synthese von allem, was wir waren und von allem, was wir sein werden.“

Und Therapeut Wolfgang Schmidbauer schlägt vor: „Die Kunst des Dranbleibens läuft darauf hinaus, die handwerkliche Tradition wieder zu beleben: etwas wirklich gut zu machen. Wer sich danach richtet, gewinnt eine kontinuierliche Bestätigung aus dem, was er tut. Er kann auch dann zufrieden sein, wenn er weder materiell üppig belohnt noch als Star gefeiert wird.“

Unternehmer Claus Hipp spricht über Ideen, die motivieren: „Wer eine Idee hat, möchte die Welt im Großen oder Kleinen verändern. [...] Damit dies gelingt, muss eine gute Idee freilich nicht nur ihren Urheber, sondern möglichst viele Menschen inspirieren und begeistern. Oft sprechen wegweisende Ideen uralte Wünsche und Hoffnungen der Menschen an.“

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