#1 Morgenkreis im Stuhlkreis – geht das heutzutage noch?

In der ersten Folge sprechen Redakteurin Karen Sachse und Erzieher Patrick Hofecker über ihren beruflichen Werdegang. Außerdem gibt es eine Anekdote aus dem Kita-Alltag: Morgenkreis im Stuhlkreis. Wieviel Angebot darf sein und wieviel Freiheit der Kinder muss möglich sein? Eine spannende Frage, mit der sich Patrick und sein Team beschäftigt haben. Und die Kinder mit ins Boot genommen haben.

Morgenkreis im Stuhlkreis – geht das heutzutage noch?

Podcast-Folge bei Spotify | RSS-Feed | Apple Podcast

Transkript

Dieses Transkript wurde zunächst automatisch erstellt und anschließend redaktionell überarbeitet. Dennoch können vereinzelt Fehler enthalten sein. Wenn Sie eine solche Stelle entdecken, freuen wir uns über eine kurze Nachricht an redaktion@kindergarten-heute.de.

Intro: Hallo und herzlich Willkommen zu heute im Kindergarten, dem Podcast von Kindergarten heute. Hier erwarten Euch kleine und große pädagogische Happen, perfekt zu genießen auf dem Weg zur Arbeit oder in der Mittagspause. Ich bin Karen, Redakteurin beim Fachmagazin kindergarten heute und mir gegenüber sitzt Patrick, Erzieher im Ü 3 Bereich. Wir wollen mit euch über all das sprechen, was die Fachwelt, die pädagogische Praxis, die Redaktion und natürlich uns selbst bewegen.

Karen: Hallo Patrick, schön, dass du hier bist.

Patrick: Grüß dich, Karen. Hallo, vielen Dank für die Einladung.

Karen: Sehr gerne. Ich freue mich, dass du hier bist und mit mir diesen neuen Podcast startest.

Patrick: Ich bin sehr aufgeregt. Mein erster Podcast.

Karen: Bin auch ziemlich aufgeregt, das ist wirklich auch mein erster Podcast. Passt doch gut, dass wir beide dann hier an diesem Tisch heute stehen, sitzen mal schauen, wie es in der Zukunft sein wird und mit euch über Themen sprechen, oder?

Patrick: Miteinander und ihr dürft gerne zuhören.

Karen: Ganz genau so ist es gedacht. Aber vielleicht stellen wir uns ganz kurz vor, wer wir sind, was wir machen, was wir, was unsere Berufung ist.

Patrick: Ja, gerne. Dann würde ich mal starten. Ich bin Patrick, 34 Jahre alt, Erzieher. Und arbeite seit 12 Jahren in etwa in Kitas. In Bayern habe ich meine Ausbildung gemacht, hab vieles erlebt, vieles gesehen, von Krippen zu Altersmischung, ich hab als Kita Leitung gearbeitet und jetzt bin ich Podcaster.

Karen: Das ist was und ich schließ mich doch gleich an. Ich bin quasi auch jetzt Podcasterin, meinen Namen habt ihr auch schon gehört, ich bin Karen, 33, und ich bin Kindheitspädagogin und Medienpädagogin, hab ich im Master studiert, arbeite aber als Redakteurin bei Kindergarten heute. Genau, ich war auch in unterschiedlichen Einrichtungen aber schon tätig, vor allem in vielen Krippen, also mit Kindern von 0 bis 3, aber auch in Kindergärten und vor allem in derselben Kita, in der Patrick arbeitet. Dort haben wir uns nämlich kennengelernt.

Patrick: Und bin ich froh, dass wir uns kennengelernt haben, Karen.

Karen: Ich bin auch sehr froh, sonst würde es erstens diesen Podcast heute gar nicht geben und zweitens würden wir uns nicht kennen und unsere Freundschaft würde auch nicht bestehen, das wäre wirklich sehr traurig.

Patrick: Da würde mir was fehlen.

Karen: Ja, mir auch. Und vor allem würde dieser fachliche Austausch fehlen, den wir ja auch hatten, als wir gemeinsam gearbeitet haben. Habe ich immer sehr geschätzt.

Patrick: Ja, ich finde es immer besonders, wenn neue Leute anfangen und man einfach direkt so das Gefühl hat, man hat so einen Draht zueinander, man versteht sich, man muss nicht wieder bei den Basics anfangen in der Einarbeitung, sondern weiß einfach, ja, da stimmt die Haltung und das habe ich bei dir von Anfang an gemerkt und da war ich ganz froh, dass du vorbei vorbeigeschaut hast und wir zusammenarbeiten konnten. Es war eine ganz, ganz tolle Zeit und ja. Die Haltung trägt sich weiter. Also ich freue mich, dass wir auch nach wie vor noch ganz viel Kontakt haben und ja, wie gesagt, jetzt hier so n Podcast starten zusammen.

Karen: Mhm. Total. Ich hab mich auch damals sehr gefreut, dass ich mich in eure Einrichtung verirrt nicht aber, dass ich sie ausgesucht hab zum Hospitieren und auch da hatte ich auch schon dieses gute Gefühl, was du gerade beschrieben hast, dass man irgendwie gut zusammenarbeiten kann, was echt voll schön ist. Und ich glaub, wir haben uns damals auch schon darüber ausgetauscht. Sind wir überhaupt arbeiten wir mit Kindern, so, hängt ja auch mit der Haltung zusammen, warum hat man sich dafür entschieden und ich dachte, das ist vielleicht auch interessant oder n interessanter Aspekt, um in diesem Podcast irgendwie reinzustarten. Genau warum warum sind wir eigentlich Erzieher oder Erzieherin oder in meinem Fall Kindheitspädagogin whatever also warum arbeiten wir gerne mit Kindern zusammen und begleiten sie bei ihrer Entwicklung. Genau Patrick, magst du mal erzählen, so.

Patrick: Ja gerne, ich bin Erzieher geworden aus welcher Idee heraus, lass mich mal ganz kurz in mich gehen. Ich hatte damals ein Praktikum gemacht in der neunten Klasse, Sommerferien, es war relativ entspannt, Sonne hat geschienen, 5 Tage lang, es war wahnsinnig warm und eben so ne kleine Kita am Dorf, Mischung von 3 bis 6 und da habe ich so das erste Mal ein bisschen Luft geschnuppert, was es eben bedeutet in der Pädagogik zu arbeiten, im pädagogischen Bereich und es hat mir echt gut gefallen, die Leute waren entspannt, es war eine tolle Zeit, ich habe im Garten gespielt, war ja selber noch ein bisschen verspielt, ich war ja selber noch ein Kind zu dem Zeitpunkt.

Karen: Ein großes Kind.

Patrick: Ja, ab wann wird man eigentlich erwachsen? Ne ist auch ne Frage mit der wir uns beschäftigen können.

Karen: Auch eine gute Frage, ja.

Patrick: Aber da war ich eben noch viel verspielter. Hab mit den Kindern einfach im Garten draußen gespielt, hab das genossen, einfach ja sich durch den Garten zu jagen, zuzuhören, was bei den Kindern gerade so los ist, was sie beschäftigt und einfach Spielpartner irgendwie zu sein. Dass man n bisschen mehr sein muss als Spielpartner, das hab ich dann später während der Ausbildung schon auch gelernt. Mach nicht nur Quatsch, obwohl das finde ich auch eben ganz ganz großer Bereich ist, warum ich Erzieher auch geworden bin, weil ich da ganz viele, ja Momente meiner Persönlichkeit auch mit reinbringen kann, dass ich Spaß an der Arbeit habe, dass ich mit Kindern gemeinsam Ideen entwickeln kann, dass wir zusammen Sachen entdecken können. Und wir oder ich als pädagogische Fachkraft die Themen der Kinder eben aufgreifen kann und für sie groß machen kann. Und ja, gerade in der letzten Zeit waren irgendwie auch schon wieder ganz viele Sachen, wo ich selber drüber nachgedacht hab, was hab ich als Kind eigentlich so wahrgenommen, wie wurden bei mir damals Morgenkreise gestaltet als ich Kind war, auf wessen Schoß saß ich, wer hat mich getröstet und welche Erfahrungen hab ich irgendwie gesammelt, was ich auch ganz, ganz wichtig finde, ist den Kindern jetzt auch heute wieder irgendwie mitzugeben in gewisser Art und Weise. Also ja, es geht einfach darum, ne schöne Kindheit zu vermitteln und Kindern eben die Möglichkeit zu geben, angenommen zu sein und sich ja sich selbst sein lassen, das finde ich einfach n ganz ganz tollen Bereich. Macht super viel Spaß und genau darum bin ich Erzieher geworden.

Karen: Boah, das war ne richtig schöne Zusammenfassung. Vor allem ich fand den du das können wir direkt als Zitat nehmen für die die Themen der Kinder aufgreifen und für sie groß machen oder die Themen die irgendwie so so um sie rum passieren. Und ja wie du sagst, ich mein man kann. Ich seh das auch so. Man kann auch nur mit Kindern arbeiten und sie also nur mit Kindern arbeiten klingt immer so, aber Kinder begleiten in ihrer Entwicklung, wenn man sich auch auf deren Ebene begibt, das heißt auch mal Quatsch machen, wenn das eben gerade Thema ist. Genau und auch die Kinder dürfen so sein wie sie sind und ich find schon auch wir Pädagogen dürfen auch so sein, wie wir sind. Natürlich sind wir die Erwachsenen, aber es ist trotzdem wichtig, dass wir auch unsere Persönlichkeit und unseren Charakter zeigen dürfen, weil nur so lernen Kinder ja auch hey, was gibt es für verschiedene Menschen und wie kann ich mit verschiedenen Persönlichkeiten, Charaktereigenschaften umgehen. Ja, also ich glaube, meine Motivation war irgendwie ähnlich, ich habe auch schon, also ich wollte schon immer also ich glaub ich wollte immer Lehrerin werden oder irgendwas mit Kindern hatte ich immer irgendwo gesagt und hab dann nach dem Abi n FSJ gemacht in ner Kinderkrippe oder in ner Kita eben aber im Kleinkindbereich und fand das ganz toll und durfte da auch schon richtig mit mithelfen. Also klar, ich war eben als Freiwillige angestellt und hab dann entschieden zu studieren. Was ne gute Idee war, weil ich hatte schon auch Lust dann mit meinem Abitur was zu machen genau und hab dann eben frühkindliche Bildung und Erziehung hieß der Studiengang studiert und danach hab ich meinen Master noch angeschlossen, weil ich irgendwie dachte ich möcht gern noch n bisschen vertiefen und das Thema Medien, Medien, digitale Medien war damals schon präsent, jetzt heutzutage ist es ja noch viel präsenter. Genau und hab da dann irgendwie das noch bisschen vertieft und war dann aber trotzdem in Kitas. Hab auch ganz viele Praktika während des Studiums ja machen müssen, dann ne Weile in Kitas gearbeitet und jetzt hab ich das Gefühl ich bin immer gerne noch mit Kindern, aber ich interessiere mich für die übergeordneten Themen und hab auch Lust eben mich damit zu beschäftigen und vielleicht bisschen mehr Mehrwert an Erzieher, Erzieherinnen in den Kitas zu bringen. Deswegen bin ich eben beim Fachmagazin Kindergarten heute und so schließt sich der Kreis ne. Trotzdem haben wir alle irgendwie Kinder im Kopf, ja.

Patrick: Das ist ja auch schön. Jetzt hast du das so schön gesagt wie du, wie du studiert hast, was du alles so getrieben und gemacht hast. Und ich hab noch gar nicht gesagt, welche Ausbildung ich hab. Ich war an der Fachakademie für Sozialpädagogik und habe dort den Beruf Erzieher gelernt, hab zwischenrein verschiedene Praktika auch gehabt, verschiedene Erfahrungen gesammelt. Ich war mit in der Förderstätte für Menschen mit Behinderung, im Heim hab ich ein paar Wochen gearbeitet, also es gab wirklich viele, viele Praktika und am Ende eben noch mal das Anerkennungsjahr, wo ich dann noch mal n halbes Jahr in Oslo auch in einer Kita die Ausbildung gemacht habe, dort Erfahrungen in der Praxis gesammelt hab und dann als Abschluss, als krönenden Abschluss noch mal in der Kita, wo ich selber auch als Kind war, was ich auch noch mal super spannend war, waren da so richtig am Dorf. Ganz klein, aber das fand ich ganz, ganz besonders noch mal zu sehen, eben genau wie ist es damals gewesen, wie ist es heute, was hat sich da verändert, wie sind die Leute drauf? Und da war auch tatsächlich die Erzieherin, auf dessen Schoß ich immer saß. Die hatten jetzt zu Hause erzählt, ja, ach, an dich kann ich mich noch erinnern, du kamst immer zu mir auf den Schoß, das fand ich schon sehr bezaubernd und ne tolle Sache. Mir war aber dann schon klar, dass nachdem ich so viel irgendwie erlebt hab, dass ich am Dorf ja, einfach nicht ganz so glücklich werde, das hat jetzt nichts mit der Kita als solches zu tun, sondern eher mit mir selber als Mensch so und genau.

Karen: Ja, ist auch was anderes.

Patrick: Deswegen bin ich da nach Berlin gezogen, hab dann dort eben angefangen, in der Krippe zu arbeiten, hab dann mehrere Jahre als Kita Leitung gearbeitet und hab mich dann eben ja vor drei vier Jahren jetzt mittlerweile sogar schon wieder auf den Weg gemacht, eben wieder mit Kindern zu arbeiten an der Basis in einer Kita. So, das war jetzt.

Karen: Jetzt wisst ihr auf jeden Fall Bescheid über unsere ganzen Qualifikationen. Ne, also wenn jemand für den Podcast qualifiziert ist, dann sinds ja wohl wir.

Patrick: Absolut, absolut. Ja insoweit erfahrene Fachkraft für den Kinderschutz bin ich auch noch. Also Leute.

Karen: Hey.

Patrick: Also wer, wenn nicht wir?

Karen: Wenn ihr Themenwünsche habt, ihr habt jetzt gehört, die ganze Palette, die Patrick auch nicht abdecken können, schreibt sie uns gerne. Die E-Mail-Adresse findet ihr später noch, aber Patrick, jetzt haben wir irgendwie so viel über uns natürlich geredet, über unsere Qualifikation und was, was uns hier alles auszeichnet, was mich aber natürlich interessiert und warum wir auch immer wieder in Kontakt sind und warum ich an dich gedacht habe wegen dieses Projektes, ist um ein bisschen Eindrücke aus der Praxis zu bekommen, deswegen frage ich dich jetzt hier direkt frei heraus. Was ist denn so passiert bei dir heute im Kindergarten oder gestern oder die ganze Woche über? Magst du uns ne kleine Anekdote erzählen?

Patrick: Kann ich gerne machen. Ich hab es ja eben schon so ein bisschen angeschnitten. Ja, so Erfahrungen, die ich selber als Kind gemacht hab, irgendwie wieder Kindern zu ermöglichen und die Pädagogik ist ja ja in jedem Bundesland ein bisschen unterschiedlich.

Karen: Genau ich komm übrigens auch aus aus dem Süden Deutschlands, Baden-Württemberg. Deswegen da schließt sich auch wieder der Kreis bei uns zwei aber bitte.

Patrick: Da schließt sich der Kreis. Die Zugezogenen. Da fand ich eben für mich damals, als ich die Ausbildung gemacht habe in Bayern viele, viele Morgenkreise erlebt, die unterschiedlich gestaltet waren. Auch jede Fachkraft hat da irgendwie ihren eigenen Stil auch gehabt und wir haben damals eben viel Stuhlkreise gemacht, die natürlich auch hier und da ein bisschen kontrovers diskutiert werden. Aber ich find es total schön und wichtig auch, dass Kinder lernen, auch mal n bisschen zu sitzen, zuzuhören, Ideen mit einzubringen, zu erzählen. Und wir machen schon auch Kreise bei uns in der Kita, wo Kinder erzählen, das findet meistens auf dem Boden statt, so n bisschen entspannt ne, alle rutschen noch mal so n bisschen hin und her, Kuscheltiere und alle sind dabei, also wir sind jetzt nicht die alle müssen jetzt zum gleichen Zeitpunkt dabei sein und sofort mitmachen und ne alle sind still und wie auch immer. Das ist bei uns schon auch ziemlich entspannt. Aber wir hatten vor n paar Tagen eben über so Morgenkreise gesprochen und Kreise im Allgemeinen mit einer Kollegin und dann haben wir uns gedacht, komm, wir haben so viele Spiele, eigentlich auch, die wir noch so kennen. Lass uns doch mal mein rechter rechter Platz ist frei spielen, das geht aber nicht, wenn du alle Kinder auf dem Teppich hast, so weil dann ist ja kein rechter Platz frei.

Karen: Stimmt, man braucht ja, oder man lässt einen frei. Aber da wird dann hin und her gerutscht.

Patrick: Genau. Genau das, ja, die Kinder rutschen hin und her, wenn sie auf dem Boden sitzen, ist es einfach so und drum haben wir gedacht, wir probieren es jetzt einfach mal aus und machen so einen richtigen Stuhlkreis so und dann haben wir uns vier fünf Spiele ausgesucht, Obstsalat oder dann eben ja Ist jemand in den Brunnen gefallen. Der muss dann rausgezogen werden aus dem aus dem Kreis, dann eben mein rechter rechter Platz ist leer, so als was soll ich kommen, ja als Schlange. Also so schöne und witzige Momente sind da heute entstanden und dann haben wir am Ende eben auch noch mal gefragt, Kinder, wie fandet ihr das jetzt eigentlich so, jetzt haben wir mal was ganz was anderes gemacht. Ja, wir fanden es toll, es war toll, hat echt Spaß gemacht. Das fand ich irgendwie auch so n schöner Moment heute, einfach, das war relativ spontan. Gut, wir haben n bisschen vorher gesprochen, was man so für Spiele machen kann, aber das wird es dann eben so rausgerissen haben und die Kinder dann einfach so toll auch mitgemacht haben irgendwie n schöner schöner Moment heute im Tag.

Karen: Vor allem das zeigt auch so, wenn man als Fachkraft dahinter steht und Bock hat auf was, dass es oft auch auf die Kinder überspringt. Und so war das ja auch bei euch so und Lust auf was neues, wer hat das nicht? Ne, wir alle.

Patrick: Absolut, absolut. Und ja, es ist einfach auch ne schöne Sache Kinder zusammenzuholen. Wir sind eine Gruppe, wir sind eine Gemeinschaft, wir quatschen mal, was der Tag heute so mit sich bringt, ja wir gehen ins Gespräch miteinander, ich hab ja eben schon gemeint, dass der Morgenkreis immer wieder auch so n bisschen kontrovers diskutiert wird in Kitas, weil es früher glaube ich auch so ne Zwanggeschichte war.

Karen: Genau, ja.

Patrick: Dass die Kinder sitzen mussten, unbedingt um jeden Preis. Man muss zuhören, man muss sich sich selber zurücknehmen und darf sich eben nicht so zeigen, wie es gerade irgendwie das Bedürfnis ist. Ja, ich hatte es mit einer Kollegin auch, mit ner anderen Kollegin auch kurz besprochen und gesagt, ja, wir machen jetzt so n Stuhlkreis, hat sie gesagt, Ach Gott, ist ja wie in der DDR, also dass alle dann das gleiche und so. Ah, da muss man ja n bisschen aufpassen und na ja, da hab ich auch gesagt, ja du kennst uns doch, also wir ketten doch die Kinder nicht an die Stühle genau. Also es ist einfach ne Herangehenssache und wenn die Haltung stimmt, wenn die Leute Bock drauf haben das irgendwie schön zu gestalten, dass die Kinder auch wirklich Lust haben, dabei zu sitzen. Dann ist es ne ganz andere Sache, wie wenn ich als Erwachsener dir jetzt sage, was wir jetzt zu tun haben und das ist immer so n bisschen die Sache von dem her find ich Morgenkreise und auch Kreise im Stuhl machen Sinn, ne können was Tolles mit sich bringen, können aber auch wirklich in die Hose gehen, wenn Kinder einfach nicht frei sein können und sie ja einfach ne unangenehme Situation daraus entsteht.

Karen: Ja. Ganz genau. Mhm, ja ja, total genau. Und wenn sie eben nicht die Möglichkeit haben, dann abzubrechen. Und dafür muss man natürlich auch die Kindergruppe im Blick haben. Und das habt ihr natürlich als weltbeste Pädagog:innen. Nein, natürlich. Also das wissen wir, glaube ich alle, aber es freut mich dich gut, dass du das noch mal so erwähnst, weil klar, nur weil wir das so kennen, auch so unsere Kindheit oder wie deine Kollegin meinte ja, aus der DDR heißt das nicht, dass es alles gut ist, aber man kann ja auch einfach mal einen Vorschlag reinbringen und sagen, habt ihr Lust, einfach mal heute die Stühle zu benutzen anstatt den Boden.

Patrick: Ja genau, und es hat erstaunlich gut funktioniert also. Ich find es super, super spannend und es ist gerade das Tolle an dem Beruf auch wie ja, dass man neue Sachen ausprobieren kann, dass man schaut, hey, ich hab ne Idee, ich bring die mal mit rein oder ich mach eben ne Idee von nem Kind groß, wenn da n Bedürfnis da ist, dass wir das miteinander bearbeiten und einfach schauen was passiert, ja. Kann sein, dass wir das jetzt einmal vielleicht machen, so in der Woche oder dass es irgendwie einfach nur dieses einmalige Ding war. Vielleicht haben die Kinder öfters noch Lust, dann kann man es öfters mal immer mal wieder machen. Ich glaub jetzt nicht, dass wir so n tägliches Ritual daraus machen und immer jeden Tag Stuhlkreis jetzt anbieten aber einfach, dass es eine Spielart ist. Und so verstehe ich den Beruf eben auch, dass man immer wieder neue Einflüsse reinbringen kann, neue Ideen entwickeln kann und gemeinsam ja den Tag gestaltet. So was brauchen wir jetzt, wo wollen wir hin, wie geht es uns, spielen die Kinder vielleicht auch gerade einfach so schön, dass man sie einfach wirklich stören würde, wenn man jetzt einen Kreis einfach anbietet und ja, ich glaube, da muss jeder auch so ein bisschen so seinen Weg finden und jede Gruppe findet ja da auch ihren Weg und das finde ich ganz spannend, wie unterschiedlich Leute in Gruppenzusammenhängen, einfach funktionieren und da muss ich auch wirklich sagen, fand ich das damals mit dir zusammen in der in der Kita auch so ne schöne. schöne Sache, weil wir einfach uns verstanden haben, blind so, wir hatten jetzt nicht so viel Zeit, die wir miteinander gearbeitet hatten, aber wir wussten einfach, es funktioniert.

Karen: Ja, wenn einer was reinbringt, dann hat der andere, also im besten Fall natürlich Lust drauf oder gibt dann Rückmeldung oder lässt sich einfach drauf ein. Ja und dann kann man danach schauen.

Patrick: Genau, ja.

Karen: Wie es wie es weitergeht. Das war doch ein toller Abschluss, Patrick, würde ich einfach mal sagen, für unsere allererste Folge. Ich finde, wir haben es gut gerockt.

Patrick: Haben wir es geschafft?

Karen: Mal gucken, ob ihr das genauso findet. Genau. Wir hören uns auf jeden Fall beim nächsten Mal wieder. Wenn ihr irgendwelche Wünsche habt, schreibt sie uns gerne. Und ich verlink euch auf jeden Fall noch n Beitrag zum Thema Morgenkreis. Genau dann sagen wir nämlich ciao, bis zum nächsten Mal und macht's gut. Mach‘s du gut, Patrick.

Patrick: Ciao, Kakao. Dankeschön. Bis zum nächsten Mal.

Karen: Tschüssi.

Outro: Das war's für heute. Wir freuen uns auch über eure Erlebnisse aus der Praxis. Schreibt mir gerne an karen.sachse@herder.de. Die aktuelle Ausgabe von Kindergarten heute findet ihr online auf kindergarten-heute.de. Bis zum nächsten Mal bei heute im Kindergarten.

kindergarten heute - Das Fachmagazin für Erzieher:innen: Für die Professionalisierung des frühpädagogischen Berufsfeldes

kalender 2025/26: Für ein gut geplantes Kita-Jahr

  • Praktisches A5 Format
  • Hochwertige Papeterie-Ausstattung
  • Impulse für Spaß & Leichtigkeit im Kita-Alltag
  • Idealer Begleiter für eine achtsame Selbstorganisation
Zum Kalender