Förderspiele für Kinder unter 3

Die folgenden Praxisimpulse eignen sich dazu, Kinder in bestimmten Lernbereichen gezielt zu fördern. So ermöglichen sie ihnen z. B. vielfältige Sinneserfahrungen oder erste naturwissenschaftliche Erkenntnisse.

Förderspiele mit Kleinstkindern
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Kneten, matschen, formen: Erste Experimente mit Ton

Benötigte Materialien:

  • Ton
  • Wasserschüssel

Für die Variation:

  • Knethölzer
  • Schaber
  • Kämme
  • Gabeln
  • Fleischklopfer
  • eventuell Tonfarben

So wird’s gemacht:

Bieten Sie zunächst einen großen Klumpen Ton für jedes Kind an. So können Kinder die Oberfläche als Ganzes betasten und erfassen (auch Löcher hineinbohren, zerpflücken usw.).

Die ersten Ergebnisse entstehen zufällig und werden manchmal rasch wieder zerstört. Später gestalten Kinder erste Grundformen (Kugel, Walze), kleine Bauwerke, erfinden Geschichten und gestalten zunehmend erkennbare Gestalten (Obst, ein Tier o. Ä.).

Sollen die Ergebnisse bleiben und aufgehoben werden? Ton einfach an der Luft trocknen lassen.

Variation: Bieten Sie nach der Experimentierphase Hilfsmittel an (Knethölzer, Schaber, Gabeln …).

Hinweis: Der Tisch sollte robust und so hoch sein, dass Kinder auch stehend daran arbeiten können. Ton am besten mit Schneidedraht oder einem Messer aufteilen. Bei Bedarf mit Wasser anfeuchten (z. B. mit Hilfe einer Blumen-Wasserspritze). Ton nach Gebrauch in feuchte Tücher wickeln und in einem Behälter mit Deckel aufheben).

Getrocknete Kunstwerke aus Ton können die Kinder gut anmalen, z. B. mit Temperafarben oder spezieller Tonfarbe (Engoben).

Tonwerkstatt

Ton ist ein Naturmaterial, gut portionier- und formbar und gibt Kinderhänden durch seine irdene, manchmal schlickige Beschaffenheit ein meist angenehmes Tastempfinden und rasche Erfolgserlebnisse. Er ist schon für Krippenkinder geeignet, die sich oft konzentriert und ausgiebig damit beschäftigen.

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen: Schlauzwerge klecksen kneten matschen

Kordeln, Bänder, Reißverschlüsse…

Alter/Entwicklungsstand: ab 1,5 Jahre

Mitspieler: 1-3 Kinder

Ort/Raum: Gruppenraum

Benötigte Materialien:

  • Leinen- oder Baumwollstoff
  • Wandhaken …

Nach Wahl:

  • alte Reißverschlüsse
  • Gardinenringe
  • Kordeln
  • Wollreste
  • Pelz
  • dicke Knöpfe
  • dicke Kette
  • Glöckchen
  • Bommel
  • Schnallen u.ä.

So wird’s gemacht:

Befestigen Sie ein Stück Leinen- oder Baumwollstoff mit Haken an einer Wand im Gruppenraum (in Kinderhöhe). Nähen Sie alte Reißverschlüsse, Gardinenringe, Kordeln, aus Wolle geflochtene Zöpfe mit festen Nadelstichen an dem Stoff fest. Auch ein Stück Pelz, eine dicke Kette, Glöckchen, Bommel, Schnallen können Sie dort festheften.

Wichtig: Platzieren Sie den Wandbehang so, dass er von den Krippenkindern zum Tasten und Ausprobieren (z.B. Reißverschluss rauf und runter ziehen) genutzt werden kann. Achten Sie darauf, dass die Gegenstände nicht verletzungsgefährlich sind!

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Kleinkinder in ihrer Kreativität fördern

Ketten und Bilder mit Knöpfen

Alter/Entwicklungsstand: ab 6 Monate

Mitspieler: 1-4 Kinder

Ort/Raum: Gruppenraum, Krippenbereich (z.B. auf einer Krabbeldecke)

Benötigte Materialien:

  • Knöpfe unterschiedlicher Größe und Form
  • Schnürsenkel oder dünnes Lederband
  • evtl. dicke Perlen oder Gardinenringe
  • Papprollen
  • Schuhkarton-Deckel

So wird’s gemacht:

Fädeln Sie die Knöpfe auf das band. Knoten Sie an das Ende der Knopfkette eine Perle oder einen Gardinenring. Die Kinder können die Knöpfe mit den Händen betasten, die Kette durch den Raum ziehen oder (gegen Ende des 1. Lebensjahres) in Becher/Dosen einwerfen und herausziehen.

Variation (ab 2 Jahre):

Geben Sie jedem Kind den Deckel eines Schuhkartons und eine oder mehrere Pappröhren (leere Haushaltsrolle oder mehrere mit Klebeband zusammengeklebte Toilettenrollen). Zeigen Sie, wie man Knöpfe einzeln in die Papprolle einwerfen kann, so dass sie unten wieder heraus in den Schuhkarton-Deckel plumpsen.

Variation (ab 3 Jahre):

Schütten Sie nun viele Knöpfe in den Deckel. Lassen Sie die Kinder probieren, wie man die Knöpfe mit der Hand in dem Deckel hin und her schieben kann. Ältere Kinder legen vielleicht eine Schlange, ein Gesicht oder einfach nur „Knopf-Muster".

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Kleinkinder in ihrer Kreativität fördern

Impuls zur taktilen Wahrnehmung: Fußfühlboxen

Die Impulse, die ein Kind von außen erhält, sind ausschlaggebend für den Ablauf und den Erfolg seiner Lern- und Verarbeitungsprozesse. Diese Kästen laden die Füße zum Fühlen ein.

Benötigte Materialien:

  • eine große Menge Gips
  • Pappkisten oder Tomatenkisten
  • Folie
  • ·viele unterschiedlich große Bälle (z.B. Tennisbälle, Bälle aus dem Ballbecken, Tischtennisbälle)

So wird’s gemacht:

Die Kisten werden mit Folie ausgelegt und mit Gips gefüllt. Diese muss antrocknen. Dann drückt man die Bälle so tief in den Gips, dass sie zur Hälfte aus dem Gips herausschauen.

Die Kinder laufen barfuß in den einzelnen Ballkästen, die jeweils mit einer Sorte Bälle ausgelegt sind.

aus: Ingrid Biermann, Spielen mit Krippenkindern. Kreative Impulse für den Alltag

In der Schaukelröhre

Alter/Entwicklungsstand: ab 1 Jahr

Mitspieler: 1 Kind

Ort/Raum:Gruppenraum/Bewegungsraum

Benötigte Materialien:

  • 2 Turnmatten
  • 2 Gymnastikreifen

So wird’s gemacht:

Biegen Sie eine Matte wie ein U. Schieben Sie jeweils ein Ende des U in je einen Gymnastikreifen (Reifen müssen senkrecht auf dem Boden stehen - mit großen Abständen). Nun kann sich das Kind auf die Matte legen. Die bauchige Unterseite der Matte wirkt wie eine Wiege.

Variation:

Mit einer zweiten Matte können Sie aus dem U ein O bauen. Schieben Sie die zusätzliche Matte in die Gymnastik-Reifen. So haben Sie eine geschlossene Röhre.

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Bewegungsförderung für Kleinkinder

Die Gefühlsturnstunde

  • Räumliche Umgebung: großer Raum
  • Hinweis: Diese Aktivität kann gut in der Gruppe stattfinden.
  • Diese Geschichte vermittelt: Verständnis für Emotionen, Spaß an Bewegung und interaktiven Spielen, Gefühlswortschatzerweiterung

So wird’s gemacht:

Zuerst gehen wir, als ob wir sehr, sehr traurig wären. Unsere Schultern hängen runter. Unser Kopf ist nach unten gerichtet. Wir bewegen uns ganz langsam und gebeugt.

(Trauer darstellen: Da die Begriffe für ein 2 Jahre altes Kind recht schwierig sind, sollte die Bezugsperson das Gefühl sehr gut darstellen und dies dem Kind vormachen.)

Nun hüfen wir vor Freude. Unser Körper ist aufgerichtet, der Kopf geradeaus.
(Freude darstellen)

Nun rennen wir hin und her, wir sind aufgeregt.
(Aufgeregtes Verhalten darstellen.)

Achtung, nun sind wir sehr vorsichtig und schmeißen auf unserem Weg nichts um.
(Vorsichtiges Verhalten darstellen.)

Nun sind wir wütend. Wir stampfen auf dem Boden und machen schwere, laute Schritte.
(Wut darstellen.)

Jetzt sind wir ängstlich. Wir trippeln. Machen ganz kleine Schritte und blicken auf den Boden.
(Ängstliches Verhalten darstellen.)

Und schließlich legen wir uns wie ganz müde Leute schlafen.
(Müdigkeit darstellen. Auf den Boden legen und sich schlafend stellen.)

Aus: Caroline Jaberg, Winzig klein und riesengroß

Gegensätze ziehen sich an

Benötigte Materialien:

  • Nahrungsmittel unterschiedlicher Geschmacksrichtungen z.B. süßer Keks — salzige Brezel, süßer Zucker — saure Apfelsine (Zitrone)

Für die Variation:

  • Gegensätzliche Konsistenzen wie z.B. warmer Tee — kaltes Wasser, hartes Vollkornbrot — weiches Weißbrot, rohe Tomaten — gekochte Tomaten usw.

So wird’s gemacht:

Die Kinder dürfen zwei unterschiedliche Geschmacksproben unmittelbar hintereinander kosten. Selbst wenn sie noch nicht die Begriffe wie „süß“ oder „salzig“ nennen können, so ist hier allein das Geschmackserlebnis von Bedeutung, bzw. die Benennung von Gefühlen, Vorlieben, Abneigungen.

Variation: Nach einer kurzen Pause dürfen weitere Gegensätze probiert werden, wie z.B. warmer Tee — kaltes Wasser, rohe Tomaten — gekochte Tomaten usw.

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen: Schlauzwerge fühlen, hören, sehen in der Krippe

Tasten und Fühlen: Barfußgang

Kinder entdecken und erforschen die Welt mit allen Sinnen. Für allererste Erkundungen ist der Mund ein wichtiges Medium, später gewinnen die Hände an Bedeutung als Mittel der Welteroberung. Und wie ist das mit den Füßen?

Natürlich vermitteln auch die Füße intensive taktile Reize. Im Frühling wird es Zeit, sich daran zu erinnern, denn wenn es draußen wärmer wird, eröffnet sich die Möglichkeit für die Kinder, die Welt auch mit den Füßen zu ertasten und zu erfühlen.

Benötigte Materialien:

  • Wiese
  • Kies- und Sandwege
  • Matschlöcher
  • Wasserpfützen
  • Mulchwege
  • Bordsteine und Asphalt
  • Handtücher (für unterwegs)
  • Federn
  • Grashalme

So wird’s gemacht:

Die Möglichkeit, im Frühling und Sommer ohne Schuhe und Strümpfe gehen zu können, bietet Kindern und Erzieherinnen Spiel- und Erfahrungsraum für tausend und mehr Erfahrungen. Aufwendig gestaltete Fühl- und Taststraßen sind nicht nötig. Barfuß oder in Stümpfen begehen die Kinder das Gelände rund um die Einrichtung, oder sie erkunden auf Spaziergängen die natürliche oder bearbeitete Erdoberfläche mit ihren Füßen. Wo hat der Boden welche Beschaffenheit? Hier ist er weich, an anderer Stelle ist er hart. Manchmal ist der Boden eben, manchmal finden die Füße nicht auf einer festen Fläche Halt. Da gibt es kieselige, kitzelige und stachelige Untergründe, aber auch matschige, moddrige und samtige.

Die Kinder erleben, in welchem Bereich welcher Boden vorzufinden ist. Sie entdecken erste Kausalzusammenhänge — so fühlt es sich an, wenn der Boden nass ist, wenn er trocken ist, spürt man an derselben Stelle etwas ganz anderes.

Bei all diesen Barfußaktionen haben die Erzieherinnen Vorbildfunktion und gehen barfüßig voran ...

Aus: Sibylle Fischer / Barbara Mößner: Kleinstkinder entdecken Frühling und Sommer

Duft-Kräuter-Garten

Benötigte Materialien:

  • ·vorgezogene Kräuter aus der Gärtnerei (z. B. Thymian, Rosmarin, Zitronenmelisse, Kamille, Basilikum, Oregano, Salbei)
  • Obstkiste
  • Pflanzerde
  • Alufolie
  • (Sprühflasche mit Wasser)

Für die Variation:

  • einzelne Blumentöpfe aus Ton
  • Fingerfarbe

So wird’s gemacht:

Legen Sie eine Obstkiste mit Alufolie aus, füllen Sie Pflanzerde ein und pflanzen Sie verschiedene Kräuter hinein. Schon ist der Kräutergarten entstanden.
Die Kinder dürfen den Garten ab und zu mit Wasser einsprühen.
Stellen Sie den Garten auf die Fensterbank. Lassen Sie die Kinder hin und wieder an den Kräutern schnuppern.

Variation 1: Pflanzen Sie die Kräuter einzeln in je einen Blumentopf.

Variation 2: Die Großen malen auf jeden Topf ein Gesicht. Die Kräuter sind dann lustige „Haare“.

Kräuter für die Sinne

Wählen Sie stark duftende Kräuter aus und züchten Sie diese in einem Beet oder Mini-Kräutergarten. Damit Riechen und Schmecken gleichermaßen angesprochen werden, können Sie vor dem Kinderfrühstück oder Mittagessen einige Blättchen ernten, riechen und probieren lassen bzw. auf Speisen geben. Ideal ist eine sog. Kräuterspirale oder Kräuterschnecke für Küchenkräuter im Garten. Die Spirale wird aus Steinen gelegt, windet sich um einen Steinhaufen und steigt dann kontinuierlich an. Es werden verschiedene Feucht- und Klimazonen für unterschiedliche Kräuter geschaffen.

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen: Schlauzwerge fühlen, hören, sehen in der Krippe

Bewegungsübung: Stuhlstraße

Benötigte Materialien:

  • 6-8 große, standfeste Erwachsenen-Stühle

Für die Variation:

  • Kindertische

So wird’s gemacht:

Stellen Sie die Stühle mit der Lehne nebeneinander an eine Wand. Legen Sie ein paar Spielzeuge auf die Sitzflächen der Stühle. Interessant ist unter anderem z. B. eine Spieluhr, die ein Lied „klimpert“. Beobachten Sie, ob einige Kinder vielleicht zu der neuen Spielfläche hinkrabbeln und sich an den Stühlen hochziehen, um die begehrten Spiel-Dinge erreichen und untersuchen zu können. Manche Kinder gehen vielleicht seitlich ein paar Schritte.

Variation: Bauen Sie die Straße aus Kindertischen, die Sie ebenfalls dicht an die Wand stellen. Darauf können Sie eine kleine „Spielwelt“ aufbauen (kleine Autos, Stehaufmännchen, Bauklötze, Spieltiere …).

Allerlei zum Hochziehen

Bringen Sie an einer Wand Haltestangen in Kinderhöhe an (gibt es bei Kinderkrippen-Ausstattern oder in Baumärkten). An den Stangen können Sie ein interessantes Tast-Spielzeug befestigen, z. B. Schnüre mit Perlen, Glöckchen, Tastbeutel.

Dazu bieten standfeste Raumteiler, Gitter, Treppengeländer, Sprossenleitern die Möglichkeit, sich immer wieder daran hochzuziehen und seitlich ein paar Schritte zu gehen. Hängen Sie einen großen „Spiegel“ in Kinderhöhe an die Wand. So kann sich das Kind beim Hochziehen und Gehen selbst zuschauen.

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen: Schlauzwerge krabbeln, klettern, springen in der Krippe

In der Stuhlstraße

Alter/Entwicklungsstand: ab 10/11 Monate

Mitspieler: 1-2 Kinder

Ort/Raum: Gruppenraum

Benötigte Materialien:

  • 6-8 große, standfeste Erwachsenen-Stühle

So wird’s gemacht:

Stellen Sie die Stühle mit der Lehne nebeneinander an eine Wand. Legen Sie ein paar Spielzeuge auf die Sitzflächen der Stühle. Interessant ist unter anderem z.B. eine Spieluhr, die ein Lied "klimpert". Beobachten Sie, ob einige Kinder vielleicht auf die neue Spielfläche zu krabbeln und sich an den Stühlen hochziehen, um die begehrten Spiel-Dinge erreichen und untersuchen zu können.

Variation: Bauen Sie die Straße aus Kindertischen, die Sie ebenfalls dicht an die Wand stellen. Darauf können Sie eine kleine "Spielwelt" aufbauen (kleine Autos, Stehaufmännchen, Bauklötze, Spieltiere…).

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Bewegungsförderung für Kleinkinder

Willis Wackelweg

Alter/Entwicklungsstand: ab 2,5 Jahre

Mitspieler: Klein- oder Großgruppe

Raum/Ort: Bewegungsraum

Benötigte Materialien:

  • 6-8 Wärmflaschen (mit Wasser gefüllt)
  • mindestens 1 Luftmatratze (aufgepumpt)
  • 6-8 alte Sofakissen
  • 1 Kissenbezug (gefüllt mit Schaumstoffresten)
  • Steppdecken…

Eventuell: Weichbodenmatte, Balancier-Halbkugeln o.ä.

Hinweise: Probieren Sie, ob die Kinder diese Aufgabe schon bewältigen. Wenn nicht, dann tauschen Sie einige Elemente des Weges durch weniger wackelige Materialien aus.

So wird’s gemacht:

Legen Sie die Materialien hintereinander zu einem Wackel- Weg, über den die Kinder gehen können.

Variation: Legen Sie eine dicke Plastikplane auf den Boden. Verteilen Sie auf einer Hälfte der Plane viele weiche Materialien (Kissen, Federbetten, Steppdecken...). Schlagen Sie die andere Hälfte der Plane darüber, sodass die Materialien nicht mehr zu sehen sind. Wer geht über die wackelige Plane?

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Bewegungsförderung für Kleinkinder

Kastanien-Fühl-Bad

Benötigte Materialien:

  • ·viele Kastanien
  • große Kartons bzw. Wannen (oder Planschbecken zum Aufpusten)
  • eventuell Becher
  • Kellen
  • Löffel

Für die Variation:

  • Gefäße mit Wasser
  • kleine Siebe oder Schöpfkellen

So wird’s gemacht:

Sammeln Sie mit den Kindern Kastanien und geben Sie die Früchte in einen großen Pappkarton, eine Wanne oder ein leeres Planschbecken. Wer möchte einmal darin „baden“? Dazu am besten bis auf die Windel ausziehen und nichts wie hinein! Später gibt es Becher, Kellen und Löffel. Damit lassen sich Kastanien in Gefäße ein- und umfüllen.

Variation: Lauwarmes Wasser in Waschbecken, Wasch-Rinnen oder Schüsseln füllen und Kastanien hineingeben. Schwimmen Kastanien eigentlich? Wer möchte mit kleinen Sieben die Kastanien heraus fischen und dann vielleicht erneut in das Wasser purzeln lassen?

Der Herbst ist da

Jetzt färben sich Blätter in leuchtenden Farben, so als sei ein Maler am Werke gewesen. Fallendes Laub regt zu Spielen an. Eicheln, Kastanien und andere Herbstfrüchte fordern die Sammelleidenschaft heraus und geben der Fantasie Flügel.

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen: Schlauzwerge klecksen, kneten, matschen

Schuhe wechseln

So wird’s gemacht:

Das Kind sitzt auf der Garderoben-Bank. Je nach Alter kann es beim Aus- bzw. Anziehen der Schuhe mithelfen und den folgenden Reim (teilweise) mitsprechen.

Text: Brigitte Wilmes-Mielenhausen

Hu, hu, hu,
Die Spielleitung „bewundert“
das sind schöne Schuh.
die Schuhe des Kindes.
Doch die Füße wollen raus, aus ihrem viel zu engen Haus.
Sie zieht dem Kind den
Erst den rechten Schuh ausziehen,
rechten und dann den
dann den linken …
linken Straßenschuh aus.
Kannst du mit den Füßen winken?
Füße werden auf und ab bewegt.
Hast du die Pantoffeln schon gesehn?
Nach den Hausschuhen
Sie müssen gleich dort drüben stehn.
Ausschau halten.
Und schau, Pantoffeln laufen schnell herbei,
Die Hausschuhe nehmen,
zu deinen Füßen eins, zwei, drei.
„herbeilaufen“ lassen.
Sie rufen: „Füße einsteigen,
Das Kind steigt in die Hausschuhe,
Pantoffeln zumachen!“
die Schuhe werden geschlossen.
Und was dann??? Füße laufen ganz geschwind,
Möchte das Kind aufstehen
laufen schneller als der Wind.
und loslaufen?

Von A-Z in Wörtern baden

Verbinden Sie alltägliche Handlungen möglichst mit deutlicher Sprache, die Sie vielleicht zusätzlich mit Gesten begleiten (handlungsbegleitetes Sprechen).

Lebensbereiche für Sprach-Anregungen sind z. B. Ankunft/Abschied, An- und Ausziehen, Körperpflege, essen, kuscheln, Haushalt/Garten, Freispiel, Sitzkreis, Bewegungsangebote und Spaziergänge.

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen: Schlauzwerge plappern, fragen, erzählen in der Krippe

Tick-tack, so macht die Uhr

Ziele: Unterstützung der akustischen Aufmerksamkeit, der visuellen Konzentration, der Bewegungsfreude

Benötigte Materialien:

  • Schuhkarton
  • ein laut tickender Wecker

So wird’s gemacht:

Die Kinder sitzen im Kreis und werden eingeladen, den Schuhkarton zu öffnen. Die Erzieherin hält jedem Kind den Wecker an das Ohr und die Kinder lauschen dem Ticken. Anschließend spricht sie den folgenden Vers und bewegt bei den Worten „Tick-tack“ ihren Zeigefinger von links nach rechts. Beim zweiten Aufsagen des Verses sprechen die Kinder, so gut sie können mit und spielen die Zeigerbewegung mit verschiedenen Körperteilen nach. Sie bewegen den Zeigefinger, die Hand, den Kopf oder den Körper hin und her.

Vers:

Tick-tack, tick-tack, so macht die Uhr,
Tick-tack, tick-tack, so macht sie nur.
Tick-tack, tick-tack, sie will schnell gehn,
Tick-tack, tick-tack, sie bleibt jetzt stehn.
Aus: Ingrid Biermann: Alle Sinne aufgewacht!

Das Lied vom Zähneputzen

Spiellied (Melodie „Brüderchen, komm, tanz mit mir“, Text: Ingrid Biermann)

Benötigte Materialien:

  • eine Zahnbürste für jedes Kind

Lied

Zähneputzen ist nicht schwer,
mit der Bürste hin und her,
hin und her, hin und her,
Zähne putzen ist nicht schwer

(die Kinder putzen nach dem Singen die Zähne mit einer Hand).

Variation: Beim zweiten Singen können die Zähne mit der anderen Hand geputzt werden.

Hinweis: Die Kinder benötigen zur Zahnreinigung keine Zahncreme. Allein die Bewegungen mit der Zahnbürste im Mund reinigen bereits. Die Strophen können beliebig oft wiederholt werden.

Impuls zur akustischen Wahrnehmung: Ich höre was, was du auch hören kannst

Kleinkinder tasten sich langsam an die für sie fremde Welt heran. Die Sinne helfen ihnen dabei.

Benötigte Materialien:

  • Zwerg
  • Brief mit dem Vers
  • Gegenstände aus der bekannten Umgebung
  • die Geräusche erzeugen oder mit denen man Geräusche erzeugen kann (z.B. Wecker, Glocke, Fön, Schere, Hammer und Nagel, Fahrradklingel, Wasserhahn usw.)

So wird’s gemacht:

Ein ruhiger Raum (z.B Schlafraum) wird zu einem Lauschzimmer. Die Erzieherin holt den Zwerg, der auch Lauschzwerg genannt wird, und liest aus dem Brief den Vers vor.

Spitz die Ohren, hör gut zu,
was ich höre, hörst auch du.

Spitz die Ohren, sei ganz still,
weil jeder etwas hören will.

Jedes Kind kann nun selbst ein Geräusch imitieren und die anderen Kinder dürfen es erraten.

Anschließend machen alle gemeinsam eine Hauswanderung. Sie gehen in verschiedene Räume wie Bad, Küche, Musikzimmer oder nach draußen auf die Wiese. Dort schließen die Kinder ihre Augen und die Erzieherin macht ein Geräusch, das die Kinder erraten müssen.

Aus: Ingrid Biermann: Spielen mit Krippenkindern

Sprech- und Spielvers: Die Feuerwehr

So wird’s gemacht:

Die Kinder stellen sich als ein Feuerwehrauto hintereinander auf. Gemeinsam mit der Erzieherin spielen und sprechen sie laut und schnell sie erste Strophe. Die Kinder gehen durch den Raum und spielen mit unterschiedlichen Geräuschen und Bewegungen das Löschen eines großen Feuers nach. Nachdem das Feuer gelöscht wurde, stellen sie sich wieder hintereinander als Feuerwehrauto auf und die zweite Strophe wird gemeinsam leise und langsam gesprochen.

Die Feuerwehr, die Feuerwehr,
hör, die fährt ganz laut daher.
Sie fährt ganz schnell, sie fährt ganz schnell,
weil sie das Feuer löschen will.

Die Feuerwehr, die Feuerwehr,
hör, die fährt ganz leis daher.
Sie fährt ganz langsam geradeaus,
sie fährt nun zurück nach Haus.

Variation

Eine beliebige Musik wird gespielt. Die Kinder bewegen sich einzeln als Feuerwehrautos durch den Raum. Sobald die Musik stoppt, bleiben die Autos stehen. Bei erneutem Beginn dürfen sie weiterfahren.

Erweiterungen

Körperwahrnehmungsspiel: Die Kinder gehen jeweils zu zweit zusammen. Ein Kind liegt auf dem Bauch und ein weiteres nimmt ein Spielzeugauto und fährt damit über den Rücken des liegenden Kindes. Währenddessen wird der Vers gesprochen. Anschließend wechseln die Kinder und der Vers wird erneut gesprochen.

Spurenspiel: Auf ein langes Blatt Tapetenrolle wird in die Mitte ein Klecks Farbe gesetzt. Die Kinder fahren mit einem Spielzeugauto oder mit ihren Fingern durch die Farbe und machen die Autospuren.

Bewegungslandschaft: Nach einem aufregenden und anstrengenden Tag in der Feuerwehr müssen die Feuerwehrautos in einer Waschanlage für den nächsten Einsatz wieder gesäubert und gereinigt werden. Hierzu wird eine Leiter oder zwei Stangen parallel zueinander ca. einen Meter über dem Boden befestigt. An den Stangen oder den einzelnen Sprossen einer Leiter werden unterschiedliche Materialien (z.B. Tücher, Bänder, Krepppaper usw.) befestigt, die ca. 20 cm vor dem Boden enden. Schwämme, Bürsten und Putztücher liegen zum Einsatz bereit. Die Kinder können nach Belieben mit den Feuerwehrautos durch die Waschanlage fahren oder die Autos von Hand putzen.

Aus: Ingrid Biermann, Spielen mit Krippenkindern. Kreative Impulse für den Alltag

Übung: Einen Wasserhahn auf- und zudrehen

Benötigte Materialien:

  • Waschbecken in Kinderhöhe
  • evtl. kleiner Schemel
  • Handtuch

So führen Sie die Übung ein:

Verschließen Sie den Abfluss des Waschbeckens. Zeigen Sie dem Kind den Griff für das kalte Wasser und öffnen Sie ihn. Lassen Sie ein wenig Wasser laufen und drehen Sie den Hahn wieder zu.

Bitten Sie das Kind, dies zu wiederholen. Achten Sie darauf, dass es den Hahn nicht zu weit aufdreht. Lassen Sie das Kind mehrmals den Wasserhahn auf- und zudrehen. Es soll üben, den Wasserstrahl zu kontrollieren.

Erst wenn es die Handhabung des Griff s für kaltes Wasser beherrscht, zeigen Sie ihm den Griff für warmes Wasser. Das Kind lässt kaltes Wasser ins Becken laufen und gibt warmes Wasser hinzu.

Bei Einhebelmischern üben Sie zuerst in der Einstellung für kaltes Wasser und zeigen danach dem Kind, wie es den Hebel bedienen muss, um warmes Wasser zu bekommen.

Fehlerkontrolle:

  • Das Wasser spritzt aus dem Wasserhahn, da das Kind ihn zu weit aufgedreht hat.
  • Es läuft nur ganz wenig Wasser aus dem Hahn, da das Kind ihn zu wenig aufgedreht hat.

Transfer zum Alltag:

Das Kind kann einen Wasserhahn bedienen und sich dadurch z. B. alleine die Hände waschen oder bei Reinigungsarbeiten und beim Spülen helfen.

Aus: Jutta Bläsius: Übungen des praktischen Lebens für Kinder unter 3 Jahren

Als-Ob-Spiele: Einkaufen

So wird’s gemacht:

Wenn Sie mit den Kindern draußen einen Spaziergang machen, so ergeben sich vielfältige Anlässe für Sprachförderung:

  • Wir betrachten die Auslagen in einem Schaufenster und erzählen dazu
  • Wir bleiben an einem Marktstand stehen, benennen Obst und Gemüse,
  • kaufen vielleicht etwas
  • Oder gehen in den Supermarkt, nennen die Namen einiger Lebensmittel, legen Sie in den Einkaufswagen und dann an der Kasse aufs Band, helfen beim Einpacken (in der Kita wird ausgepackt und vielleicht eine Kleinigkeit selbst gekocht)

Aus diesen Erfahrungen können sich „Als-Ob-Spiele“ entwickeln. In einer Spielecke in der Kita gibt es dafür vielleicht eine alte Kasse, dazu Kisten und Bretter, alte Dosen, Verpackungen, Material zum Ein-und Umfüllen (Kastanien, Nüsse…), Imitationen von Lebensmitteln, Schaufeln, Körbchen, ein Mini-Einkaufswagen.

Hinweis: Kleine Kinder spielen „themen- und raumübergreifend“. So können auch Materialien aus der Küche, Puppenwohnung, Verkleidungskiste usw. einbezogen werden.

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Schlauzwerge plappern, fragen, erzählen in der Krippe

Das verrückte Einkaufsband

So wird’s gemacht:

Das Kind liegt auf dem Bauch. Die Erzieherin erzählt die Geschichte vom „verrückten Einkaufsband“. Es können unterschiedliche Gegenstände auf den Rücken des Kindes gelegt werden oder die jeweiligen Einkäufe werden mit passenden Bewegungsformen imaginär auf dem Rücken des Kindes abgelegt.

Die Geschichte vom verrückten Einkaufsband

Ein riesiger Einkauf liegt im Einkaufswagen und ich warte an der Kasse. Endlich bin ich dran und kann die Sachen aufs Einkaufsband legen. Ein Päckchen Zucker, eine große schwere Melone, die etwas hin- und herrollt, ein Büschel Petersilie, die kitzelt ein bisschen am Hals, zwei Stück Butter, Sahne, Eier und Mehl für den Kuchen und viele weitere Dinge. Als fast alle Einkäufe auf dem Band sind, merke ich plötzlich, dass das Band anfängt sich zu bewegen. Erst ruckelt es nur ganz leicht und, oh weh, die Melone ist schon hinuntergerollt, dann wackelt es immer stärker und spielt so lange verrückt, bis alle meine Einkäufe hinuntergefallen sind. Natürlich bin ich „verzweifelt“, dass die Eier zerbrochen sind und das Mehl auf dem Boden zerstreut ist. Aber was soll ich machen? Ich bekomme Besuch am Wochenende, also brauche ich die Sachen. Die Verkäuferin wischt das Einkaufsband sauber und versichert mir, dass es nicht noch einmal vorkommen wird, also hole ich neue Eier und lege die restlichen Sachen nacheinander wieder auf das verrückte Einkaufsband. Mal sehen, ob es diesmal still hält.

Didaktischer Kommentar: Über unterschiedliche Berührungsformen und Druckwahrnehmungen erfährt das Kind taktile und kinästhetische Reize. Dabei wird die Aufmerksamkeit des Kindes auf den eigenen Körper gerichtet und das Körperbewusstsein gefördert. Selbst zu entscheiden, wann das Einkaufsband wieder verrücktspielt, ist für Kinder spannend und lustig. Gleichzeitig erfahren sie ihre Selbstwirksamkeit, weil sie die Kontrolle über den Verlauf der Geschichte haben. Sie können wählen, zu welchem Zeitpunkt die Einkäufe vom Band fallen sollen, indem sie sich nur ganz leicht und dann immer stärker bewegen.

Aus: Renate Zimmer (Hrsg.): Psychomotorik für Kinder unter 3 Jahren

Riesen-Ohren

Alter/Entwicklungsstand: ab 2 Jahre

Mitspieler: Klein- oder Großgruppe

Wo sind denn meine Ohren?
Ach, da sind sie!
Ich dachte schon, hab´sie verloren.
Jetzt mach´ ich beide Ohren riesengroß,

(Die Kinder fassen mit beiden Händen an ihre Ohren. Dann deuten sie „Riesen-Ohren" an, legen die Hände hinter beide Ohren …, lauschen.)
ich hör´ die Biene summen (ssssss …,)
(Die Erzieherin summt wie eine Biene,)
Ich hör´ den Wind (huuuu huuuu …,)
(heult wie der Wind,)
ich hör´ den Vogel (piep, piep …),
(piept wie ein Vogel.)
Was hör´ ich noch? Ich bin ganz still!
(…………)
(Dann schweigt sie. Die Kinder lauschen.)
Ja, meine Ohren riesengroß
(Zum Schluss zeigen die Kinder noch einmal ihre "Riesen-Ohren".)
die hören jede Katze,
die hören jede Maus,
die huscht durch unser Haus.
(Dann deuten sie mit den Händen eine schleichende Katze, mit den Fingern eine huschende Maus an.)

Aus: Brigitte Wilmes-Mielenhausen, Sprachförderung für Kleinkinder

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